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SPORT - FORCHHEIM UND UMLAND  

„Elf Freunde“ wollen in die Kreisliga

Der Weg der Forchheimer VfB-Kicker vom Abstiegskandidaten zum Herbstmeister
 „Elf Freunde“ wollen in die Kreisliga
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FORCHHEIM — Vor einem Jahr noch drohten die Fußballer von Traditionsverein VfB 1861 in der Versenkung der A-Klasse zu verschwinden. Jetzt haben sich die Kicker des zweitgrößten Vereins im Landkreis durch ein 1:0 beim SC Neuses vorzeitig den inoffiziellen Titel des Herbstmeisters in der Kreisklasse Mitte gesichert.

Denn gleichzeitig hat die Burker Reserve gegen Eltersdorf gewonnen und kam Eggolsheim in Hetzles nicht über ein torloses Remis hinaus. „Es passt hier einfach in der Mannschaft“, kann Trainer Goran Pavkovic einen Grund für diesen unerwarteten Erfolg des VfB gar nicht einmal genau nennen.

Auf der Motivations-Schiene

Im Unterschied zu Vorgänger Uwe Späth, der mehrere Jahre lang das Zepter schwang, hat der Kroate das eine oder andere spieltechnische Detail verändert. Zudem hat er versucht, über die Motivations-Schiene näher an die Mannschaft heranzukommen, als das sein Vorgänger vor dem Rücktritt vom Traineramt geschafft hat.

Mit Erfolg: Die Mannschaft zeigte bereits in der letzten Rückrunde eine Entwicklung, die für eine erfolgreiche Zukunft sprach.

„Die Jungs haben die gute Stimmung mit in die neue Spielzeit übernommen“, glaubt der VfB-Vorsitzende, Forchheims Oberbürgermeister Franz Stumpf das Erfolgsgeheimnis zu kennen. Unbesiegt unter dem neuen Trainer marschierte der VfB zunächst bis auf den vierten Tabellenplatz und präsentierte sich vor allem im Abwehrbereich um Keeper Thomas Lippert und den neuen Spielertrainer als sattelfester Verbund in dem kaum veränderten Team. „Obwohl wir keinen dazugekauft haben“, ist Franz Stumpf stolz auf die bewährten Kräfte, die sich ihrer Stärken besonnen hätten und diese nun ertragbringend in die Waagschale werfen.

Auswärts eine Macht

Vor allem auf fremden Plätzen haben die VfBler in dieser Saison so für Furore gesorgt. Alle sechs Auswärtsspiele gewannen die Pavkovic-Schützlinge, während auf heimischem Geläuf hin und wieder mehr drin gewesen wäre. Doch danach fragt keiner. Bei acht Punkten Vorsprung auf Eltersdorf II kann man am nördlichen Stadtrand Forchheim den Blick schon einmal in Richtung Kreisliga richten. „Es wäre natürlich für den Verein eine Riesensache, wenn man im Kerngebiet der Stadt die Nummer 2 hinter dem Jahn werden könnte“, sagt Pavkovic.

Auch der Vorsitzende Franz Stumpf sieht die jüngste Entwicklung sehr positiv, obwohl er sich weitgehend aus der „operativen Arbeit“ heraushält: „Als OB kann einem ja fast Angst und Bange werden“, schmunzelt er angesichts der Erfolgsaussichten seines VfB, aber auch des Jahn, der Buckenhofener, der Burker und der Kersbacher in anderen Ligen: „Da kommt man aus dem Feiern ja kaum mehr heraus.“ Der liebste Aufstieg wäre Franz Stumpf freilich der seines Vereins — auch wenn er als „erster Mann“ der Kreisstadt zur Neutralität verpflichtet ist.

Die Zeichen für diesen Sprung des VfB 1861 stehen nicht schlecht. Spielerisch hat der VfB allemal die Qualität. Perfekter Schachzug Pavkovics war die Rückholaktion von Patrick Gnad. Der wollte beruflich kürzer treten und nur noch in der Reserve kicken.

Bewährtes Sturmduo

Der Coach schaffte es aber nahezu mühelos, das Team von seinen Qualitäten im Sturm zu überzeugen. So kommt es, dass der bewährte Angriff um Baptistella und Gnad weiterhin auf Torejagd geht — obwohl letzterer als einziger in der Mannschaft kaum trainiert.

„Das macht diese Truppe aus. Da kann man getrost behaupten: Einer für alle und alle für einen“, freut sich Franz Stumpf. Ob es bis zum Ende reicht? Stumpf ist davon überzeugt. Seine Erklärung klingt plausibel: Eine alte Fußballerweisheit macht für ihn den Unterschied zum Vorjahr aus, in dem bekanntlich nahezu die gleiche Mannschaft im Tabellenkeller hing. „Elf Freunde müsst ihr sein. Das sind die.“ ANDREAS BÄR
5.11.2005
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