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NÜRNBERG - Der Kettensteg ist gerettet. Nachdem die Zukunftsstiftung der Sparkasse 250.000 Euro gespendet hat, kann die 186 Jahre alte Hängebrücke denkmalgerecht saniert werden.
Seit gut einem Jahr schon ist der 80-Meter-Steg gesperrt, weil Einsturzgefahr bestand. Doch längst wird am Fluss gearbeitet: Inzwischen sind alle Ketten nummeriert und abmontiert, ein Teil der Holzpylonen fehlt. Bald wird ein Gerüst im Wasser errichtet, damit das Vorzeigebauwerk der Nürnberger Industriegeschichte bis Ende des Jahres runderneuert wieder aufgebaut werden kann.
Originalzustand von 1824 ist rekonstruierbar
Dass nun nicht nur das technisch Nötige möglich ist, sondern der Originalzustand des 1824 von dem Mechaniker Johann G. Kupper errichteten Bauwerks wiederhergestellt werden kann, ist einer ungewöhnlichen Spendenaktion zu verdanken. Vor einem halben Jahr hat der Verein Bau Lust damit begonnen, Geld für die Restaurierung zu sammeln.
Inzwischen haben private Spender 40.000 Euro gegeben, um der klammen Stadt die denkmalgerechte Sanierung der Verbindung zwischen Kreuzgassenviertel und Maxtor zu ermöglichen. Denn das nötige Geld dafür fehlt im kommunalen Haushalt. Gestern hat nun Matthias Everding, Vorstandschef der Sparkasse Nürnberg, vor Ort die 250.000-Euro-Spende der Zukunftsstiftung übergeben.
Die älteste noch erhaltene Hängebrücke Kontinentaleuropas
»Damit kann das Original bezahlt werden», freute sich Brigitte Jupitz von Bau Lust, die bei Führungen schon häufig die Feinheiten des Technikdenkmals erläutert und originale Brückenbohlen an freigiebige Spender verteilt hat. Wenn Geld übrig bleibt, soll eine Publikation über die älteste noch erhaltene Hängebrücke Kontinentaleuropas erscheinen.
Der Kettensteg, der eigentlich seit 1931 keine echte Hängebrücke mehr ist, weil Holzpfeiler eingezogen wurden, kann also wieder zum Schwingen gebracht werden. Damals hatten Kinder den Steg mehrfach so ins Schaukeln gebracht, dass der Stadtrat um die öffentliche Sicherheit fürchtete und Konsequenzen zog.
c.s. |