GEORGENSGMÜND - Ein hässliches Nachspiel hat ein Vorbereitungsmatch der Fußballer des TSV Georgensgmünd gegen die TSG 08 Roth II. Nach dem Schlusspfiff schüttete ein Fan dem Schiedsrichter Bier ins Gesicht. Der attackierte Unparteiische hat deshalb Anzeige wegen Körperverletzung und Beleidigung erstattet.
Warum der treue Anhänger des TSV Georgensgmünd, der bei fast jedem Heim- und Auswärtsspiel des Kreisklassisten am Spielfeldrand steht, dermaßen ausrastete, ist den Verantwortlichen der Fußballabteilung ein Rätsel. Bisher ist dieser Fan laut Abteilungsleiter Roland Molter nie unangenehm aufgefallen. Und auch die Vorkommnisse in der Endphase des Testspiels, die wohl den Zorn dieses Zuschauers erregt hatten, seien relativ harmlos gewesen.
Bis zur 90. Minute war die Begegnung auf dem Gmünder Sportplatz, die die Gäste aus Roth durch ein Kontertor kurz vor Schluss mit 2:1 gewannen, fair und ohne Zwischenfälle verlaufen. Erst in der Nachspielzeit gab es eine umstrittene Szene, als ein Gmünder Spieler von einem Gegner ein wenig gehalten wurde und dann im Rother Strafraum zu Boden ging. Vergeblich forderte der Gefoulte einen Elfmeter und sah dann die Rote Karte, als er den Schiri beleidigte.
»Die Rote Karte war absolut berechtigt«, betont Roland Molter. TSV-Trainer Peter Buckel hatte sich den Übeltäter deshalb auch direkt nach dem Vorfall vor versammelter Mannschaft zur Brust genommen. In der Zwischenzeit hatte der 55-jährige Unparteiische das Spiel abgepfiffen und war auf dem Weg zur Kabine, als ihm der Fan aus kürzester Entfernung das Bier ins Gesicht schüttete.
Ob jetzt auch die Staatsanwaltschaft für diese Unsportlichkeit (in übertragenem Sinn) die Rote Karte zückt, hängt von den Ermittlungen ab. Außerdem wird der Vorfall vom Kreissportgericht verhandelt werden. Roland Molter will nun erst die Ergebnisse der Ermittlungen abwarten, bevor der Verein über Sanktionen gegen den Fan entscheidet.aar |