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Ortstermin im Bibertgrund: Der Bund Naturschutz erläutert seine Kritikpunkte an Zirndorfs Plänen für die Westspange

„Das Banderbachtal wird total kaputtgemacht“

Gegner warnen vor „gewaltigen Einschnitten in die Landschaft“ — Eines Tages der Lückenschluss zwischen Autobahnen?
 „Das Banderbachtal wird total kaputtgemacht“
Foto: Winckler
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ZIRNDORF - Wenn es denn nicht zu verhindern sein sollte, so will der Bund Naturschutz in der Bibertstadt das Straßenbauprojekt „Westspange“ zumindest umweltverträglicher gestaltet sehen. Bei einer Begehung der Trasse am Samstag listeten die Kritiker ihre Bedenken in Bezug auf das Vorhaben auf.

Ihre Einwände verbanden sie mit dem Appell, bis zum Stichtag am Freitag dieser Woche Einwendungen bei der Verwaltung vorzubringen. Knapp zwei Dutzend „Spaziergänger“ ließen sich bei der Begehung von „Wanderführer“ Lutz Thomas neuralgische Punkte des Straßenbauprojekts erläutern. An drei Standpunkten (jeweils über dem Bibert- und über dem Banderbachtal und am westlichen Zaun des Pinder-Areals) wurden die negativen Auswirkungen des Neun-Millionen-Euro-Projektes auf Landschaft und Umwelt verdeutlicht.

Da sind einmal gewaltige Einschnitte in die Landschaft und an anderer Stelle ebenso mächtige Dämme, da sind die Brücken über die Bibert und den Banderbach. Folge: Die Bibertbahn-Trasse werde zerschnitten, Landwirte stünden vor „Schnipselflächen“, der „Landschaftszugang“ für Renaturierungs- und Biotopflächen fehle, unnütze, weil gefährdete Ausgleichsflächen entstünden

Konzept fehlt

Ursache dafür ist nach Ansicht der Naturschützer eine Planung, die in erster Linie unter dem Aspekt „Autoverkehr“ entstand. Ein umfassendes überörtliches Verkehrskonzept vermissen sie. Dies hätte „alle Arten des Verkehrs“ und auch die Nachbarorte sowie die Möglichkeit einer „Nullvariante“ einschließen müssen.

So hätte sich laut Thomas etwa ergeben können, dass die Anbindung des Pinder-Geländes auch von Süden an die Schwabacher Straße ausreichend zu sichern gewesen wäre — was verhindert hätte, dass landwirtschaftliche Nutzflächen „zerstört, beeinträchtigt und zerstückelt“ würden. Das wiederum, so seine Prognose, werde zur Folge haben, dass diese Flächen wohl bald zu Bauland werden.

Alles in allem verfolge diese, teils aus der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts stammende Planung immer nur einem Teilaspekt — jetzt eben die Entlastung der Zirndorfer Innenstadt und des Pinder-Geländes. Die Naturschützer sehen die Gefahr, dass damit doch noch ein „Ringschluss“ zwischen der B 8 und der B 14 oder gar den Autobahnen Nürnberg-Frankfurt und Nürnberg-Heilbronn zu Stande kommen könnte — mit der unerwünschten Folge, dass Zirndorf mit überörtlichem Autoverkehr überschwemmt würde.

Deshalb sollen in der letzten Woche der Auslegungsfrist der Pläne noch einmal in großer Zahl Einwendungen gegen das Vorhaben erhoben werden. Allerdings gab es für die Verantwortlichen, die vorformulierte Texte zu solchen Einwendungen verteilten, auch manche Enttäuschungen. Die Eigentümer von Goldberg-Parzellen etwa wollten nur sehr zögerlich dem Aufruf folgen.

Und auch die Initiatoren waren sich darüber im Klaren, dass der erste Bauabschnitt der Maßnahme, der 2005 starten soll, wohl nicht mehr zu stoppen sein wird. So geht es ihnen jetzt um „Schadensbegrenzung“ und darum, die Straße so zu gestalten, dass sie nur dem örtlichen Verkehr dient und die landwirtschaftlichen Nutzflächen möglichst wenig zerschneidet. Viel gewonnen wäre für Lutz Thomas, würde die Westspange von Süden her am geplanten Zugang zum Pindergelände enden. Der Nordabschnitt aber mache „das Banderbachtal total kaputt.“ 

ADAMWALTER WIESERNER
20.10.2003
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