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FÜRTH Land — Erste Vorplanungen für die U-Bahn-Linie 3 (U 3) liegen vor. Sie verstecken sich hinter dem Wortungetüm Betriebskonzeptuntersuchung und geben Auskunft über den möglichen Verlauf der Trasse.
Geplant ist eine Variante, die teils unterirdisch, teils oberirdisch Zirndorf und Oberasbach an das Nürnberger U-Bahn-Netz anbinden soll. Ab der südwestlichen Stadtgrenze Nürnbergs, also ab Gebersdorf, verläuft die Trasse, die kurz vor der ersten Bebauung in Oberasbach in zwei Äste geteilt wird. Unterhalb der Rothenburger Straße fährt die Bahn bis zur Kurt-Schumacher-Straße. Der zweite Ast führt in Richtung Zirndorf über das Altfeld bis zum Bahnhof. Insgesamt hätte der Landkreis einen zirka fünf Kilometer langen Abschnitt an der U 3 zu tragen.
Nur eingleisig
Da die komplette Strecke aus Kostengründen eingleisig geplant ist, können die beiden Städte nur im Wechsel angefahren werden. Der künftige Fahrplan soll das berücksichtigen. Der letzte Halt auf Nürnberger Seite wird zur Hauptverkehrszeit alle 3,3 Minuten bedient. Während eine Bahn wieder wendet, fährt die zweite Richtung Oberasbach und die dritte nach Zirndorf. Beide Städte würden also im Zehn-Minuten-Takt zu Stoßzeiten angesteuert.
Wann die U-Bahn im Landkreis tatsächlich kommen wird, darüber lässt sich nur spekulieren. Wir hängen am Tropf der Nürnberger, so formuliert es Wolfgang Brunner, beim Landratsamt Fürth für den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) verantwortlich.
Zuerst nämlich muss in Nürnberg die U 3 längs der Rothenburger Straße bis Gebersdorf verlängert werden, bevor an eine Weiterplanung im Landkreis zu denken ist. Zwar gibt es Aussagen des Nürnberger Oberbürgermeisters Ulrich Maly, dass man den Bau grundsätzlich befürworte, doch immer mit der Einschränkung, er sei derzeit leider nicht finanzierbar.
Dennoch will man von Landkreisseite das Konzept so weit vorantreiben, dass zumindest die Planung hieb- und stichfest ist. Dazu gehört nach der jetzt abgeschlossenen Betriebskonzeptuntersuchung als zweiter Schritt die so genannte standardisierte Bewertung. Mit ihr wird festgestellt, wie groß das Fahrgastpotenzial ist, wo Pendlerparkplätze fehlen oder welche Buszubringer nötig sind. Ende bis Mitte 2006 wird mit den Ergebnissen gerechnet.
Dass der Nutzen die Kosten überwiegt, davon ist Beate Meyer-Führer, Sachgebietsleiterin ÖPNV beim Landratsamt, überzeugt. Allein aus Zirndorf und Oberasbach gebe es ausreichend Fahrgäste, die das Auto stehen lassen und auf die schnelle U 3 umsteigen würden, meint sie. Ein Indiz dafür sind die Zahl der letzten Verkehrszählung von 2000. Wurden in Altenberg auf Höhe Kreisbauhof noch 35 234 Fahrzeuge registriert, waren es in Wintersdorf nur noch 11 872. Mehr als die Hälfte der Fahrer kommt also aus Oberasbach. Wenn die Fahrgastprognosen vorliegen, müssen zwei nicht unwichtige Dinge geklärt werden: die Finanzierung des U-Bahn-Baus und die Höhe der Betriebskosten. Für den Bau werden Zuschüsse des Bundes und des Freistaates erwartet, die aktuell bei 80 Prozent liegen. Bei den Unterhaltskosten sind Verhandlungen mit der Stadt Nürnberg nötig. Die Stadträte Zirndorf und Oberasbach und der Landkreis müssen entscheiden, ob sie sich die U-Bahn leisten können.
Bei den vielen Unwägbarkeiten kommt immer wieder die Reaktivierung der Bibertbahn ins Spiel. Der Sprecher der Interessengemeinschaft Bibertbahn (IG), Franz X. Forman, zählt nach einem ersten Einblick in die Vorplanung etliche Kritikpunkte auf: Durch die beiden getrennten Trassen nach Zirndorf und Oberasbach werden die beiden Gemeinden nicht verbunden. In Oberasbach werde nur ein kurzes Stück der Rothenburger Straße vom Individualverkehr entlastet. Park-and-Ride-Anlagen seien an beiden Endhaltepunkten aus Platzgründen nicht möglich. Während die U-Bahn noch Jahrzehnte auf sich warten lässt, könnte die Bibertbahn zu weit geringeren Kosten schon in zwei bis drei Jahren wieder fahren.
Für die Verkehrsexperten aus dem Landratsamt ist die Bibertbahn keine Alternative. Die Bahn erreicht die Leute einfach nicht, meint Brunner mit Blick auf die Trasse, die zu abseits von dicht besiedeltem Gebiet liege. Außerdem sei der Anschluss an das ÖPNV-Netz in Nürnberg zu unattraktiv. Meyer-Führer ergänzt, dass bei einer Untersuchung zum Thema Reaktivierung, die Kosten den Nutzen bei weitem überwogen hätten. Fördergeld wie beim U-Bahn-Bau gebe es daher nicht.
BEATE DIETZ |