ZIRNDORF (sd) — Über 700 000 Besucher zählte der FunPark in Leichendorf im vergangenen Jahr. Zur Hauptsaison Mitte August erreichte der Vergnügungspark an einzelnen Tagen Spitzenwerte von 12 000 Gästen, teilt Playmobil-Sprecherin Gisela Kupiak mit.
Die meisten kommen im eigenen Pkw, laut Kupiak 87 Prozent. Was schließlich naheliegend sei, reisten die Gäste doch oft mit mehreren Kindern und viel Gepäck an. Lediglich ein Prozent, so ergaben Kupiak zufolge Besucherumfragen, kommen bis dato mit Bus oder Bahn. Wie viele es wären, gäbe es eine attraktive Verbindung zum FunPark, darüber lässt sich nur spekulieren.
Doch das Angebot vom Hauptbahnhof Nürnberg zum FunPark sei mehr als dürftig, sagt etwa die Interessengemeinschaft Bibertbahn (IGBB): Eine direkte Verbindung sucht man im Fahrplan vergebens. Zwischen 9 und 16 Uhr gebe es nur acht Verbindungen, mit denen man mit einmal Umsteigen zum FunPark kommt, listet die Interessengemeinschaft in einer Pressemitteilung auf. Und der Zirndorfer Bahnhof scheide als Zielbahnhof aus: «Ein 45-minütiger Fußmarsch bis zum FunPark ist Familien nicht zuzumuten.
Also kommt die Masse der FunPark-Gäste im rollenden Blech. Dass enormer Handlungsbedarf im ÖPNV bestehe, belegen für Sven Becker, den Vorsitzenden der IGBB, die Autokolonnen, die sich in der Hochsaison regelmäßig bis zur Kreuzung an der Albrecht-Dürer-Straße in Oberasbach zurückstauen. «Und das zu Zeiten, da keiner mit einem solchen Verkehrsaufkommen rechnen würde, wie Franz Forman als stellvertretender IGBB-Vorsitzender meint.
Doch statt das ÖPNV-Angebot auszuweiten, setze man allein auf den Individualverkehr. «Und dann wird auf die Schnelle etwas hingeschustert, kritisiert Becker die provisorischen 1000 Stellplätze, die derzeit am FunPark entstehen und den Parkraum für Autos auf insgesamt 3000 Plätze aufstocken.
Die einfache Lösung?
Selbst mit einer U-Bahn, sollte sie tatsächlich eines Tages kommen, wäre dem Problem nicht abgeholfen, merken die IGBB-Vertreter in diesem Zusammenhang an. Sie würde, so ist es derzeit geplant, mitten in Oberasbach, an der Kreuzung von Rothenburger/Kurt-Schumacher-Straße enden. Langfristig empfehle sich als einzig sinnvolle Alternative eine reaktivierte Bibertbahn.
Mit ihr könnte man im «playmobil-Express in knapp 20 Minuten und ohne Umstieg von Nürnbergs Hauptbahnhof Leichendorf erreichen. «Die einfache und bezahlbare Lösung liegt also auf der Hand - nur muss man den verantwortlichen Politikern im Landkreis noch die Augen öffnen, meint Forman. |