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ZIRNDORF — Begleitet von Protesten hat offiziell der Bau der so genannten Westspange in Zirndorf begonnen.
Beim symbolischen ersten Spatenstich demonstrierten Bündnisgrüne und Mitglieder des Bundes Naturschutz (BN) gegen das Projekt, das künftig die Rothenburger mit der Banderbacher Straße verbinden soll. Damit will die Stadt das neue Wohn- und Gewerbegebiet PinderPark erschließen sowie die Zirndorfer Innenstadt und den Ortsteil Leichendorf vom Verkehr entlasten.
Grünen-Stadtrat Wolfram Schaa kritisierte, dass es für die Westspange kein ortsübergreifendes Verkehrskonzept gebe. Stattdessen werde die Rothenburger Straße sogar durch mehr Verkehr belastet und die Bibertbahntrasse verbaut. Die Westanbindung des PinderParks sei zwar notwendig, aber nicht in dieser Form.
Den Termin des ersten Spatenstichs nannte Schaa zudem eine grobe Missachtung des Landtages. Weil die Grünen eine Petition gegen die Westspange in das Parlament eingebracht haben, steht noch ein Ortstermin des Wirtschaftsausschusses in Zirndorf an, um über Kosten und Nutzen des Projekts zu entscheiden.
Der Landtagsabgeordnete Günter Gabsteiger machte den Gegnern der Westspange aber keine Hoffnung: Der Landtag wird sich nicht gegen die große Mehrheit des Zirndorfer Stadtrats stellen, kündigte der CSU-Politiker an.
Stattdessen bemängelte er, dass der Ortstermin des Ausschusses nur Zeit und Geld koste. Das machen wir jetzt halt, um alle Gemüter zu beruhigen, und weil es einer unbedingt beantragt hat, so Gabsteiger.
Staatssekretär Georg Schmid hatte jedoch trotz Einladung auf die Teilnahme am Spatenstich verzichtet. Als Mitglied der Regierung wollte er den Petitionsausschuss nicht übergehen, sagte Ministerialrat Manfred Jung, der an Schmids Stelle die Grüße von Innenminister Beckstein überbrachte. Der Freistaat zahlt rund 6,6 Millionen Euro der Gesamtkosten von über zehn Millionen Euro.
In einer kurzen Ansprache bezeichnete Bürgermeister Gert Kohl die Westspange als großes Werk und eine schlüssige Lösung, um die Innenstadt und Leichendorf vom Verkehr zu entlasten.
Die neue Straße wird insgesamt 1620 Meter lang. Drei Brücken sind in die Trasse eingeplant, die längste wird sich quer über den Bibertgrund ziehen. Weil die Stadt Zirndorf das Projekt schnell verwirklichen will, übernimmt sie auch die Baukosten, obwohl es sich um eine Kreisstraße handelt. Nach Fertigstellung geht die Straße an den Landkreis über.
JOHANNES ALLES |