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Philipp Laubmann, Moraltheologe in Bamberg, ist bereits zum zweiten Mal in einen verzwickten Mordfall verwickelt. Der Teilnehmer eines Kongresses auf der Babenburg wurde unter mysteriösen Umständen getötet: «Bärenzwinger lautet der Titel des neuen Kriminalromans von Stefan Fröhling und Andreas Reuß. Das Autorenteam aus Bamberg stellte am Freitagabend in der Höchstadter Schlossbühne seine beiden Bücher vor und gab einen sehr interessanten Einblick in die Entstehungsweise regionaler Krimis.
HÖCHSTADT — Am Anfang stand Philipp Laubmann. «Wir haben erst einmal eine komplette Biografie entwickelt, erzählt Stefan Fröhling. Tatsächlich schildern der freie Autor und Religionslehrer Andreas Reuß die Person des Theologen und Detektivs in ihren Romanen so anschaulich und genau, dass man als Zuhörer schnell ein konkretes Bild vor Augen hat.
Zwei Theologen
Den Autoren, beide studierte Theologen, ist der Protagonist ihrer Romane mittlerweile so ans Herz gewachsen, dass er ihnen fast real erscheint. «Neulich haben wir sogar seinen 40. Geburtstag gefeiert, sagt Andreas Reuß lachend. Stefan Fröhling fügt schmunzelnd hinzu: «Und ich überlege sogar manchmal, wie würde Laubmann in dieser Situation entscheiden und handle dann genau so.
Die beiden Bamberger haben schon über zehn gemeinsame Bücher verfasst, darunter Reiseführer über Franken. Eigentlich wollten sie nach der Teilnahme an einer Drehbuch-Werkstatt des Bayerischen Rundfunks eine fränkische Krimi-Serie entwickeln. Doch Experten aus der Medienbranche rieten ihnen, ihre Geschichten erst einmal in Buchform zu erzählen und so entstand der erste Roman «Der zerrissene Rosenkranz im Knecht-Verlag.
Und kaum ist «Bärenzwinger veröffentlicht, arbeiten Fröhling und Reuß bereits an Folge drei. «Die Geschichte, der Titel und selbst das Titelbild stehen schon fest, auch wenn noch keine Zeile geschrieben ist.
Eigentlich sollten im Roman «Teufelswasser auch im Aischgrund mehrere Wasserleichen gefunden werden, aber aus Marketinggesichtspunkten wurde nun die Kurstadt Bad Kissingen zum Tatort erkoren. «Doch im vierten Fall wollen wir tatsächlich auch in die Höchstadter Gegend gehen. Dann geht es um Bestattungsunternehmen, verrät Stefan Fröhling.
Prinzipiell stehe für sie nicht der Ort des Geschehens, sondern die kriminalistische Idee im Vordergrund. «Die Romane sind nicht nur für Bamberg-Kenner gedacht, sie verkaufen sich auch überall. Den zunehmenden Erfolg von regionalen Krimis erklärte der Autor so: «Die Leser können sich dann einfach stärker damit identifizieren. Außerdem spielen theologische Überlegungen beispielsweise zu den Themen Zölibat oder Wahrheit - durchaus auch mit kritischem Unterton - eine herausragende Rolle.
Dies wurde bei den Szenen, die sie in Höchstadt auf Initiative der Stadtbücherei vorlasen, sehr gut deutlich. «Einen Moraltheologen wie Laubmann als Detektiv gab es einfach noch nicht.
Geschmack getroffen
Und weil Kriminalfälle mit solchem Hintergrund allgemein den Geschmack eines großen Publikums zu treffen scheinen, haben Stefan Fröhling und Andreas Reuß jetzt eine ganz neue Aufgabe bekommen: Sie sollen das Drehbuch für mehrere Folgen der erfolgreichen Fernsehserie «Pfarrer Braun mit Ottfried Fischer schreiben.
ANDREA RUDOLPH (TEXT UND FOTO) |