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Förderbescheid übergeben

 Förderbescheid übergeben
WEISSENBURG/TREUCHTLINGEN (mau) – Wirtschaftsstaatssekretärin Katja Hessel hat nun im Treuchtlinger Stadtschloss den offiziellen Förderbescheid für das Regionalmanagament im Landkreis überreicht. Dass sich Landrat Franz Xaver Uhl (CSU) über dieses Schreiben und den Besuch der FDP-Politikerin sehr freute, ist einfach zu erklären: Der Besuch spülte 210 000 Euro in die Landkreiskasse.
Kein Wunder also, dass Uhl in aufgeräumter Stimmung war und mit der Staatssekretärin herumflachste, dass die eigentlich wichtigste Person des Tages Dr. Eugen Ehmann, der Vizepräsident der Regierung von Mittelfranken, sei. »Der hat ja den Scheck.» Doch die Nürnbergerin konterte gelassen: »Den habe ich ihm schon abgenommen.» Was Uhl wieder zu der Bemerkung verleitete: »So sind sie, unsere Frauen.»
Das Geld wird für das Personal im Regionalmanagement verwendet. Das Landkreisentwicklungsteam um Dieter Popp ist seit einigen Monaten komplett und ist nun in neue Räume in
der Jahnstraße in Weißenburg umgezogen (wir berichteten). Durch diese Zusammenlegung in ein Großraumbüro soll die neunköpfige Mannschaft effizienter arbeiten können. Im Landratsamt waren die Büros auf mehrere Etagen verteilt und beengt. Die Auslagerung ist auch mit Blick in die Zukunft sinnvoll. Denn wenn die Förderung ausläuft, steht eine Umwandlung der bisherigen Abteilung der Kreisverwaltung in eine GmbH oder in eine andere Rechtsform im Raum, wie Uhl nun in Treuchtlingen erneut anklingen ließ.
Landkreisentwicklung und Regionalmanagement sind zwei Begriffe, die häufig synonym gebraucht werden, stellte Uhl vor rund fünf Dutzend geladenen Gästen, die sich allesamt in den bisherigen Prozess eingebracht haben, fest. Und beide sind auch eng miteinander verwoben. Dabei ist genau genommen das Regionalmanagement nur ein Teil der Landkreisentwicklung.
»Keine Impulse von außen»
Neben Regionalmanager Dieter Popp gehören zu dieser Abteilung noch Carolin Tischner und Ines Hausmann. Mit im Büro in der Jahnstraße sitzen zudem Irene Wiedemann und Dietmar Haß, die für den Bereich Tourismus zuständig sind, die Wirtschaftsförderung mit Sabine Unterlandstaettner und Armin Handl, Carola Simm (Kreisfachberaterin für Gartenbau und Landschaftspflege) sowie Assistentin Regina Bickel. Für dreieinhalb Stellen fließt nun die Förderung des Wirtschaftsministeriums, die übrigen viereinhalb muss der Landkreis alleine stemmen.
Die Ausgangslage für Weißenburg-Gunzenhausen sei nicht rosig gewe-
sen, stellte Franz Xaver Uhl, der seit Mai 2008 im Amt ist, fest. Der Landkreis hat eine »ausgeprägte wirtschaftliche Strukturschwäche», und »Entwicklungsimpulse von außen» gibt es kaum. Deshalb war klar: »Der Landkreis muss sich selbst helfen.»
Unter dieser Prämisse hat Uhl den Regionalmanagementprozess Ende 2008 in Gang gesetzt. Basis war das Leitbild, das im Vorfeld die Industrie- und Handelskammer für Westmittelfranken erarbeitet hatte. Mehrere Arbeitsgruppen haben viele Ideen entwickelt, aus denen schließlich das Handlungskonzept für den Landkreis entstand. Seit April dieses Jahres hat dessen Umsetzungsphase begonnen. Damit begann auch die Förderung
aus München. Dass es so lange dauerte, bis Katja Hessel nun den Förderbescheid überreicht hat, habe nicht
an ihr gelegen, sondern am vollen Terminkalender des Landrats. »Das
ist wirklich schwierig, mit Ihnen einen gemeinsamen Termin hinzubekommen», sagte die 38-Jährige mit einem Augenzwinkern.
Beispielhaft griff sie in ihrer Rede den Fern-Radwanderweg als Ergebnis des Regionalmanagement-Prozesses heraus, der in Zusammenarbeit mit dem Fränkischen Seenland auf den Weg gebracht wurde. Sie erhofft sich damit eine gewisse Verlängerung für die Tourismussaison. Das Fränkische Seenland sei immerhin ein »Tourismusmagnet», wenngleich das in München und Umgebung noch längst nicht überall angekommen sei. Erst dieser Tage habe sie einem Journalisten in München erklärt, wo Weißenburg eigentlich liege und welch schöne Urlaubsregion das südliche Mittelfranken mit dem Seenland einerseits und dem Naturpark Altmühltal andererseits darstellt.
Keineswegs der Letzte
Katja Hessel stellte fest, dass Weißenburg-Gunzenhausen die 37. Regionalmanagement-Initiative in Bayern gestartet hat. In Mittelfranken hat der Hesselbergraum bereits vor über zehn Jaren die Vorreiterrolle eingenommen, sagte Regierungsvize Ehmann. Vor gut einem Jahr kam der Landkreis Erlangen-Höchstadt hinzu. Dann folgte mit dem offiziellen Starttermin 1. April 2010 auch schon Weißenburg-Gunzenhausen, dicht gefolgt von Roth einen Monat später. Die Kreise Nürnberger Land, Fürth und Neustadt/Aisch-Bad Windsheim befinden sich in der Vorbereitungsphase. Der Regierungsvizepräsident erhofft sich »eine potenzierende Wirklung», wenn das gesamte Mittelfranken über das Regionalmanagement versucht, sich besser zu positionieren und zu vermarkten. Lob sprach Ehmann dem hiesigen Landkreis aus, weil die Aufgabe »von Anfang an zielorientiert und mit breiter Unterstützung der Bevölkerung» angegangen wurde.
Auch Klaus Fackler, Treuchtlingens dritter Bürgermeister, lobte in seinem Grußwort als Hausherr im Stadtschloss die »Aufbruchstimmung» in der Bevölkerung, die durch Uhls Initiative entstand. »Die Menschen sind bereit mitzugehen», freute er sich. Und wie groß die Übereinstimmung über sämtliche Parteigrenzen in dieser Frage sei, zeige die Tatsache, dass eine FDP-Staatssekretärin den Förderbescheid an einen CSU-Landrat in einer von einem SPD-Bürgermeister regierten Stadt überreiche. Wobei der SPD-Mann sich auch noch durch seinen Freie-Wähler-Stellvertreter repräsentieren ließ.
30.7.2010 15:49 MEZ
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