NEUMARKT (ds/wg) - Nun hat er sich doch noch mal umstimmen lassen: Im letzten Saisonspiel in der Landesliga Mitte beim SSV Jahn Regensburg II wird Alexander Bayer das Tor des ASV Neumarkt hüten (Samstag, 15 Uhr).
Aber danach ist er endgültig weg, war zu erfahren. Eigentlich wollte er nach einem Zerwürfnis mit Coach Ioan Pal überhaupt nicht mehr ins ASV-Tor. Mit ihm verlassen einige wichtige Kicker den Verein: Marco Wiedmann ist schon weg, ebenfalls im Unfrieden mit dem Trainer, Michael Jonczy (nach Eltersdorf), die beiden Beloruss (nach Amberg), Mark Eger und wohl auch Arment Destani (nach Kornburg) sowie Andre Ulrich werden gehen. Zumindest Oliver Beloruss gab unumwunden zu, dass sein Weggang hauptsächlich pekuniäre Gründe habe (die ASV-Abteilung muss nach dem Rückzug des Hauptsponsors Johann Pröpster einen finanziellen Engpass verkraften, hieß es in der Hauptversammlung).
Mit seinem Einsatz hilft Bayer dem ASV gewaltig aus der Patsche, denn sonst hätte A-Jugend-Keeper Toni Ademaj beim Jahn das Tor hüten müssen. Pal habe zunächst auch diesmal den völlig unerfahrenen Neuling Alexander Zurwesten einsetzen wollen, der bei der 0:10-Klatsche in Bruck völlig überfordert war; der sei aber erkrankt. Martin Brandl (früher ASV und Seligenporten), der kurzfristig für Bayer eingesprungen war, ist beim Jahn nicht mehr im Tor (wie abgesprochen), aber vielleicht hätte er weitergemacht, wäre er nicht vergrault worden. In der Pause des Spiels gegen Schlusslicht Nürnberg Süd (blamable 1:4-Niederlage) soll er von Semso Rekic hart kritisiert worden sein, obwohl er bei den Gegentoren machtlos war. Pikant: Rekic, von dem man in diesem Spiel kaum was sah, war bereits mal aus dem Kader geworfen, dann aber von Pal zurückgeholt worden.
Hubert Kirsch, Noch-Abteilungsleiter und Co-Trainer: »Dafür dass Brandl völlig ohne Praxis war, hat er perfekt gehalten.«
Wer den ASV in Regensburg betreut, stand bis Redaktionsschluss noch nicht endgültig fest: Hubert Kirsch hat einen Kurzurlaub angetreten (Italien, Gardasee), Noch-Spielleiter Wolfgang Seipel ist beruflich verhindert; so dürfte wohl Kapitän Christian Dausel, der selbst verletzt ist (Zerrung), einspringen und an der Linie stehen, unterstützt von Florian Beck, der nächste Saison die Reserve trainieren soll.
»Kaum noch BOL-Format«
Kommt nur darauf an, welcher Kader beim Jahn einläuft. Hubert Kirsch befürchtet: »Mit Mark Eger und Christian Dausel haben wir weitere Ausfälle. Sicher ist nur, dass Ahmet Akin wieder einsatzbereit ist. Was dann noch übrig bleibt, kann man sich ja vorstellen. Mit viel Fantasie hat diese Elf sicherlich kaum noch BOL-Format. Wir müssen wohl den ein oder anderen Jugendlichen einbauen. Mit einer 0:4-Niederlage wäre ich hochzufrieden. Ich hoffe nur, die Elf lässt sich nicht wie gegen Nürnberg Süd hängen und bäumt sich mal auf. Es wird aber ein Harakiri-Spiel.«
Der ASV kann sich in Regensburg nicht mehr so präsentieren wie gegen Bruck und gegen Schlusslicht Nürnberg Süd. Denn die Konkurrenz wirft ihm jetzt schon Wettbewerbsverzerrung vor. Die Neustädter, jetzt Tabellenzweite, haben sich schon bei Hubert Kirsch beschwert. Der pariert den Vorwurf: »Wir machen nur das, was erlaubt ist, und verstärken unsere zweite Garnitur, die noch einen Punkt braucht. So machen es die Weidener und Brucker, auch der Jahn II profitiert von seinem Drittliga-Team, auch auf unterster Ebene wird das praktiziert, siehe Woffenbach in Stauf, und selbst der FC Bayern II hat in der 3. Liga beim Jahn I mal Luca Toni eingesetzt. So machen es alle.«
Punkte aberkannt
Brisant: Kurz vor Torschluss ist dem Jahn II der 3:0-Sieg in Amberg aberkannt worden (Wertung 0:x), weil er einen nicht spielberechtigten Kicker aus der ersten Elf eingesetzt hatte. So rutschte der Jahn II hinter dem Freien TuS und Neustadt auf Platz drei zurück. Aber auch Landshut ist noch im Rennen (siehe Tabelle). Kommt da nur der Verdacht auf, der ASV hänge sich nicht mehr richtig rein, wäre dies für das Image des Neumarkter Landesligisten verheerend.
Andererseits: Nach Aussage von Landesliga-Spielleiter Klaus Jacke liegt bereits die nächste Anzeige gegen den Jahn II vor: aus Schierling, wo die Domstädter am 22. Mai ebenfalls einen Kicker unerlaubt eingesetzt haben sollen. Verliert der Jahn II auch da die drei Punkte vom 2:0-Sieg, wäre er im Titelkampf aus dem Rennen, und der Vorwurf der Wettbewerbsmanipulation wäre hinfällig.
Hubert Kirsch: »Gott sei Dank ist es das letzte Spiel. Wir sind alle froh wenn diese Saison nun endlich zu Ende ist.« |