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«Voll im Plan“

Erstes Segment der Bibertbrücke für die Westspange ist betoniert
 «Voll im Plan“
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ZIRNDORF — Eines der größten Straßenbauprojekte in Zirndorfs Geschichte nimmt Gestalt an. Diese Woche wurde das erste von acht Segmenten der Brücke, die sich auf einer Länge von 245 Metern über den Bibertgrund spannen wird, in Ortbeton gegossen. Ende nächster Woche, wenn Trägerkonstruktion und Verschalung abgenommen sind, zeichnet sich dann ein erstes Bruchteil der im Endausbau 1620 Meter langen Westspanne im Bibertgrund ab.

Dem Bauherrn entgeht nichts. Am Baustellenende Richtung Rothenburger Straße ist eine Webkamera installiert, die im Stundentakt Bilder vom Baustellenbetrieb ins Internet übermittelt. Unter www.zirndorf.de sind sie zu finden. Zugriff auf die komplette Videoaufzeichnung hat das Bauamt Zirndorfs, wo die Bauherrenvertreter sitzen. «Einfach so rumstehen, mit den Händen in der Hosentasche“, scherzt Horst Krach, «ist also nicht.“

Krach, Mitinhaber des Büros Christofori mit Sitz in Buchschwabach, ist für die Bauleitung des 10,3 Millionen Euro teuren Großprojekts, für das sich die Stadt Zirndorf bis zu 65 Prozent an Fördermitteln erhofft, verantwortlich. Nach der Fertigstellung wird die Trasse die Rothenburger mit der Banderbacher Straße verbinden und den neuen Stadtteil Pinder-Park erschließen. Planung und europaweite Ausschreibung erledigte ebenfalls das Buchschwabacher Büro. Sechs Monate nach dem ersten Spatenstich liegen die Arbeiten Krach zufolge «voll im Zeitplan. Es ist ganz gut gelaufen“, sagt er.

Im kleinen Bildformat im Internet nimmt sich die Großbaustelle im Westen Zirndorfs gar nicht so mächtig aus. Tatsächlich ist die Holzverschalung für das südliche Widerlager der Bibertbrücke, die am unteren rechten Bildrand der Internetaufnahme zu sehen ist, groß wie eine Scheunenwand. Und auch auf der Baustelle am südlichen Ende der künftigen Brücke, fast sieben Meter über der Schwabacher Straße, ist Höhenangst eher hinderlich.

Eine Woche benötigten die Brückenbauer der Firma Bögl aus Neumarkt, um über der mit den Pfeilern verschraubten Tragekonstruktion die Verschalung für den ersten Brückenabschnitt anzubringen. Eine weitere Woche dauerte es, die Bewehrung einzufädeln. Ausgegossen ist das verschalte Teilstück in einem Tag. 280 Kubikmeter Beton rütteln die Bauarbeiter dabei in das enge Gitternetz aus Baustahl in der hölzernen Gussform. 35 Betonmischer treffen an diesem Tag nach und nach auf der Baustelle an der Schwabacher Straße ein.

Im Wochentakt

Eine Woche verschalen, eine Woche bewehren, einen Tag betonieren: Das ist der Arbeitsrhythmus der nächsten Wochen. Nach drei Tagen ist der Beton soweit ausgehärtet, dass der Brückenabschnitt hält. Dann werden Tragekonstruktion und Verschalung abgenommen. Die Aushärtung wird doppelt überwacht, von der Fachfirma und der Landesgewerbeanstalt.

«Bei einem Brückenbau ist alles mehrfach geprüft“, sagt Gerhard Klein vom Bauamt der Stadt Zirndorf. Es ist die erste Brückenbaustelle, die er begleitet, und er findet es faszinierend: «Wer hier arbeitet, versteht sein Metier.“ Die Messtoleranz liegt im Millimeterbereich. Selbst die meterhohen Pfeiler, von denen keiner exakt gleiche Maße hat, müssen bis auf den Zentimeter genau auf das Niveau betoniert sein.

«Nur im Tiefbau“, ergänzt Krach beim Ortstermin, «steckt die meiste Arbeit im Boden. Da wird immer mindestens die Hälfte eingegraben.“ Selbst die Bibertbrücke, die in fünf Metern lichter Höhe über der Schwabacher Straße verläuft, gründet drei Mal so tief in der Erde: Die Pfähle aus Stahl und Beton, die als Fundamente unter den Brückenpfeilern stehen, sind 15 Meter lang. Erst in dieser Tiefe fand sich felsiger und damit tragfähiger Grund im Flusstal.

Die Bibertbrücke ist eine von dreien und die größte auf der 1620 Meter langen Umgehung. Bis September sollen auch die beiden anderen Brücken stehen. Trotz europaweiter Ausschreibung gingen die einzelnen Lose an bayerische Firmen. Neben dem Neumarkter erhielten ein Arberger und ein Deggendorfer Unternehmen den Zuschlag für die Brückenbauten. Den Straßenbau erledigt eine Bamberger Firma.

Ebenfalls noch vor dem Winter sollen auch deren Arbeiten so weit vorangetrieben sein, dass sich das tonnenweise vom nördlichen ans südliche Ende des Brückenbaus umgeschichtete Erdreich bis zum Frühjahr 2007 setzen kann. Nach der Winterpause, so sieht es der Zeitplan vor, wird der Anschluss an die Rothenburger Straße asphaltiert. Fertig werden soll die Trasse Ende 2007. Ob sie abschnittsweise oder erst komplett abgeschlossen freigegeben wird, wollen sich Bauherr und Bauleitung noch offen lassen.

SABINE DIETZ
27.5.2006
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