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ROTH (cl) — Irgendwie erinnern sie an die Zeit, als Züge noch schwer schnaufend durch die Lande dampften, statt wie heute im ICE-Tempo pfeilschnell zwischen hektischen Städten zu verkehren — die alten, so nostalgisch anmutenden Bahnhofshäuschen auf den Rother Bahnsteigen. Schon seit Monaten sucht der Stadtrat einen Weg, sie gemeinsam mit der Bahn AG zu erhalten. Doch nun sieht es so aus, als würde nur eines der vier überleben".
Am Wollen liegt es nicht. Denn das gesamte Gremium zeigte in den vorangegangenen Diskussionen ein Herz für die 90 Jahre alten Häuschen. Ein Exemplar, nämlich das von Bahnsteig eins, das zugleich am besten erhalten ist, soll im Zuge der noch nötigen Umbauarbeiten um wenige Meter versetzt werden. Den Abbau organisiert die Bahn, den Wiederaufbau finanziert die Stadt. Soweit konnten sich die Rother mit der Bahn AG bereits einigen.
Doch was tun mit den anderen Häuschen. Vielleicht am Bahnhof Lohgarten, der in den nächsten Monaten umgebaut wird, aufstellen? Dazu ein weiteres am Eckersmühlener Bahnhof? Diese Fragen ließen sich mit Hilfe eines Gutachtens am Dienstag abend schnell beantworten.
Unabhängige Statiker haben Sanierungskosten von 30 000 Euro ermittelt — pro Häuschen. Dann hat der Bau aber noch kein geeignetes Fundament. 60 000 Euro pro Exemplar schätzte Stadtbaumeister Ricus Kerckhoff die Gesamtkosten.
Angesichts dieser Summen und mit der Mahnung des Stadtkämmerers im Ohr, doch bitteschön ans Sparen zu denken, legten die Stadträte die Nostalgie dann noch lieber ad acta.
Vor allem Elisabeth Bieber wollte nichts unversucht lassen, mehr als das eine Häuschen am Rother Bahnhof, dessen Zukunft ja bereits gesichert ist, zu retten. Vielleicht ließen sich ja Liebhaber für die Häuschen finden, die dann mit viel Idealismus diese sanierten. Oder aber die Bahn solle die noch sanierungsfähigen Bauten einlagern. Auch das sei schließlich schon im Gespräch gewesen, schlug die Stadträtin der Freien Wähler vor.
Vorschlag wird geprüft
Ob Letzteres möglich ist, will die Verwaltung prüfen, sicherte Erdmann nach einem entsprechenden Stadtratsbeschluss zu. Allerdings nur unter der Voraussetzung, dass dies die Stadt nichts koste.
Die Kosten waren dann auch der ausschlaggebende Grund, warum sich das Gremium schließlich dagegen aussprach, die Idee, eines der alten Häuschen an der Lohgarten-Haltestelle oder in Eckersmühlen aufzustellen, weiter zu verfolgen. Angesichts der sonst nicht vertretbaren Kosten müsse man sich mit dem Erhalt des einen Häuschens am Rother Bahnhof begnügen, hieß es.
Doch nicht nur im Rother Bahnhof selbst, auch davor tut sich in der nächsten Zeit noch einiges. So werden die Taxistände in den Bereich des Busbahnhofs verlegt. Momentan müssen die Taxifahrer vor dem Hauptgebäude in die Haupstraße hinein ausparken. Das wiederum führt zu Behinderungen, die das Taxiunternehmen gerne beheben möchte.
Eigentlich hatten sich verschiedene Ausschüsse des Stadtrates schon darauf verständigt, Längsparkbuchten im Bereich des Bahnhofsvorplatzes anzulegen und als Taxistände auszuweisen (wir berichteten). Doch da spielt nun die Regierung vom Mittelfranken, die einen Teil der Umbaukosten des gesamten Areals übernommen hat, nicht mit. Um zu vermeiden, dass Fördermittel zurück gezahlt werden müssen, verabschiedete sich der Stadtrat ohne Diskussion von dieser Idee.
Damit musste er auf eine andere Variante zurück greifen. Diese sieht vor, die Taxistände im Bereich des Busbahnhofs auszuweisen. Das Problem: Es könnte zu Rangierproblemen bei den Gelenkbussen kommen. Darum war diese Lösung , die übrigens die Stadt sehr günstig kommt, nicht weiter verfolgt worden.
Rangier-Probleme
Andererseits sei es laut Bürgermeister Richard Erdmann nur einige wenige Male im Monat wahrscheinlich, dass es mit dem Rangieren schwierig werde. Dies müsse in Kauf genommen werden, denn eine andere Lösung als diese gibt es sonst nicht". Peter Grimm (CSU) gab sich zuversichtlich: Die Taxi- und Busfahrer werden schon irgendwie miteinander auskommen." Dieser Ansicht war auch der übrige Stadtrat, der sich darum einstimmig für die Verlegung der Taxistände in Richtung Busparkplatz aussprach. |