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Mit dem Tier zur Arbeit

Ein Büroplatz für Kollege Hund

 Ein Büroplatz für Kollege Hund
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Foto: Giulia Iannicelli
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Marley, benannt nach dem legendären Reggae-Musiker Bob Marley, gehört zu den privilegierten Hunden mit Chefbonus. Sein Frauchen, Rosa Maria Fössel, ist in ihrer Boutique »Secondo Nobile« ihr eigener Boss, und keiner kann meckern, wenn sie den mittlerweile 13 Monate alten Rüden mit zur Arbeit nimmt.

Besonders in größeren Firmen sind Tiere am Arbeitsplatz unerwünscht oder ausnahmslos verboten, so wie bei der Stadt Nürnberg mit ihren rund 10 000 Mitarbeitern. Hier erklärt der Betriebsrat explizit, dass unter keinen Umständen ein Auge zugedrückt werde. Auch bei der Sparkasse Nürnberg müssen Mitarbeiterhunde draußen bleiben.

Bei der Datev wiederum gibt es sogar einen Hund mit Dienstausweis – den Führhund einer blinden Kollegin. Darüber hinaus wird es in dem Unternehmen schwierig mit den Vierbeinern. »In unseren Büros gibt es jede Menge Kabel und wenn der Hund versehentlich eines davon herauszieht, dann haben wir ein echtes Problem«, sagt ein Sprecher. Wenn wirklich Not am Mann ist, wollen wir aber nicht päpstlicher sein als der Papst.«

Regina Neumüller vom Personalberatungs- und Zeitarbeitsunternehmen Neumüller sieht in dem Thema »Hund am Arbeitsplatz« ein zweischneidiges Schwert. Sie kennt ein Nürnberger Unternehmen – es hat inzwischen seinen Firmensitz in eine andere Stadt verlegt –, bei dem immer vier oder fünf Hunde in den Geschäftsräumen herumlaufen, ohne dass es irgendjemanden stört. Andererseits gebe es aber auch Mitarbeiter und Kunden, die Hunde – aus welchen Gründen auch immer – ablehnen, und auch darauf müsse Rücksicht genommen werden. »Man muss einen für alle akzeptablen Mittelweg finden.«

Positiv: Vierbeiner in Seniorenheimen

Mit dem Hund zur Arbeit? »In der Verwaltung ja, in der Pflege aber muss sehr sorgfältig abgewogen und ganz individuell entschieden werden«, sagt die stellvertretende Leiterin des »Nürnberg Stift«, Monika Strobel. »Grundsätzlich stehen wir Haustieren in Seniorenheimen positiv gegenüber.«

Auch die NZ-Redaktion hat ein Herz für die Hunde, die nicht allein zu Hause versauern wollen, während Herrchen oder Frauchen am PC sitzen. Die Bernies, Mäx’, Tinas und wie sie alle heißen dürfen spontan mitgebracht werden. Trotzdem hat es bis heute bei der NZ noch keine Hundeinvasion gegeben und man stolpert keineswegs bei jedem Schritt über irgendein Zamperl.

Wer Hundeführer bei der Polizei ist, lebt 24 Stunden mit seinem vierbeinigen Kollegen. Mensch und Hund gehen gemeinsam zum Dienst und arbeiten als Team zusammen. In Mittelfranken gibt es 56 solcher Teams.

Die Hunde sind echte Spezialisten. Sie erschnüffeln Rauschgift und Sprengstoff, sind als Leichensuchhund und Personensuchhund ausgebildet und stellen als Schutzhund Einbrecher. Ihre zweibeinigen Kollegen begegnen ihnen mit gebührendem Respekt, denn alle Polizeihunde haben eine starke Persönlichkeit und gehorchen ausschließlich ihrem Hundeführer.

Obwohl auch die Blindenhunde dafür ausgebildet sind, ihren Menschen in die Arbeit zu begleiten, tun das laut Bayerischem Blinden- und Sehbehindertenbund in Nürnberg derzeit nur zwei der insgesamt 35 Tiere. Warum? Weil ihre Herrchen und Frauchen keine Anstellung finden.

In der Hundeboutique »Peggy Bell & Friends« arbeiten Mensch und Tier ebenfalls Hand in Pfote. Die beiden eleganten Greyhounds Manolita und Diego verstehen es meisterlich, ihre Artgenossen davon zu überzeugen, dass es nirgendwo bessere Leckerlis und schöneres Spielzeug gibt als hier. Und das wiederum kurbelt das Geschäft ihrer Menschen an.

Hunde sind gut für das Betriebsklima

Wissenschaftlichen Studien zufolge sind Hunde gut für das allgemeine Betriebsklima. Deshalb rief der Deutsche Tierschutzbund am 24. Juni  seinen inzwischen dritten »tierischen Schnuppertag« aus. Hundebesitzer sollten dabei die Möglichkeit erhalten, ihre Hunde für einen Tag lang mit an den Arbeitsplatz zu bringen, um Bedenken und Berührungsängste abzubauen. Bundesweit beteiligten sich mehr als tausend Firmen am »Kollege Hund«-Aktionstag.

Uschi Assfalg
28.7.2010
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