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Club und Österreich warten auf Okotie

Kann der Stürmer erst nächste Woche ins Mannschaftstraining einsteigen?
 Club und Österreich warten auf Okotie
Foto: Zink
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NÜRNBERG - Ob Rubin Okotie am 11. August sein fünftes A-Länderspiel für Österreich bestreiten wird, ist fraglich. Eingeladen hat man den lange verletzten Zugang des 1. FCN jedenfalls.

Und wie er getroffen hat. Mit links, mit rechts, mit dem Kopf, aus der Drehung, im Sprint. Die Nummer 19 von Austria Wien, einfach nicht zu stoppen. Rubin Okotie ist ein Klasse-Stürmer. Oder besser war. Viele Filmchen auf youtube.com sind schon mindestens ein Jahr alt.

Knieverletzung stoppte den Aufstieg

Seitdem ist es ziemlich ruhig geworden um den viermaligen A-Nationalspieler Österreichs. Eine schwere Knieverletzung stoppte seinen programmierten Aufstieg zum Star. Okotie konnte vergangene Saison nur siebenmal mitwirken - letztmals am 30. August, in der entscheidenden Europa-League-Qualifikationspartie gegen Metallurg Donezk.

Okotie hat eine lange Pause hinter sich und somit einiges aufzuholen, doch ist sein Körper die konstant hohe Belastung einer Vorbereitung wohl nicht mehr gewohnt. Wegen beidseitig schmerzender Achillessehnen musste er in den vergangenen Tagen kürzertreten und wird auch noch ein paar Tage brauchen, bis er wieder mit seinen Kollegen üben kann. Dieter Hecking muss sich also noch gedulden. »Okotie wird planmäßig Schritt für Schritt herangeführt«, sagt Sportdirektor Martin Bader. Bloß keine Hektik. Wahrscheinlich erst nächste Woche wird Okotie wieder im Mannschaftskreis auftauchen.

»Schnell und stark«

Einen dynamischen Angreifer vom Typ Okotie in Bestform könnte man jedenfalls prima gebrauchen. Auch gegen Eindhoven (0:1) brachte der Club offensiv nur wenig zustande. Deshalb ruhen viele Hoffnungen auf Okotie, der einem Widersacher dank seiner überragenden Physis auch mal weh tun oder einfach davonlaufen kann. Schon während des ersten Trainingslagers in Bad Wörishofen ließ der ungemein selbstbewusste junge Mann keinerlei Zweifel an seiner außergewöhnlichen Begabung zu. »Ich bin schnell, stark im eins-gegen-eins und stark im Abschluss«, sagte Okotie über Okotie.

Alles schön und gut und wahrscheinlich sogar wahr. Die Frage ist nur: Wie lange wird es dauern, bis Okotie seinen neuen Club in der Bundesliga verstärken kann? Bis zum Start in Mönchengladbach sind es immerhin noch 25 Tage, ab Freitag holt sich der 1. FC Nürnberg für eine Woche in Okoties Heimat (Kaprun) den Feinschliff. Vielleicht eine zusätzliche Motivation für den 23-Jährigen, der auf der Internetseite des österreichischen Fußball-Bundes weiter im Kreis der Nationalmannschaft geführt wird - und, man höre und staune, von seinem Auswahltrainer Dietmar Constantini gestern für den freundschaftlichen Vergleich gegen die Schweiz am 11. August in Klagenfurt nominiert wurde.

Abwarten und Tee trinken ist die Devise

Bei allem Optimismus muss man trotzdem abwarten, wie und vor allem wann sich Okotie zurückmeldet. Ein Restrisiko bleibt, weshalb Hecking ganz froh ist, dass Isaac Boakye noch da ist; den Ghanaer will man in der aktuellen Transferperiode dennoch abgeben. Selbst Okoties langwierige Rekonvaleszenz scheint Boakye, der sich einen Magen-Darm-Virus eingefangen hat, keine Perspektive mehr zu geben am Valznerweiher. Auch Angelos Charisteas soll bekanntlich gehen und darf deshalb nicht mit ins zweite Trainingslager fahren.

Okotie schon, um sich heranzuarbeiten an die Stammelf. Der heutige Test gegen den tschechischen Erstligisten FK Teplice in Hof (18.30 Uhr, Grüne Au) kommt für Okotie aber viel zu früh. Seine ersten Tore für den 1. FC Nürnberg hat er ohnehin schon gemacht. Das 2:0, 3:0 und 8:0 gegen Bellenberg. Immerhin.




Wolfgang Laaß
28.7.2010
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