FÜRTH Land — Die Grünen wie auch die Interessengemeinschaft Bibertbahn (IGBB) haben erhebliche Zweifel daran, dass jemals eine U-Bahn in den Landkreis Fürth führen wird.
Die von Nürnbergs Oberbürgermeister Ulrich Maly (SPD) erst kürzlich wieder in Aussicht gestellte Fortführung der U-Bahn-Linie 3 sei in absehbarer Zeit nicht realisier- und finanzierbar. Es könne keine Rede davon sein, dass die U-Bahn in den Fürther Landkreis vor der Tür stünde, heißt es in einer Pressemitteilung des Kreisverbands von Bündnis 90/Die Grünen.
Immer noch sind die Fragen unbeantwortet, ob diese U-Bahn finanzierbar ist, wann sie realisiert werden kann und in welcher Höhe die Betriebskosten den Landkreis Fürth, Oberasbach und Zirndorf jährlich belasten, so der Oberasbacher Grünen-Stadtrat Norbert Schikora.
Presseberichten zufolge hat der Nürnberger OB einer Weiterführung der U 3 nach Oberasbach und Zirndorf große Chancen eingeräumt. Sie würde 130 Millionen Euro kosten, meinte Maly demnach. 30 Millionen davon entfielen Landrätin Gabriele Pauli (CSU) zufolge insgesamt auf Zirndorf, Oberasbach und den Landkreis.
Belastung nicht zu stemmen?
Dass diese eine solche Belastung stemmen könnten, bezweifelt Wolfram Schaa, grüner Stadtrat aus Zirndorf. Schließlich würden momentan die Takte der Buslinien aus finanzpolitischen Gründen noch weiter reduziert. Da sei doch kaum davon auszugehen, dass sich die klammen Finanzen des Landkreises und der Kommunen mittelfristig umfassend ändern.
Auch auf Nürnberger Boden dürfte schon aus finanziellen Gründen so schnell nichts vorangehen, ist die Meinung der Grünen. Das sieht Dieter Beck, zweiter Vorsitzender der IGBB, genauso: Wir haben Informationen aus dem Nürnberger Rathaus, wonach die Noris dieses Projekt niemals finanzieren könnte.
Die IGBB will die in den 90er Jahren stillgelegte Bibertbärbel wieder beleben und sie teils auf der alten Trasse vom Nürnberger Hauptbahnhof über den Bahnhof Stein (Gebersdorf) und Fürth-Süd nach Zirndorf-Leichendorf (Playmobil-FunPark) fahren lassen.
In weiteren Ausbaustufen könnte sich die Bibertbahn verzweigen. Angedacht ist eine Fortführung im Bibertgrund bis Großhabersdorf und eine Anbindung an die Rangaubahn (Höhe Kneippallee) über die geplante Zirndorfer Westumgehung.
Bibertbahn bis Leichendorf
Wir bräuchten nicht einmal zehn Millionen Euro, so Beck, dann fährt die Bibertbahn bis Leichendorf. An Folgekosten für Wartung und Instandhaltung fielen bei dieser günstigen Alternative zum Mammutprojekt U-Bahn pro Jahr nicht mehr als 600 000 Euro an.
Die Landrätin aber pocht auf einen Grundsatzbeschluss des Kreistags, der sich im Jahr 2001 grundsätzlich für die U-Bahn ausgesprochen hat. Mit Verweis darauf hat sie soeben einen Vorstoß der Stadt Oberasbach zurückgewiesen, die den Landkreis aufgefordert hatte, zu prüfen, ob eine Reaktivierung der Bibertbahn technisch und wirtschaftlich überhaupt sinnvoll ist.
Bei der IGBB ist man davon längst überzeugt. Ganz anders als vom Sinn der U-Bahn-Verlängerung, die im Nürnberger Westen durch das so genannte Tiefe Feld führen würde, einem Gebiet am Rhein-Main-Donau-Kanal, das vor allem aus Wiesen und Äckern besteht. Wer aber baut denn eine U-Bahn ins Niemandsland?, fragt sich Dieter Beck. BIRGIT DACHLAUER |