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LOKALMELDUNGEN - PEGNITZ UND UMLAND  

Gstanzl machen Polit-Ohrfeigen erträglich

Pegnitzer SPD kleidete beim Aschermittwochstreffen in Hainbronn Kritik in Humor
 Gstanzl machen Polit-Ohrfeigen erträglich
PEGNITZ (ow) - «In Bengaz is lustig, in Bengaz is schee, und damits a so bleibt, ja dann wählt SPD.» Mit diesem Refrain läutete die Pegnitzer SPD in einem humorigen «Gstanzl» das traditionelle Aschermittwochstreffen im Gasthaus Schmidt in Hainbronn ein.

Aus voller Kehle sang der SPD-Chor um die Stadträte Elisabeth Habscheid-Knorre, Werner Mildner, Charly Lothes und Uwe Raab, an der Gitarre begleitet von dessen Sohn Maximilian.

Freilich kommt ein solches «Derbleckn» nicht ohne kleine Seitenhiebe auf die politische Konkurrenz aus. «Der Thümmler wor in China, warum waas kanna gwieß, wer hat wohl die Reis zohlt, wer des frogt, der is mies», frotzelten die Genossen ob des Bürgermeisters kleinen Abstecher ins Reich der Mitte. Ganz aktuell wurde es in der Strophe «Ja die SPD wollt a Kinderkrippe, die CSU sagt es wird kaane braucht, jetz schreia junge Eltern, scho springa die Schwarzen, dass es raucht».

Selbstverständlich durfte die Wahl in Schnabelwaid nicht fehlen. «A Schwarzer hat Einspruch erhobn, und die Creußner Verwaltung aufbracht, im Rothaus hams es Sigl aufbrochn und so lang zählt, bis die Stimmen fürn Hofmann hom passt». Auch das Hallenbad und das neue Ganzjahresbad kamen nicht ohne eine kleine spöttische Anekdote der sangesfreudigen Stadträte davon.

Bevor der schon mit Kultstatus ausgestattete Stadtschreiber «Leisefluss» (Charly Lothes) seinen Auftritt hatte, äußerten die Hainbronner und Reisacher Bürger einige Punkte, die die Sozialdemokraten für sie im Stadtrat vorbringen sollen. So wurde angeregt, eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf der Gemeindeverbindungsstraße von Hainbronn über den Wasserberg nach Pegnitz einzuführen. Viele Fußgänger würden diese Passage nutzen und von zu schnell fahrenden Pkw gefährdet.

Gefahr für Schulkinder

Selbiges gelte auch für die Durchfahrt durch Reisach Richtung Penzenreuth. Der steile Berg lade geradezu zum Rasen ein, vor allem Schulkinder seien auf der Straße ohne Gehweg stark gefährdet. Moniert wurde auch die manchmal zu lange dauernde Räumung der Straßen durch den privaten Winterdienst, der laut Aussage eines Anwohners zuerst seine privaten Aufträge bei Supermärkten und ähnlichem abarbeite, ehe er sich um die öffentlichen Straßen kümmere.

Lothes versprach, sich dieser Probleme anzunehmen und wies noch einmal darauf hin, dass die von der SPD am Aschermittwoch 2006 initiierte Unterschriftenliste dazu beigetragen hat, den geplanten Mobilfunkmast in Hainbronn zu verhindern. Dann war es jedoch an der Zeit für den Gemeindeschreiber «Leisefluss», der Jahr für Jahr einen nicht ganz ernst gemeinten Einblick in die Arbeit der Pegnitzer Stadtverwaltung gibt.

Sowas wie bei der Schnabelwaider Wahl könne ja in Pegnitz gar nicht erst vorkommen, da wird der Stift so kurz angehängt, dass die Wähler sowieso bloß in die erste Spalte ihr Kreuzchen machen können, ließ Lothes unter dem Gelächter der Genossen wissen. Einen kleinen Seitenhieb teilte Lothes in Richtung der Freien Wähler aus. «Im Wahlkampf manst immer, do wolln se alles zerreißen. Und dann hörst wieda fünf Johr gor nix mehr von denen. Die springen los wie die Tiger und landen dann als Bettvorleger.»
23.2.2007
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