OBERASBACH (sd) — Perspektiven, wie die Bibertbärbel wieder rollen könnte, zeigt die Interessengemeinschaft Bibertbahn (IGBB) am Montag, 20. Juni, bei einer Informationsveranstaltung mit einem Mann vom Fach auf: Joachim Großmann, der Geschäftsführer der Württembergischen Eisenbahn-Gesellschaft, wird ab 19.30 Uhr im Gemeindehaus St. Markus in Oberasbach die Erfolgsstory der Schönbuchbahn vorstellen.
Eine Ausstellung über die privatisierte Regionalbahnlinie ergänzt den Vortrag. Die Schönbuchbahn war Anfang der 90er-Jahre in einem ähnlich erbärmlichen Zustand wie die Bibertbahn heute, erläutert Franz X. Forman, der Sprecher der IGBB. 1996 wurde die Trasse mit breiter Unterstützung der Politik reaktiviert. Die Anwohner zwischen Dettenhausen und Böblingen erhielten so eine attraktive Anbindung an das S-Bahnnetz von Stuttgart.
Realistische Lösung
Vor der Wiederbelebung wurden der Bahn 2500 Fahrgäste pro Tag prognostiziert. Tatsächlich steigen heute täglich 6250 Personen in die Züge. Eine vergleichbare Dynamik können wir auch im Biberttal erzielen, gibt sich Forman überzeugt. Mit unserer Veranstaltung wollen wir beweisen, dass die Reaktivierung der Bibertbahn eine realistische Lösung ist, bei der die knappen öffentlichen Gelder mit Verstand und hoher Effizienz eingesetzt werden können.
Vor einem guten Jahr hat die IGBB die Studie Mit der Bibertbahn in die Zukunft vorgestellt. Seitdem kämpft sie für die Einbeziehung der Reaktivierung der Bibertbahn in das öffentliche Nahverkehrskonzept. Im April hat sich der Stadtrat von Oberasbach hinter die Forderung der IGBB gestellt und eine entsprechende Anfrage an den Landkreis gerichtet. Mit Verweis auf den Grundsatzbeschluss des Kreistages für die U-Bahn erteilte Landrätin Gabriele Pauli dem Anliegen eine Absage.
Sündhaft teure U-Bahn
Die von Forman als schroffe Absage gewertete Haltung im Landratsamt will die IGBB nicht akzeptieren. Angesichts leerer öffentlicher Kassen ist nicht zu verstehen, dass der Kreis an der sündhaft teuren U-Bahn festhält und sich einem schlüssigen und bezahlbaren Verkehrskonzept kategorisch verschließt, meint Jörg Schäfer, Autor der Studie, und verweist auf die vergleichsweise geringen Kosten einer wiederbelebten Bibertbärbel. Von den aufwändigsten Investitionen, wie den nötigen Brückensanierungen, könnte zudem auch eine später realisierte U-Bahn profitieren.
Vor allem aber könne die Reaktivierung zeitnah erfolgen und die Rothenburger Straße schnell von den Verkehrsströmen entlasten, meint Schäfer im Blick auf das stetig steigende Verkehrsaufkommen und die Feinstaubbelastung entlang der Staatsstraße.
Informationen im Internet:
www.bibertbahn.de,
http://de.wikipedia.org/wiki/Schönbuchbahn |