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Mit einem VGN-Ticket in der Hosentasche sollen künftig Fahrten per Bus und Bahn bis nach Bamberg, Bayreuth, Kitzingen und weit darüberhinaus möglich sein. Denn das Netz des Verkehrsverbunds Großraum Nürnberg (VGN) wächst und wächst.
NÜRNBERG - Selbst Städte wie Coburg, Kulmbach und Hof oder die Hassberge geraten zunehmend in den Blick des VGN, kündigte der Verbund an, der sein Netzwerk ständig strategisch erweitert. Schon jetzt ist der VGN flächenmäßig der drittgrößte Verkehrsverbund in Deutschland. Die Weichenstellungen für die Zukunft deuten auf noch größere Dimensionen. Zum Vorteil des Fahrgasts, der dann mit nur einem Ticket weit mehr Kilometer zurücklegen könnte als bisher.
Die meisten oberfränkischen Städte und Kreise hätten bereits ihr Interesse an einem Beitritt signalisiert, sagte VGN-Geschäftsführer Willi Weißkopf in Nürnberg. Wenn die Verhandlungen erfolgreich verliefen, stehe eine «erhebliche Ausdehnung» des Verbundgebiets an, erklärte er. Allerdings würde die Erweiterung erst frühestens in zwei Jahren Wirklichkeit. Bis dahin gelte es zu rechnen, zu beraten und an den Plänen zu feilen.
Fest geebnet ist der Weg bereits bis Bamberg: Mit einem Anschluss von Stadt und Landkreis, an dem schon seit Jahren gearbeitet wird, ist nun im Herbst 2008 zu rechnen. Berufspendler und Touristen könnten dann mit ihrem Bahnticket quasi nach Lust und Laune von Bamberg bis Erlangen oder Nürnberg reisen, ohne noch einmal, wie derzeit, für ein paar Kilometer extra zahlen zu müssen.
Ausflug in die Weinberge
Ebenfalls ab kommendem Jahr soll - vor allem zur Freude von Ausflüglern - die Weingegend um Iphofen noch näher an die Städteachse Nürnberg, Fürth, Erlangen «rücken». Iphofen und einige andere Orte im Landkreis Kitzigen sind zwar bereits per Bocksbeutel-Express bestens angeschlossen. Bald aber soll auch noch der Bahnhof Kitzingen mit in das VGN-Gebiet aufgenommen werden - was die Heimfahrt per Zug nach einem Glas Frankenwein noch einmal attraktiver machen dürfte.
Auch die Bayreuther Bürger sollen künftig von einer VGN-Erweiterung profitieren. Der Landkreis Bayreuth ist - nachdem sich das Verbundgebiet ohnehin inzwischen bis Pegnitz und Pottenstein erstreckt - fest entschlossen, dem VGN beizutreten. Allein das entscheidende Signal der Stadt Bayreuth stehe noch aus, sagte Weißkopf.
Mit den neu ins Verkehrsnetz aufgenommenen Strecken ist der VGN bislang gut gefahren. Der Verkehrsverbund erzielte im vergangenen Jahr mit 195 Millionen Fahrgästen und rund 196 Millionen Euro an Einnahmen ein deutliches Plus.
Speziell Berufspendler von weit her sind «auf den Zug aufgesprungen» und haben angesichts hoher Spritpreise und wegen des Klimaschutzes das Auto lieber in der Garage gelassen. Vor allem der Regionalverkehr außerhalb Nürnbergs und Fürths verbuchte die größten Zuwachsraten.
Fußball bringt Geld
Auch die Fußball-Weltmeisterschaft brachte in Fahrt: Wer eine Eintrittskarte für die Spiele in Nürnberg hatte, nahm gerne Zug und Straßenbahn zum Frankenstadion. «Dadurch hatten wir rund eine Million Euro zusätzliche Fahrgeldeinnahmen», betonte Co-Geschäftsführer Jürgen Haasler. Außerdem «bewegt» inzwischen der Club: Mit der Eintrittskarte zum Clubspiel zwängen sich immer mehr Fans in die Straßenbahnen Richtung Stadion.
Glück im Spiel, Pech bei den Preisen? Ob die VGN-Tickets 2008 teilweise teurer werden und welche neuen Tarifmodelle am Ende spruchreif sind, kann Haasler noch nicht sagen. Das Tarifsystem soll, wie berichtet, auf neue Beine gestellt werden. Geplant sei eine personenbezogene Monatskarte. Im Gegenzug soll die teils günstige MobiCard verteuert werden. Wegen des Gefälles innerhalb der verschiedenen Tarifzonen treffe dies Pendler stärker als etwa die Nürnberger, sagte Haasler.
Auch Schüler müssten für eine Dauerkarte tiefer in die Tasche greifen. Außerdem ist an ein neues 3-und 6-Monatsabo gedacht. Jedoch sei das neue Tarifsystem noch «lange nicht eingetütet», betonte Haasler. Noch fehle der Segen aller beteiligten Städte, der Kreise und des Freistaats.
Johanna Säuberlich |