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LOKALMELDUNGEN - PEGNITZ UND UMLAND  

Mobilfunk und «Mannileum“

Aktuelles Thema beim SPD-Aschermittwoch in Hainbronn
 Mobilfunk und «Mannileum“
PEGNITZ (ow) — Beim Politischen Aschermittwoch der Pegnitzer SPD in Hainbronn drängte sich ein aktuelles Thema neben das traditionelle «Derblecken“: Gegen den Bau eines Mobilfunkmastes im Burgstall in Hainbronn wurde eine Unterschriftensammlung gestartet.

Stadtrat Karl Lothes berichtete vom Vorhaben eines Mobilfunkanbieters, in Hainbronn einen UMTS-Verteiler zu errichten. Das Fundament ist bereits gelegt, wegen statischer Probleme wurde der Bau jedoch eingestellt. Lothes regte eine Diskussion an, was man gegen den geplanten Bau unternehmen könne, da dem Stadtratsgremium die Hände gebunden seien, wenn der Mast die Höhe von zehn Metern nicht übersteige.

Die Frage der Hainbronner, warum sich Hausbesitzer darauf einließen, einen solchen Mast auf ihrem Grundstück überhaupt errichten zu lassen, war schnell beantwortet: Etwa 12 000 Euro jährlich zahlen die Mobilfunkanbieter. Als ersten Schritt reichte Lothes eine Unterschriftenliste gegen den Bau herum. Als weitere Maßnahmen sind Beschwerdebriefe der Bürger und ein Zusammenschluss mit den Mobilfunkgegnern vom Zipser Berg im Gespräch.

Doch auch die Betrachtung der politischen Lage kam nicht zu kurz. Politiker hätten ja im Allgemeinen keinen allzu guten Ruf, meinte Lothes. Es gäbe jedoch vor allem in der Kommunalpolitik noch Leute, die sich für die Allgemeinheit einsetzten. Er lobte vor allem Heidi Gentsch und ihren Plecher Ortsverein, der mit seinem Ferienprogramm großes soziales Engagement beweise.

In seiner traditionellen Rolle als «Stadtschreiber Leisefluss“ gab Lothes dann noch ein paar Spitzen zur Pegnitzer Lokalpolitik zum Besten. Der geplante Umzug des Standesamtes ins Alte Schloss könne ja mit 99 Prozent Zuschüssen aus verschiedenen Töpfen rechnen, doch das eine Prozent, das übrig bleibt, würde wegen der hohen Auflagen mit 100 000 Euro immer noch mehr kosten, «als wenn’s der Haberbergers Schorsch und seine Kumpl vom Bauhof übernommen hätten“. Aber der Kämmerer «hätt’ ja g’sogt“, dass er das Geld vom Förderfonds für Ahnenforschung bekäme, weil er ein Mausoleum, oder besser gesagt ein «Mannileum“, gleich mit integrieren will.

Belustigt war der Stadtschreiber auch darüber, dass den Jahresbericht der Stadt die Überschrift «Agenda 21“ ziert, obwohl der Bürgermeister mal zum «roten Charly“ gesagt hat: «Wir brauch’n ka Agenda 21. Die Bürgerbeteiligung, die die SPD will, ist von gestern.“

Lothes erinnerte auch an den Antrag der SPD zur familienfreundlichen Stadt, der von der CSU-Mehrheit erst abgelehnt wurde und dann dann doch als Werk der Stadtverwaltung im Jahresbericht wieder auftauchte. Werner Mildner gab noch eine Büttenrede zum Besten.
3.3.2006
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