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Die Verteidiger des wahren Blödsinns

»Künstler des Monats« der Metropolregion ist diesmal die Erlanger Band J.B.O.
 Die Verteidiger des wahren Blödsinns
Foto: PR
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NÜRNBERG/ERLANGEN - Seit Mai dieses Jahres kürt das »Forum Kultur« der Metropolregion einen »Künstler des Monats«. Auserwählte im Juni sind die Erlanger Spaßrocker J.B.O.

Ob man ihren Humor mag oder nicht – J.B.O. dürfte aktuell der finanziell erfolgreichste Pop-Export aus Mittelfranken sein. Dabei war die Band zu Beginn nur ein Gag für einen Abend. Der Legende zufolge gründeten die Gitarristen Vito C. und Hannes »G. Laber« Holzmann 1989 in Erlangen das James Blast Orchester, um beim renommierten Newcomer-Wettbewerb im EWerk antreten zu können.

Lustige Lieder

Die lustigen Lieder über Heavy Metal, Saufen und ihre Heimatstadt (Motto: »Arschloch und Spaß dabei«) kamen jedoch so gut an, dass diverse Demo-Kassetten und schließlich eine erste CD folgten.

Gleich das Debütalbum »Explizite Lyrik« (1995) entpuppte sich als Verkaufsschlager, vor allem die selbstkomponierte Single »Ein guter Tag zum Sterben« machte die Comedy-Rocker schnell im ganzen deutschsprachigen Raum bekannt. Trotz zelebrierter Verbundenheit zum Frankenland zündeten die Gags auch im hohen Norden, in Österreich und in der Schweiz.

Berühmt wurde die Band J.B.O. jedoch vor allem für ihre Coverversionen bekannter Rock-, Pop- und Metal-Hits, die sie eindeutschen, mit neuen Texten versehen und in knackige Hardrock-Arrangements packen.

Ärger mit James Last

Mitte der 90er Jahre bekam die Erlanger Spaßcombo massiv Ärger, unter anderem von der Plattenfirma des BigBand-Entertainers James Last, die Verwechslungsgefahr ausmachte. Die Truppe verschlankte sich fortan auf das Kürzel J.B.O.

Interessant ist die Breitenwirkung des J.B.O.-eigenen Humors: Die Musiker stammen aus der Heavy Metal-Ecke, ihr Witz nimmt immer wieder Bezug auf die Szene und diese auch oft und gerne aufs Korn. So kürte sich die Combo in Anlehnung an die selbsternannten »Kings Of Metal« Manowar zu »Verteidigern des wahren Blödsinns«, wählte ausgerechnet Rosa zur Bandfarbe (Albumtitel 2002: »Rosa Armee Fraktion«) und machte »Pogo in Togo« (im Original von den United Balls) zu »Dio in Rio« und »No Sleep ’Til Brooklyn« von den Beastie Boys zu »No Sleep ’Till Bruck« (nach dem gleichnamigen Erlanger Stadtteil, in dem sich ihre Lieblings-Metaldisco befindet).

Zündende Insidergags

Selbst lupenreine Heavy Metal-Insidergags wie die Volksmusikversion von Venoms »In League With Satan«, die Pavarotti-Interpretation von Sepulturas »Roots Bloody Roots« und das ins Gegenteil verkehrte Intro von Accepts »Fast As A Shark« zünden bis heute auch auf großer Bühne vor einem wenig bis gar nicht fachkundigen Publikum

Spätestens, wenn die Jungs von J.B.O. in ihrem Homevideo mit Mikrofon, Kamera und einem Bus voller Senioren auf Kaffeefahrt gehen und mit den Volksmusikfreunden todernst über »die Mosch-Musik« fachsimpeln (der Senior referiert unbeirrt über Blasmusik-Ikone Ernst Mosch, J.B.O. parallel vom Mosh-Sound der New Yorker Thrash Metaller Anthrax), bleibt kein Auge trocken. Wie so oft im Leben, so ist auch hier die Parodie nur eine heimliche Liebeserklärung.

Seit Mai steht brandaktuell das J.B.O.-Livealbum »2000 Jahre J.B.O.« in den Plattenläden, mit dem die Band ihr 20-jähriges Jubiläum feiert. (www.jbo.de)
18.6.2010 8:00 MEZ
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