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„Ich wollte das Leben im Regenwald kennen lernen“

Krankenpfleger Roland Zeh unterstützt venezolanische Piaroa-Indianer beim Bau eines Museums — Spender gesucht
 „Ich wollte das Leben im Regenwald kennen lernen“
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Seit vielen Jahren bereist der Nürnberger Krankenpfleger Roland Zeh Venezuela. Sein besonderes Interesse gilt den ansässigen Regenwald-Indianern. Zusammen mit dem dort lebenden deutschen Auswanderer Mario Vogt hat er es sich zur Aufgabe gemacht, sie bei der Sicherung ihres Lebensraumes und ihrer Selbstständigkeit zu unterstützen. Mit der privaten Initiative Zeko-Venezuela sollen verschiedene Aktionen zu Gunsten der Indianer finanziert werden. Das erste Projekt läuft seit Sommer 2004: Ein Museum für den Stamm der Piaroa.

Wie kam es zur Gründung von Zeko-Venezuela?

Zeh: Auf einer meiner ersten Reisen erlebte ich, wie die Indianer durch venezolanische Reiseveranstalter ausgebeutet wurden. Für geringen Lohn arbeiteten sie als Angestellte der Hotels und zur Unterhaltung der Touristen. Doch ich wollte das echte Leben im Regenwald kennen lernen. Zeko-Venezuela soll Projekte der Indianer finanzieren, mit deren Hilfe sie selbstständig und unabhängig Geld verdienen können.

Ihr erstes Projekt soll das Indianervolk der Piaroa beim Bau eines Museums unterstützen.

Zeh: Dafür errichten die Indianer eine traditionelle Hütte, die nur mit Materialien aus dem Wald gebaut wird. Auch sie selbst leben in solchen Hütten. Zeko- Venezuela bezahlt sämtliche anderen Ausgaben, wie zum Beispiel Strom, Beleuchtung und Wegweiser. Des Weiteren soll nach der Fertigstellung ein Funkgerät übergeben werden, damit Kontakt zu anderen Dörfern oder Reiseveranstaltern aufgenommen werden kann.

Waren die Indianer begeistert über Ihr Auftauchen?

Zeh: Zuerst konnten sie nicht glauben, dass sich jemand für ihre Sache einsetzt. Erst nach einer Bedenkzeit entschlossen sie sich, mit unserer Hilfe ein Museum zu bauen.

Was wird ausgestellt?

Zeh: Jagdutensilien und Masken, also Dinge, welche die Dorfgemeinschaft früher genutzt hat. Ein Großteil ging durch die Missionierung verloren, deshalb werden auch einige Gegenstände nachgebaut. Die Touristen und die Nachkommen der Indianer können dann zumindest erahnen, welche kulturellen Schätze inzwischen verschwunden sind.

Sehen Sie die Gefahr, dass durch das Museum auch die Piaroa Opfer des Massentourismus werden?

Zeh: So lange sie ihre eigenen Chefs sind, können die Touristen kommen, die Indianer verdienen ja damit.

Die Spenden für das Projekt haben sie in ihrem Bekanntenkreis gesammelt?

Zeh: Das meiste kommt von mir persönlich. Ich hab mit dem Rauchen aufgehört und teilweise aufs Autofahren verzichtet. Das Geld, das ich hier einspare, gebe ich den Indianern. Die anderen Gelder kommen aus meinem Kollegen- und Bekanntenkreis. Insgesamt sind bereits 1000 Euro zusammen.

Wie weit ist der Bau des Museums inzwischen fortgeschritten?

Zeh: Es heißt, dass sie jetzt, also im Januar, anfangen wollen. Vorher ging es nicht, da sie ihr Holz nach dem Stand des Mondes schlagen.

Und wenn es nicht klappt?

Zeh: Das Geld liegt sicher. Wenn sie nicht anfangen, gibt’s nichts. Entweder versuchen wir, dieses Projekt dann in einem anderen Dorf umzusetzen oder geben das Geld weiter für ein Krankenhaus, das zur Zeit in der Nähe gebaut wird.

Wie geht es weiter mit Zeko-Venezuela?

Zeh: Mein größter Traum wäre, ein anerkannter Verein zu werden. Dazu suche ich Leute, die meine Idee gut finden und mich bei weiteren Projekten unterstützen. 

Interview: DANIELA RAMSAUER

Kontakt und weitere Informationen im Internet unter www.zeko- venezuela.de
26.1.2005
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