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FORCHHEIM (bb) — Die Fußball-Abteilung des ältesten Sportvereins im Landkreis, die des VfB 1861, schien vor zwei Jahren vor dem Aus zu stehen. 24 Spieler verließen 2002 den Verein mit dem Absturz in die unterste Klasse.
Ganze fünf Spieler blieben für den Neuaufbau unter Trainer Uwe Späth. Und schon zwei Jahre später hat sich der VfB 1861 wie Phönix aus der Asche zurückgemeldet. Als Vizemeister der A-Klasse Nord kehrt die Fußballmannschaft zurück in die Kreisklasse, der sie zuvor seit 1993 angehört hatte. Mehr noch: Auch die Reserve holte sich die Vizemeisterschaft ihrer Punkterunde.
Was Wunder, dass sich Ulli Welz, der seit 26 Jahren Fußball-Abteilungsleiter des VfB ist und schon länger ans Kürzertreten denkt, derzeit zufrieden zurücklehnt. Der Forchheimer Traditionsverein ist zurück auf der Fußballbühne im Spielkreis und das nicht einmal mit schlechten Karten.
Ohne große Verstärkungen ist dem inzwischen im vierten Jahr beim VfB tätigen Trainer Uwe Späth vor der Saison in der Kreisklasse Mitte nicht bange. Wir werden im oberen Drittel mithalten, ist Späth überzeugt. Denn er siedelt seinen Kader eher unter den spielenden Teams, die nicht nur vom Einsatz leben. In der Kreisklasse wird doch mehr gespielt, in der A-Liga eher gekämpft, sagt er über die künftige Anforderung. Seine Männer müssen in der Kreisklasse nur eines besser machen: Das Tor treffen. Spielerisch können wir mithalten, sagt der frühere Bayernliga-Spieler Späth.
Doch an der Person Späth allein lässt sich der neue Höhenflug der alten Dame VfB nicht festmachen. Als 2002 der völlige Absturz drohte, krempelten Urgewächse der 1861er die Ärmel hoch, wie Ulli Welz heute mit Befriedigung sagt. Da war ein Jürgen Schnell, der als Spielleiter in die Verantwortung ging. Da ließ sich Christian Horny als Finanzmann vom tiefen Fall und den Spieler-Verlusten nicht schrecken.
Nur der Einsatz zählt
Von den alten Herren hielten manche noch weit jenseits der 40 aus, um überhaupt noch ein Team auf den Platz schicken zu können. Und dabei blieb man immer dem Leitsatz treu, möglichst ohne gekaufte Spieler einen Neuanfang zu machen.
Mit Erfolg: Die überwiegende Zahl der Spieler, die in der nächsten Saison für den VfB auflaufen werden, sind auch VfB-Gewächse, wie Ulli Welz voller Stolz unterstreicht. Und aus den einst zerstrittenen VfB-Fußballern ist schon in der letzten Saison wieder ein verschworener Haufen geworden, wie Trainer Späth unterstreicht. Wie weit das beim VfB mit dem Eingeschworrensein auf seinen Verein gehen kann, macht Ulli Welz an der Person Jupp Drummer fest: Mit 75 Jahren hat der letzte Saison alle VfB-Reservespiele aus Schiri geleitet und war dabei mehr auf Ballhöhe als mancher Spieler.
Und dabei soll es nach Ulli Welz auch bleiben. Mannschaft ohne Stars, lautet das Motto. Für die neue Kreisklassen-Saison bekommt der Kader nach der Verpflichtung von Marek Nowak schon in der Winterpause und der Heimkehrer Christoph Stöhr und Tobias Friedrich nur junge Spieler dazu.
Peter Trummer ist 18, kommt aus der JFG Franken, in die der Jahn und der VfB ihre Jugendarbeit zusammengeworfen haben, und kickt schon wie der aus Gosberg gekommene Frank Neuhaus seit der Winterpause für seinen Stammverein. Ebenfalls von den Franken stößt nun Christian Schmitt zum Kader. Und als einzigen Auswärtigen hat man den 20 Jahre alten Christian Herrnsdorfer (Hausen) geholt.
Dazu kommt als Urgewächs der inzwischen 45 Jahre alte Günter Olschewski: Er wird in der neuen Saison an der Seite von Uwe Späth die VfB-Truppe von der Trainerbank aus führen. Späth sieht darin kein Beschneiden seiner Kompetenzen. Ich bin an der Seitenlinie oft sehr impulsiv, da kommt Olschis Besonnenheit gerade richtig. |