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ROTH - Die Ära von Günter Gerling als Leiter der Realschule Roth geht nach sechs ereignisreichen Jahren dem Ende entgegen. Gestern wurde der Pädagoge offiziell in den Ruhestand verabschiedet.
Landrat Herbert Eckstein sprach von »sechs goldenen Jahren für die Realschule Roth«, aber auch vom »teuersten Schulleiter« aller Zeiten im Landkreis. 8,5 Millionen Euro habe der Kreis während Gerlings Amtsjahren für den Um- und den Erweiterungsbau der Schule ausgegeben. Dass es während der Bauphase, die während der Unterrichtszeit durchgeführt werden musste, keine Beschwerde gegeben habe, sei ungewöhnlich und auf ein umsichtiges Planungskonzept zurückzuführen, für das Günter Gerling die Verantwortung getragen habe.
Gerling habe Grenzpfähle gesetzt und Freiräume gegeben, er habe die Schule durch die schwierige Bauphase ebenso geführt wie durch die Schulreform und die gestiegene Anzahl an Lehrkräften in der Seminarschule, sagte Eckstein.
»Sie haben der Schule an verantwortlicher Stellung ein ausgezeichnetes Image verpasst«, würdigte Ministerialbeauftragter Josef Lobenhofer den gebürtigen Nürnberger, der auch über eine Trainer A-Lizenz verfügt und zeitweise sowohl als Trainer für den 1.FCN als auch für Greuther Fürth tätig war. Dann kehrte er in den Schuldienst zurück und wurde 2004 Schulleiter an der Wilhelm-von-Stieber Realschule Roth. Heute ist Gerling noch Vizepräsident der SpVgg Greuther Fürth. Als Schulleiter in Roth sei es Gerling gelungen, seine Schüler zu besonderer Leistungsfähigkeit zu motivieren, was sich »in einer hohen Bestehungsquote niederschlägt« und auch die Übertrittsquote mit 40 Prozent sei sehr hoch. Die Realschule Roth sei vielseitig aufgestellt und habe bislang fünf Mal den Titel Umweltschule Europa erhalten.
Von einem, der die Schule »aufgepeppt hat«, schwärmte Schulsprecherin Anna Eisner. »Sein energisches Auftreten hat uns vom ersten Tag an Respekt abgenötigt«, sagte die Schulsprecherin mit einem charmanten Lächeln. Elternbeiratsvorsitzender Detlef Gsänger sprach von einer angenehmen und konstruktiven Zusammenarbeit mit der Schulleitung, die sehr zu dem vorherrschenden positiven Klima beigetragen hätte.
Von »sechs ereignisreichen Jahren« sprach Personalrat Peter Wolfsberger. An die temperamentvolle, rustikale und spontane Art Gerlings hätten sich die Lehrer erst gewöhnen müssen. Er habe neue Strukturen geschaffen, die Verantwortlichkeiten auf mehrere Schultern verteilt und die Arbeitsbedingungen insgesamt verbessert.
Konrektor Jens Knaudt bezeichnete seinen Chef als Sportler und Lehrer mit Herzblut, als einen, der stets das Wohl der Kinder und Jugendlichen im Blick gehabt hätte und versuchte habe, sie in der Persönlichkeitsbildung zu stärken. Bei all seinen Entscheidungen »hatte er stets klare Vorstellungen und das nötige Durchsetzungsvermögen«. Daneben hätte er sich jedoch auch viel Zeit für Gespräche genommen. Gerling habe viele Spuren gesetzt und für ein facettenreiches Schulleben gesorgt. Wie das aussieht, wurde den Ehrengästen mit verschiedenen Darbietungen der Schüler vor Augen geführt.
»Ich habe mich hier immer wohl gefühlt«, dankte Gerling allen Wegbegleitern und klärte auf, warum er jeden Morgen persönlich durchs Schulhaus ging und alle Klassenzimmer aufsperrt. »Als der Neubau fertig war, wollte ich die Aufsichten neu regeln und hatte deshalb mit dem Personalrat einen Disput. Dann sperrte ich selbst jeden Morgen die Klassenzimmer auf«, sagte er und sprach von seiner »besten Niederlage«. Dank sagte er dem Engagement seiner Lehrer. Gemeinsam sei es gelungen, die Profilbildung zu intensivieren. Auch an seine Nachfolgerin Anita Müller gerichtet war am Ende die Aussage »Unsere Schüler sind ok«.dg |