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LOKALMELDUNGEN - HILPOLTSTEIN UND UMLAND  

Bionade statt Prosecco ist in Thalmässing das Motto

16. Kurzfilmtage trotz zahlreicher Konkurrenzveranstaltungen wieder gut besucht - Platz eins für »Ampelmann«
 Bionade statt Prosecco ist in Thalmässing das Motto
Foto: Christoph Raithel
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Roter Teppich, extravagante Kleider, Prosecco und unnahbare Filmstars? Nein, die Thalmässinger Kurzfilmtage sind anders als andere Filmfestivals. Bionade statt Prosecco ist hier das Motto und die Nähe zum Publikum erwünscht. So mischen sich auch die Filmemacher unter die Zuschauer und beantworten Fragen.

THALMÄSSING - Das Team um Hans Seidl und Peter Hauke hatte sich in orangefarbene T-Shirts gekleidet und bewies von Anfang an, wieviel Herzblut hinter dem Festival steckt, das heuer die 16. Auflage erlebt. Der Thalmässinger Bunker – das katholische Jugendheim – wurde im Vorfeld zum Kino umgebaut, Klappstühle füllten jeden Winkel. Die Leinwand ist ebenfalls in angenehmes Orange getaucht. Mitten im Getümmel der Filmfans stehen die Projektoren und warten auf ihren Einsatz.

Als dann das Licht langsam ausging und sich das Getuschel in den Reihen legte, betraten zwei Routiniers die Bildfläche. 1995 wollten Hans Seidel und Peter Hauke im kleinen, privaten Kreis einige kurze Streifen zeigen und dachten nie, dass man damit so eine große Fangemeinde erreichen kann. Mittlerweile müssen Kurzfilme nicht mehr angefragt werden, Filmemacher aus aller Welt schicken ihre Werke und hoffen, sich dem kritischen Publikum stellen zu dürfen. Der Dank der beiden Festivalleiter galt zu Beginn den Partnern der Kurzfilmtage, zu denen neben Sparkasse und Gemeinde auch die Medienzentrale des Bistums Eichstätt zählt. Ein Dank ging auch an die Schülerinnen und Schüler vom Gymnasium Hilpoltstein und viele »Ehemalige«, die als Helfer mitwirkten. Absolut begeistert zeigte sich Seidel dann vom Publikum, das, trotz einiger »Konkurrenzveranstaltungen«, zahlreichst kam. »Ich glaube, wir sind hier heute nicht bei einem Festival, sondern starten den Versuch, wieviele Leute notwendig sind, bis das Gebäude explodiert.«

Dann ging es los – Filme mit einer maximalen Dauer von 15 Minuten, manche aber auch nur wenige Sekunden lang, aus allen Genres – vom animierten Zeichentrick, eine Internetbeziehung als »Lovestory«, ein Musikvideo und eine Dokumentation war unter den 16 Streifen, die das filmbegeisterte Publikum am ersten der beiden (Kurzfilm-)Tage zu sehen bekam.

Am Ende hieß es dann »Stimme abgeben«. Denn die Entscheidung, welcher Film der beste ist, trifft in Thalmässing das Publikum. So ist es auch nicht verwunderlich, dass der »Oskar« in Thalmässing »Olga« heißt und ein stilisierter Besucher ist.

Nachdem das Publikum entschieden hatte, wurden am Samstag die Trophäen für folgende Filme übergeben: Erster Platz: »Ampelmann" von Giulio Ricciarelli; zweiter Platz: »Horst" von Wolf-Tassilo Sack. Auf dem dritten Platz, den das Organisationsteam vergab, kam »Wettessen" von Burkhard Finckh und Matthias Daenschel. Der Preis der AV-Medienzentrale ging an »Stiller See" von Lena Liberta.

Cr
17.5.2010
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