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Tropfen für die Knolle

Kartoffelanbau mit Bewässerung bringt tolle Erfolge
 Tropfen für die Knolle
Foto: Leykamm
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DÜRRENMUNGENAU - Unter der Hitze der vergangenen Wochen haben nicht nur Mensch und Tier, sondern auch die Pflanzen auf den Feldern gelitten. Ein langfristiges Problem, da der Klimawandel in unseren Breitengraden für immer heißere Sommer sorgen wird. Wie sich mit effizienterer Bewässerung die Kartoffelernte retten lässt, offenbart derzeit ein Versuchsfeld bei Dürrenmungenau.

Ob sich die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) bei der Wahl der vier Standorte (die anderen drei befinden sich in den Landkreisen Freising und Regensburg) vom Namen jenes Ortes hat inspirieren lassen, bleibt offen. Als Landesvorsitzender der bayerischen Erzeugergemeinschaften für Qualitätskartoffeln jedenfalls stellte Georg Bernreuther seinen Acker für die Versuche gerne zur Verfügung. Denn er weiß, was für die Kartoffelbauern auf dem Spiel steht: Qualität und Quantität der Ernte.

Dies ist auch der Grund, warum ein 25-köpfigerArbeitskreis mit Landwirten aus den Kreisen Ansbach, Roth und Weißenburg-Gunzenhausen der LfL seit drei Jahren mit der Bitte in den Ohren liegt, Möglichkeiten zur Bewässerung im Kartoffelanbau zu eruieren. 2009 begann die Landesanstalt bereits mit entsprechenden Feldversuchen. Allerdings mit wenig aussagekräftigen Ergebnissen, da diese durch reichhaltige Regen buchstäblich verwässert wurden.

Die Lage im Sommer 2010 sieht hingegen völlig anders aus. »Heute ist der erste Tag nach einem ganzen Monat, an dem wir nicht bewässern«, sagte Martin Müller, Spezialist für Ackerbau und Prozesstechnik an der LfL, bei einer Begehung des Dürrenmungenauer Versuchsfelds mit etwa 50 Landwirten. Diese zeigten sich allein schon von den optischen Ergebnissen beeindruckt: In den bewässerten Parzellen präsentierten sich die Pflanzen in sattem Grün, in den zu Vergleichszwecken unbewässerten Teilen des Feldes hingegen deutlich angebräunt.



Das Geheimnis hinter dem Erfolg lautet »Tropfbewässerung«. Dabei werden in oder neben die Kartoffeldämme Schläuche gelegt. Aus einzelnen Löchern dringt das Wasser dann durch eine Membran ins Erdreich - nur tröpfchenweise, aber stetig. »Eine sehr wassersparende Methode«, erklärte Müller. Nur eine solche sei im wasserarmen Norden Bayerns auch einsetzbar. Die beliebten Kreisregner aus dem Süden des Freistaats schieden in Franken und der Oberpfalz als Option aus.

Die Ergebnisse der Versuche »sind überwältigend«, zeigte sich Bernreuther an der Begehung begeistert: »Das ist die Zukunft des Kartoffelbaus«. Die Tropfbewässerung sei zudem auch »praktizierter Grundwasserschutz«. Denn mangelt es an Regen, wandert ausgebrachter Dünger in den Boden statt in die Pflanze. Durch die nun getestete Methode werde dies verhindert. Bei zu starker Bewässerung drohe dem Dünger durch die Nährstoffauswaschung das gleiche Schicksal. Durch die kleinen Gaben der Tropfmethode lasse sich dies aber genauso vermeiden.

Wie die nun getestete Technik am effektivsten eingesetzt werden kann, sollen die Versuche erweisen. Sie gliedern sich in verschiedene Varianten der Tropfbewässerung. So können die Schläuche etwa direkt in die Dammkrone eingebracht werden oder zwischen die Dämme gelegt werden. Bernreuther selbst hat sich übrigens bereits mit entsprechendem Material eingedeckt.

Sind die Versuche beendet, will er auf dem Acker selbst mit der Tropfbewässerung durchstarten.

ley
27.7.2010
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