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PEGNITZ - Viel Musik gibt’s heute, fetzigen Tanz von der Stadtgarde, Interviews mit Helmut Graf und Christina Wellhöfer - beim Stopover des NN-Zeitungsbusses am Marktplatz. Von 11 bis 15 Uhr ist dort «Zeitungszeit!» und auch die Kinder haben Spaß: Unsere Hüpfburg kommt.
Aber nicht nur die Trachten- und Bergmannskapelle sind dabei oder die NN-Band «Good News». Zu Gast ist auch Saxofonist Fritz Gebhard mit zwei Mini-Bands. Sie heißen «Saxn’di» und «Paginza-Trio».
Hinter beiden stehen Kursleiter der VHS-Musik. Beim «Paginza-Trio» sind es Waldemar Geigert (Akkordeon) und Hans Eckert (Konzertina), der früher mit Gebhard bei Fritz Pastyrik lernte. «Vor einem Jahr haben wir das ab und zu mal ausprobiert. Und beim ersten Auftritt im Bürgerzentrum ist mir blitzartig der Einfall gekommen: Eigentlich könnten wir uns ,Paginza-Trio‘ nennen.»
Geht’s beim «Trio» noch um Walzer und alten Swing, so steckt im «Saxn’di» mehr Pfeffer: Mit Marcella Jenickova (Klavier) und Sabine Wächter aus Pottenstein (Tenorsax) übt Fritz Gebhard den Rock der 50er und 60er Jahre ein, Boogie-Woogie und Blues. «Ab und zu kommt noch ein bissl Schmalz dazu, als Geschmacksträger.»
Auch dieses Trio gibt es erst kurz: «Das haben wir mal zufällig ausprobiert und dann ist immer ein bisschen mehr draus geworden.»
Man musizierte beim Literatur-Essen in der Hotelfachschule und bei der Kunst-Vernissage der VHS. Aber der Höhepunkt steht noch aus: Die drei dürfen vor Ministerin Ursula von der Leyen spielen, wenn sie das Bürgerzentrum zum «Mehrgenerationenhaus» adelt.
Aber wie kommt Fritz Gebhard vom KSB-Werksorchester, dessen Markenzeichen und Moderator er 30 Jahre war, zum Job des VHS-Lehrers? Schuld ist seine Gesundheit, sagt er. Denn Herzprobleme schoben ihn im letzten Sommer aus dem Berufsleben. «Aber nahtlos hat es mit der VHS begonnen. Die Musik hat mich wieder gesundet.»
Ihr hing er schon als kleiner Junge nach. Fritz Gebhard lernte vor 54 Jahren, als Siebenjähriger, bei Fritz Pastyrik für das Akkordeon. 1960 kam er zur KSB in die Lehre und hörte: Beim Werksorchester wird ein Piccolo-Flötist gesucht. «Das hat mich interessiert. Ich hab’ sofort bei Kapellmeister Georg Sertl Unterricht genommen.» Zu allen anderen Instrumenten - immer nur aus Holz, wozu kurioserweise auch das Saxofon zählt (wegen dem Mundstück) - ist er als Autodidakt gekommen. «Blechblasen ist überhaupt nicht mein Thema.»
Im KSB-Orchester wurde Dirigent Richard Weiß der große Lehrmeister. Ansonsten hat Fritz Gebhard Vorbilder in Hugo Strasser (85) und Max Greger (81): «Ich bewundere diese alten Cracks, wie sie wieder auftreten. Ist schon Wahnsinn . . .»
Zu Gebhards Lieblingsmusik gehören die Ouvertüren von Rossini, der alte Rock, Boogies am Klavier und der Swing: «Ich hab’ ein ganz breites Spektrum.»
Selbst komponieren will er nicht: «Da reicht einfach die Zeit nicht.» Diese Stücke könnte er übrigens durchaus mit «Gebhardt» signieren, denn so wuchs er 23 Jahre lang auf. Erst vor der Hochzeit sagte ihm Standesbeamter Fritz Schauer: «Du schreibst Dich falsch! Auf den ältesten Urkunden deiner Vorfahren steht ,Gebhard‘!» Also wurde alles geändert. tk |