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SPORT - FORCHHEIM UND UMLAND  

Zwischen Siegern, Party und Erzählungen

Die neunte Auflage des „QuattFo“ auf der neugestalteten Sportinsel zieht die Massen in seinen Bann
 Zwischen Siegern, Party und Erzählungen
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FORCHHEIM — Wenn einer eine Reise tut, dann hat er viel zu erzählen. Richtig erlebnisreiche Geschichten können reiselustige Teilnehmer des längst legendären Forchheimer Quattroball- Turnier auf der neugestalteten Sportinsel mit nach Hause nehmen.

Wie alle Jahre hatten Veranstalter Thomas Horak und seine Mitstreiter keinerlei Probleme, das Teilnehmerfeld von 64 Mannschaften zu füllen. Allerdings nur bis kurz vor Turnierbeginn. Häppchenweise reihen sich Ab- und neue Zusagen aneinander. Letztlich muss aber nur das geplante Blind-Date-Team wegen Teilnehmermangels passen. Aber auch trotz dieses kleinen Handicaps ist es ein munteres Treiben, das der interessierte Zuschauer und der aktive Sportler dort beobachten kann. Bunt gemischte Farben, witzige Kostüme und vor allem einen Haufen gut gelaunter, sonnengebräunter Jünglinge. Die sind aber nicht nur wegen des sportlichen Wertes der Kultveranstaltung hier. Auch der gemütliche Teil hat seinen Platz. So heizt die Forchheimer Formation „SLP“ den vom Basket-, Fuß-, Volley- und Handball gezeichneten Teilnehmern am Samstagabend im Festzelt ein.

Der wahre Spaßfaktor

Und da spiegelt sich der wahre Spaßfaktor des Turniers wider. Als kurz nach dem Einbruch der Nacht ein vehementer Regenschauer über die ansonsten sonnengeplagten Sportler herniederprasselt, ist binnen kürzester Zeit die Bühne in das Festzeltinnere verlagert und die fünfte Disziplin des Wochenendes, das Stemmen von Halbliterkrügen und kleineren Flaschen — gemeinhin bekannt als „Kurze“, kann in seine nächste Runde gehen.

Aber alles in Maßen. In Massen sieht man die sportlich aktiven Akteure eher an den Flaschenhälsen von Mineralwasser, isotonischen Getränken und Säften. Schließlich soll das Partywochenende ohne größere Verschleißerscheinungen beendet werden - und bei der gleißenden Hitze ist das gar nicht einmal so einfach.

Was das anging, zeigen sich Horak und Co. als äußerst einfallsreich: Zwischen Basketball- und Volleyballplätzen eingebettet verrichtet eine Sprinkleranlage ihren Dienst. Unbeeindruckt von dem Spektakel, das mehrere tausend Leute auf dem weitläufigen Gelände veranstalten, liefert sie stundenlang ein kühles Nass als willkommene Abwechslung und Abkühlung.

Effektives Kühlinstrument

Nicht nur für die Kinder ein witziger und effektiver Einfall. Auch die Sportler — hier tun sich die nicht mehr ganz nüchternen, aber immer noch munter singenden Mitstreiter von „Schnürsenkel & Ananas“ (übrigens auch sportlich mit guten Werten) besonders hervor, genießen das eiskalte Wasser.

Während die „Schnürsenkel & Ananas“ sich längst dem gemütlichen Teil der Veranstaltung zuwenden, geht es auf den Courts immer noch munter um Punkte, Tore und Körbe. Die Kunst, ein solches Turnier - übrigens hervorragend organisiert und ohne nennenswerte Zwischenfälle abgelaufen - nicht nur des Spaßes wegen, sondern auch erfolgreich zu bestreiten, beherrschen die Jungs und Mädels (jedes Team muss zwei weibliche Mitstreiterinnen auf dem Feld haben) von „CD & Co“. perfekt.

Bereits in den beiden letzten Jahren gewannen sie. Und auch beim diesjährigen Cup hatten sie die Nase vorne. Die Mannschaft um die beiden ehemaligen Bundesligabasketballer Bibbo Dobrzanski und Vasco Lorber sowie den inzwischen in Wattenscheid beheimateten langjährigen Bayernligakicker Rüdiger Folz (unter anderem bei Jahn Forchheim) setzte seine Kräfte effektiv ein. Nur hauchdünn gewannen sie vor „Engels Engelchen“. Und kurioserweise hätten sie ausgerechnet in ihrer Paradedisziplin Basketball den Titel fast verloren. Im Schlussspurt gelingt dann doch ein knapper 22:20-Sieg.

1400 Euro gespendet

Doch nicht nur auf dem Feld gibt es Sieger. In einer vorbildlichen Art und Weise stellen die Veranstalter eine Spendenaktion auf die Beine, die 1400 Euro für die Forchheimer Organisation „Brückla“ und ein Traumabett im Bamberger Klinikum einbringt.

Man kann viel erzählen, wenn man nach der neunte Auflage des „QuattFO“ nach Hause fährt. Egal ob nur einige Kilometer oder eine ganze Ecke. Frag nach bei einem Teilnehmer aus Minden (Niedersachsen). Der schläft am Sonntagnachmittag gemütlich in seinem Auto - über die Gründe darf spekuliert werden. Aber seine Mitstreiter werden ihm die Geschichte auf dem Heimweg erzählen. Weiß ja daheim kein Mensch, was wirklich ablief.

ANDREAS BÄR (TEXT) UND EDGAR PFROGNER (BILD)
19.7.2004
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