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Friedliche Stadt-Guerilla pflanzt Grünzeug

Achtung, Saatbomben! Gostenhofs öffentliche Flächen werden grüner
 Friedliche Stadt-Guerilla pflanzt Grünzeug
Foto: Goharian
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NÜRNBERG - Der Gostenhofer Ortsverband von Bündnis 90/Die Grünen hat das wilde Gärtnern entdeckt. Unter dem Motto: »Wo wir sind, wird’s grün« wurden die Aktiven zu »Bombenbauern«, die sich auch vom Dauerregen nicht bremsen ließen.

Städtische Ödnis auf eigene Faust zu begrünen, ist keine neue Erfindung. Die Bewegung breitete sich schon vor 30 Jahren von New York in die Großstädte der Welt aus. Auch in deutschen Metropolen gibt es immer mehr Botanik-Aktivisten. Zwischen asphaltierten Gehwegen und Betonflächen möchten sie Oasen aus Blumen und Sträuchern zaubern.

Jetzt ist also Gostenhof dran: Auch die Aktiven von Bündnis 90/Die Grünen nennen sich Guerilla-Gärtner und bewaffnen sich mit Saatbomben. Die Mission ist freilich friedlich: Aus Ton, Wasser und Saatgut stellten die Gärtner des öffentlichen Grüns viele kleine Kügelchen her. Diese sollen beim Gostenhofer Stadtteilfest am 27. Juni den Anwohnern präsentiert und verkauft werden.

"Mehr Oasen und Farbtupfer"

»Gostenhof ist ein Stadtteil mit enger Bebauung und wenig Grün«, sagt Daniela Müller vom Stadtteilarbeitskreis Gostenhof-Ost. Sie wünscht sich mehr Oasen und Farbtupfer: »Flächen gibt es genug.« Auch Grünen-Ortsverbandschef Paul Müller ist angetan vom freien Gärtnern: »Es ist schön, wenn man sieht, dass an tristen Stellen wieder etwas wächst, noch dazu, wenn man es selber angebaut hat.«

Von diversen Blumensorten über Wildkräuter bis hin zu Gemüsebeeten kann mit der entsprechenden Pflege und etwas Glück selbst in urbanem Brachland jede Menge wachsen. Man muss noch nicht mal selber die Zutaten anrühren. Die Gostenhofer Künstlerin Cornelia Hammerer erzählt: »Sogar Internet-Händler verkaufen fertige Saatbomben.« Besonders begeisterte Gärtner kreieren ihre eigene Mischung: »Die Rezepte dazu finden sich auch online.«

Auch ohne offizielle Genehmigung

Es spricht also nichts dagegen, wenn sich demnächst viele Hobbygärtner auf öffentlichen Flächen austoben? So einfach ist es leider nicht. Der Haken: »Guerilla Gardening« ist streng genommen illegal und oft finden Bepflanzungen daher nachts statt.

Nur mit Genehmigung der Stadt darf offiziell auf öffentlichen Plätzen gegärtnert werden. Aber meist sind Polizei und Ämter eher amüsiert und lassen Blumenfreunde gewähren. Auch Paul Müller macht sich in dieser Hinsicht wenig Gedanken: »Wir haben bereits gesehen, wie gut die begrünten Hinterhöfe bei allen Anwohnern des Viertels ankommen – mit den neuen grünen Flecken wird es sicher nicht anders sein.«

Müller schwebt vor, das Projekt weiter auszubauen und im internationalen Gostenhof interkulturelle Gärten nach Berliner Vorbild entstehen zu lassen.

Gilda Goharian
2.6.2010
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