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ERLANGEN - Nach dem tragischen Unglück mit 19 Toten bei der Loveparade in Duisburg stellt sich die Frage, ob auch in Erlangen mit einer Tragödie gerechnet werden muss. Denn die Bergkirchweih ist das Fest schlechthin. Massenandrang inklusive.
Für Polizeichef Gerhard Kallert steht fest: »Bei vielen Menschen auf engem Raum muss jederzeit mit einer Panikreaktion gerechnet werden«. Auf der Bergkirchweih ist es manchmal so eng, drängeln sich so viele Menschen, dass es für Betrunkene schier unmöglich ist, umzufallen. Zu den Tunneln in Duisburg gibt es aber gravierende Unterschiede, so Kallert.
Zum einen tummeln sich während der Bergkirchweih täglich abends höchstens 35000 Besucher, zum anderen gibt es genügend Platz zum Ausweichen. »Auch wenn die Bergstraße mit sechs Metern Breite und 100 Metern Länge sehr eng ist, können die Besucher nach links oder rechts flüchten«, sagt Kallert. Außerdem gebe es eine Lautsprecheranlage auf dem Gelände der Bergkirchweih. Lautsprecheranlagen, durch die Anweisungen gegeben werden können, »steuern einer Panik entgegen«, so Kallert.
Hinzu kommt, dass die Stadt wegen der Kirchweih ständig im Kontakt mit der Polizei steht und strikt die Sicherheitsvorgaben erfüllt, so Wirtschaftsreferent Konrad Beugel, der auch die Bergkirchweih unter seinen Fittichen hat.
Zahl der Buden reduziert
So wurde heuer aus Gründen der Sicherheit die Zahl der Buden während der zwölftägigen Kirchweih reduziert (die EN berichteten). Auch habe die Stadt den oberen Verbindungsweg über den Kellern befestigt, als die Polizei dies für die Sicherheit als notwendig erachtete. Auch wenn sich auf der Bergkirchweih noch kein größeres Unglück ereignete, gibt Beugel zu Bedenken: »100-prozentige Sicherheit gibt es nicht«.
Manchmal muss die Stadt auch rigoros durchgreifen, um Massenansammlungen auf der Bergkirchweih zu verhindern. So hatte einmal, erzählt Beugel, auf einem Keller die Musik pünktlich aufgehört. Auf einem anderen Keller wurde aber noch weiter musiziert. Also schwappte die Menschenwelle von einem Keller zum anderen. »Damit das kein zweites Mal passiert, haben wir ein saftiges Bußgeld verhängt«, sagt Beugel.
Weil Stadt und Polizei wegen der Sicherheit auf der Bergkirchweih eigentlich immer im Gespräch sind, werden Auffälligkeiten schnell beseitigt. So wird der obere Verbindungsweg weiter ausgebaut. Obwohl das Gelände der Bergkirchweih nicht so offen sei wie bei der Fürther Kirchweih, »gibt es auf dem Berggelände keine hochproblematischen Stellen mehr«, sagt Polizeichef Gerhard Kallert.
Egbert M. Reinhold |