Am 2. Juli macht auf dem nordwestlichen Teil der Insel Schütt, neben den Fußballkäfigen, ein Stadtstrand mit Strandbar, Beach-Volleyball und Boccia-Platz auf: Dafür werden eigens 600 Tonnen Kaolin-Sand aus Hirschau mit 35 Lkw angefahren.
Was in anderen Städten wie Paris oder Berlin schon länger eine Attraktion ist, will Lorenz Kalb auch in Nürnberg aufziehen: »Wir wollen Qualität, damit jeder sagt: ,Das war super, das müssen wir im nächsten Jahr wieder haben.‘ Wir versuchen Maßstäbe zu setzen.« Die Genehmigung für den Stadtstrand auf 4000 Quadratmetern mit 200 Liegestühlen hat die Verwaltung zunächst einmal für 2010 erteilt. Die Investition von 200 000 Euro rechnet sich aber nur, wenn auch in den nächsten Jahren die Veranstaltung durchgeführt wird.
Kalb, der das Vorhaben zusammen mit sechs erfahrenen Gastronomen durchführt, sichert den Anliegern zu, dass es am Stadtstrand nicht laut zugeht: »Wir wollen eine entspannte Atmosphäre. Es gibt keinen Ballermann und auch kein Fressdorf.« Der Schausteller konzipierte vor elf Jahren selbst die Kinderweihnacht. Auch damals gab es eine einjährige Versuchsphase. Einer der beteiligten Gastronomen betreibt das Winterdorf in Kulmbach.
Kritik, dass das Konzept für den Stadtstrand zu wenig geprüft wurde, widerspricht Kalb heftig: »Es war ein ganz normaler Antrag. Er wurde von jedem Amt geprüft. Selbst OB Ulrich Maly hat das Konzept in der Hand gehabt.« Bei den zuständigen Referenten habe er selbst sein Anliegen vorgebracht. Anlass, einen Stadtstrand einzurichten, war die Stadtratsdebatte vom letzten Herbst, als es darum ging, im Umfeld des Wöhrder Sees Strandatmosphäre aufkommen zu lassen. Das Projekt wurde aber nicht ernsthaft weiterverfolgt.
Massagezelt und richtige Toiletten
Qualität will Kalb mit 40 vier Meter hohen Palmen, die eigens aus Spanien geholt werden, sicherstellen. Jeder einzelne Strandschirm koste 1500 Euro. Der Stadtstrand werde grün ausgeleuchtet sein. »Es gibt ein Massagezelt mit Strohdach und anständigen Toiletten«, verspricht er. Alle Requisiten würden für den Stadtstrand eigens gebaut. Es werde die Möglichkeit geben, die Füße entweder ins Wasser zu halten oder in den Sand zu stecken. Der Platz für Beach-Volleyball und für Boccia könne kostenlos benutzt werden.
Probleme bereitet nur das Bardentreffen, weil dann die Insel Schütt als Spielstätte benötigt wird. Am 2. Juli wird der Stadtstrand eröffnet. Am 25. Juli ist dann wieder Schluss und er wird wegen dem Bardentreffen zum Teil wieder abgebaut. Danach ist der Stadtstrand vom 5. August bis 22. August wieder zugänglich. Sollte es eine Neuauflage geben, dann will Kalb den Stadtstrand nur im Juni und Juli betreiben, um den teuren Auf- und Abbau beim Bardentreffen zu vermeiden. Geöffnet hat der Stadtstrand von 11.30 bis 22 Uhr. Am Wochenende geht es bis 23.30 Uhr.
André Fischer |