ZIRNDORF — Mit einer Petition an den Landtag wollen die grünen Stadträte Wolfram Schaa (Zirndorf) und Norbert Schikora (Oberasbach) im letzten Moment doch noch verhindern, dass die Zirndorfer Westspange gebaut wird.
In ihrer Petition, die von den Freien Wählern und der FDP in Oberasbach unterstützt wird, drängen die beiden Politiker darauf, das auf mehr als sieben Millionen Euro veranschlagte Gesamtprojekt auf seine Notwendigkeit, seine Zuschussfähigkeit sowie das Kosten-Nutzen-Verhältnis hin zu untersuchen und die staatlichen Mittel gegebenenfalls einzufrieren.
Mit der Westspange soll Zirndorfs Innenstadt ebenso wie der Ortsteil Leichendorf vom Verkehr entlastet und das 16 Hektar große, neue Wohn- und Gewerbegebiet im Pinderareal erschlossen werden. Die zweispurige Umgehung würde bei Leichendorf von der Rothenburger Straße, die von Oberasbach-Altenberg hinaus führt zum Playmobil-FunPark, abzweigen und im Norden in die Banderbacher Straße münden.
Die Westspange ist im Grunde beschlossene Sache, alle Details sind schon geklärt: Weil die Stadt Zirndorf die Straße will, bezahlt sie sie, obwohl es sich um eine Kreisstraße handelt, der Landkreis formal Baulastträger ist und als solcher die Förderanträge stellen muss. Zurzeit wird die Ausschreibung der Bauarbeiten vorbereitet, das Landratsamt beantragt in Kürze die Fördermittel.
Dass diese Gelder fließen, wollen die Grünen nun aber verhindern. Denn sie befürchten, dass die Westspange erhebliche Probleme nach sich zieht. Nach Schaas und Schikoras Überzeugung brächte sie noch mehr Autos auf die ohnehin schon pausenlos befahrene Rothenburger Straße. Deren Entlastung würde somit verhindert, argumentieren die beiden Grünen, eine denkbare Reaktivierung der parallel zur Rothenburger Straße verlaufenden Bibertbahntrasse zumindest behindert.
Aus Sicht von Schaa und Schikora ist das Straßenbauvorhaben überdimensioniert. Die Parteifreunde nennen es weit überzogen. Sie meinen nämlich, dass bei weitem nicht so viele Autofahrer den Pinderpark ansteuern werden, wie ursprünglich angenommen. Zur Begründung verweisen sie darauf, dass sich in dem von einst fünf auf nunmehr dreieinhalb Hektar verkleinerten Gewerbegebiet entgegen früherer Planungen kein Baumarkt ansiedeln wird. Neue Voraussetzungen, finden Schaa und Schikora, die der Landtag bei der Verteilung staatlicher Fördergelder zu bedenken habe.
Ein Bürgerbegehren?
Schaa betrachtet die Petition als vorletzte Chance, das Projekt zu Fall zu bringen. Wenn wir damit nicht durchkommen, wäre zu überlegen, ob wir ein Bürgerbegehren anstrengen. Die Westspange ist für Schaa verkehrspolitisches Stückwerk. Er fordert ein übergreifendes Konzept, das die Problematik Rothenburger Straße nicht unter den Tisch fallen lässt. Bleibt abzuwarten, was die Abgeordneten im Maximilianeum meinen. Zirndorfs Bürgermeister Gert Kohl (SPD) jedenfalls schreckt die Petition nicht. Es gibt halt immer Menschen, die anderen Menschen Arbeit machen, so sein achselzuckender Kommentar. Er jedenfalls hält es für höchst unwahrscheinlich, dass sich die Grünen durchsetzen werden. Und er hofft, dass noch heuer die Bagger auffahren.
BIRGIT DACHLAUER |