 |
| Bitte Bild anklicken! |
|
ZIRNDORF — Die alten Gemäuer auf dem früheren Kasernengelände werden bereits seit Wochen geschleift, um den Baugrund zu ebnen. Jetzt sind auch die genehmigungsrechtlichen Voraussetzungen für die Vermarktung und Besiedlung des Pinder-Parks geschaffen. Gegen drei Stimmen aus der CSU hat der Stadtrat den Bebauungsplan für das Wohn- und Gewerbegebiet westlich der Innenstadt als Satzung verabschiedet.
Erneut öffentlich ausgelegt wird dagegen der Plan für die Haupterschließungsachse, die Westspange. Gravierende Einwände meldeten erneut die Stadt Oberasbach und der örtliche Bund Naturschutz sowie die BN-Kreisgruppe an. Sie richten sich vor allem gegen die Erschließung des 16 Hektar großen Stadtteils mittels Westspange über den Bibertgrund. Zudem wirft die Stadt Oberasbach Zirndorf vor, das Abstimmungsgebot benachbarter Gemeinden nicht befolgt zu haben.
Auswirkungen ignoriert
Die Auswirkungen auf das Stadtgebiet von Oberasbach, speziell die mögliche Verkehrszunahme auf der Rothenburger Straße durch die Westspange, die die Rothenburger Straße mit dem Pinder-Park und der Banderbacher Straße verbinden soll, würden ignoriert.
Einwände, die die Zirndorfer Verwaltung nicht gelten lässt. Die Auswirkung auf die Stadt Oberasbach sei auf eine Mehrbelastung der Staatsstraße 2245 mit Individualverkehr beschränkt. Zudem seien auch weniger als die ursprünglich anzusetzenden Verkehrszahlen zu erwarten, da die Westspange nicht, wie anfangs geplant, von der Rothenburger bis zur Paul-Metz-Straße durchgezogen wird, sondern auf Höhe der Banderbacher Straße (FÜ 19) endet, argumentiert man im Rathaus Zirndorfs. Nach wie vor fehle ein überörtliches Verkehrskonzept für den westlichen Ballungsraum Nürnberg-Fürth, das den Bedarf für eine Westspange überhaupt belegen würde, halten die BN-Kritiker der Stadt vor. Befürchtet werden negative Auswirkungen auf das Landschaftsbild - immerhin wird das Biberttal von einer 230 Meter langen Talbrücke zerschnitten, im Banderbachtal wird ein Straßendamm aufgeschüttet.
Die Belange des Arten- und Biotopschutzes sehen die Naturschützer nicht berücksichtigt. Schon angesichts der Tatsache, dass allein sechs amtlich kartierte Biotope ganz oder teils zerstört werden, könne von einer Umweltverträglichkeit nicht gesprochen werden, meint die BN-Ortsgruppe. Die entsprechende Prüfung des Brückenbau-Projekts entspricht nach ihrer Ansicht nicht einmal den Mindeststandards.
Nur einige von etlichen Einwänden, die die Vorlage der Verwaltung auflistete. In der öffentlichen Sitzung kamen sie jedoch nicht mehr zur Sprache. Die Details waren intern bereits mit den Fraktionen vorberaten worden. Lediglich die Kritik am fehlenden großräumigen Verkehrskonzept und an den Nachteilen für das Landschaftsbild, die Grünen-Stadträtin Kerstin Führes als Hauptargumente für ihr und Wolfram Schaas Nein zur Westspange angab, nahm Bürgermeister Gert Kohl zum Anlass, gegenzuhalten.
Wären hier umfangreichere Untersuchungen nötig, so Kohl, hätten Landratsamt und Regierung von Mittelfranken diese längst gefordert. Stattdessen sei die Regierung noch immer der Auffassung, dass es sich bei der Westspange um eine rein örtliche Angelegenheit handle, die weder ein Planfeststellungs- noch ein Raumordnungsverfahren erfordere. Die Auswirkungen auf den überörtlichen Verkehr seien als eher marginal zu werten.
Das Projekt wird in rein lokalem Bezug gesehen, und da gibt es seit vier Jahren ein Verkehrskonzept, das auch den Außenbereich betrachtet und diese Westspange berücksichtigt. Trotzdem empfahl die Verwaltung dem Stadtrat, den Bebauungsplan für die Westspange erneut und damit zum dritten Mal auszulegen: Den Anstoß dafür gaben allerdings Anregungen, das Geh- und Radwegenetz zu überarbeiten sowie größere Ausgleichsflächen vorzusehen, wie sie der BN etwa an der Banderbacher Straße gefordert hatte.
SABINE DIETZ |