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Prozess um einen Werwolf

Historischer Roman nach einer wahren Begebenheit
 Prozess um einen Werwolf
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ERLANGEN - Mit grauenerregendem Realismus berichtet der aus Erlangen stammende Autor Ruben Philipp Wickenhäuser in seinem neuen historischen Roman vom Leben eines Mannes, den die meisten seiner Zeitgenossen für einen »Werwolf« hielten.

Erzählt wird die leider wahre Geschichte des Großbauern Peter Stubbe, dem 1589 in Bedburg bei Köln der Prozess gemacht wurde, weil er angeblich »in wölfischer Manier« mindestens 13 Kinder umgebracht und zwei junge Frauen vergewaltigt hatte. Der Fall erregte damals großes Aufsehen in ganz Europa. Auch Nürnberger Drucker veröffentlichten illustrierte Flugblätter, welche die angeblichen Gräueltaten und die barbarische Hinrichtung des rheinischen Werwolfs ausführlich schilderten.

Aberglaube und Bigotterie

In Wickenhäusers Roman wird die Schauergeschichte aus der frühen Neuzeit dokumentiert und gleichzeitig kritisch hinterfragt. Der Autor entführt seine Leser in einen kleinen Ort, in dem Habgier und Neid, Aberglaube und Bigotterie das Denken und Tun der Menschen bestimmen. Der für damalige Verhältnisse ungewöhnlich gebildete, wohlhabende und angesehene Peter Stubbe hat manchen Feind. Überdies ist er als Lutheraner auch dem einen oder anderen katholischen Machthaber ein Dorn im Auge.

Das rechtfertigt allemal die Vermutung, dass es beim Bedburger Werwolfprozess letztlich um die Beseitigung eines in vielerlei Hinsicht unbequemen Menschen ging. So ist der vorliegende Roman nicht nur eine ungemein spannende Lektüre, sondern auch ein bewegendes Plädoyer für praktische Vernunft und Menschlichkeit.

Ruben Philipp Wickenhäuser: Die Seele des Wolfes, Gmeiner Verlag, 412 Seiten, 12,90 Euro.

Bernd Zachow
15.5.2010
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