ZIRNDORF — Die Regierung von Mittelfranken hat dem Landkreis Fürth für den Bau der Westspange Zirndorfs eine erste Zuwendungsrate in Höhe von 700 000 Euro genehmigt. Wie bereits kurz berichtet, kann der Landkreis mit Fördermitteln in einer Gesamthöhe von 6,675 Millionen Euro rechnen.
War in der Anfangsphase der Planungen einmal von sechs Millionen Euro Kosten für die 1,6 Kilometer lange Trasse über den Bibertgrund die Rede, ist die Westspange mittlerweile auf insgesamt zehn Millionen Euro taxiert. Eine Steigerung, die Norbert Ruffertshöfer, der Leiter des nichttechnischen Bauamts von Zirndorf, damit erklärt, dass die sechs Millionen Euro allein die Baukosten beziffert hätten.
Mit Grunderwerb, Ausgleichsmaßnahmen und Planungskosten sei diese Summe zwischenzeitlich entsprechend angewachsen. Dass sich der Investitionsrahmen weiter ausweiten werde, sei nicht zu befürchten, betont er. Die Stadt Zirndorf, die als Bauherr der Kreisstraße auftritt und sie nach der 2007 geplanten Fertigstellung an den Landkreis abtritt, schultert damit 3,5 Millionen Euro selbst.
Ob sechs, acht oder zehn Millionen Euro: Als weit überzogen verurteilten die bündnisgrünen Stadträte Wolfram Schaa (Zirndorf) und Norbert Schikora (Oberasbach) das Straßenbauprojekt von Beginn der Planungen an. Die Kosten stünden in keinem Verhältnis zum Nutzen, klagten sie. Weshalb sie das Straßenbauprojekt per Petition zu verhindern suchten.
Ins Leere gelaufen
Der vom Wirtschaftsausschuss des Landtags bereits im Juni in Aussicht gestellte Ortstermin hat zwischenzeitlich — zwei Wochen nach dem symbolischen ersten Spatenstich für die neue Straße — auch stattgefunden: In Form eines Treffens von Vertretern der Stadt Zirndorf, der Regierung und des Landtagsausschusses im Rathaus der Bibertstadt. Das Ergebnis: Die Petition wurde abgelehnt.
Mit dem Hinweis auf die Planungshoheit der Kommunen habe sich der Ausschuss als nicht zuständig erklärt und im Grunde aus der Sache rausgezogen, so Schikora, der an dem Treffen teilgenommen hat. Er zeigt sich enttäuscht, dass die Petition letztlich ins Leere lief. Eingehend diskutiert habe die Runde über die Konsequenzen der Umgehung für die Bibertbahn-Trasse. Dass die Brückenbauwerke der Westspange eine spätere Nutzung der stillgelegten Bahnlinie für den ÖPNV verbauen könnte, fürchten die Gegner der Westspange.
Auf Dauer nicht tragbar
Ein Aspekt, den, so Ruffertshöfer, sowohl die Regierung als auch die Verantwortlichen der Stadt Zirndorf als zweitrangig betrachteten. Zudem sei eine Unterquerung nach wie vor möglich, werde die Bahnlinie etwa abgesenkt. Für uns steht die Verkehrsentlastung, die die Westspange für Zirndorfs Altstadt und Leichendorf bringt, im Vordergrund, sagt der Bauamtschef. Mit der Umgehung würden Zirndorfs Bürger von auf Dauer nicht mehr tragbaren Verkehrsverhältnissen entlastet, heißt es auch in der Presseerklärung der Regierung.
Seltsam, so bilanziert Schikora, im Blick auf das enorme Tempo, mit der die Stadt Detailplanung, Ausschreibung und Zuschussanträge in gerade mal einem halben Jahr abwickelte, wie schnell ein derart großes Straßenbauprojekt genehmigt und großzügig mit Steuergeldern bedacht wird, während für jede Bimmelbahn eine Kosten-Nutzen-Rechnung vorgelegt werden muss. SABINE DIETZ |