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LOKALMELDUNGEN - PEGNITZ UND UMLAND  

Bagger macht Deponie zur grünen Wiese

Ehemaliger Steinbruch in Hainbronn wird für 400 000 Euro saniert - KSB lagerte Formsand ab
 Bagger macht Deponie zur grünen Wiese
Foto: Volz
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Ein Spezialbagger mit besonders langem Arm, eine vibrierende Walze und fleißige Bauarbeiter machen aus der Formsanddeponie von KSB in Hainbronn wieder eine grüne Wiese. 400 000 Euro kostet die Sanierung, die seit Ende Juni läuft.

PEGNITZ (vz) - Rund 6500 Quadratmeter schwarze Kunststoff-Dichtungsbahnen werden bei 380 Grad vom Heizkeil zusammengeschweißt. Bagger und eine vibrierende Walze sorgen für eine glatte Oberfläche, Bauarbeiter erledigen die Feinarbeit und entfernen jedes Steinchen auf der Oberfläche. Auf die Folie kommt dann Vlies, eine dicke Schicht steinfreie Erde und anschließend Humus. Dann wird angesät und aus der Formsanddeponie der KSB in Hainbronn ist eine Wiese geworden.

Seit Ende Juni ist die Firma Max Bögl aus Neumarkt in dem ehemaligen Steinbruch im Einsatz, um die jahrzehntelange Deponie wieder zur grünen Landschaft zu machen.

Zu Beginn galt es eine besonders schwierige Arbeit zu erledigen. Auf Anordnung der Gewerbeaufsicht mussten die bis zu 15 Meter hohen Steinbruchwände abgeflacht werden, um Steinschlag zu verhindern. Hier kam ein Spezialbagger mit besonders langem Arm zum Einsatz. Andere Bagger, Planierraupe oder Schaufellader verteilten das Material und zahllose Lkw-Ladungen steinfreies unbelastetes Material wurden aus Neuhaus/Pegnitz herangeschafft. Das Gelände wurde «modelliert», allerdings erst, als neun Schächte erstellt waren, die - unterirdisch miteinander verbunden - das Sickerwasser ableiten.

Kunststoff krallt sich in Boden

Mehrere tausend Quadratmeter Kunststoffbahnen sind bereits verlegt und zum Teil auch schon verschweißt. Das andere Gelände wird geglättet, erhält dann als Schutz den Kunststoff, der sich mit seinen Noppen regelrecht in den Boden «krallt». Jede Rolle des Materials wiegt rund 1,5 Tonnen.

Die Ballen Vlies haben zwar ebenfalls ein gehöriges Gewicht, werden aber von Hand ausgerollt, da Maschinen den Kunststoff beschädigen würden.

Polier Heinz Jobst aus Kastl gibt zu: Das alles ist nicht gerade eine leichte Arbeit. Seine Leute aber sind vom Fach und kennen sich aus. Mit das wichtigste für die gesamte Sanierung ist die Vorbereitung des Bodens. Kein Steinchen dürfe den Kunststoff beschädigen, so der Polier.

Auch das Verschweißen der Folien verlangt höchste Präzision und wird genauestens kontrolliert, allerdings von einem Fremdprüfer, ähnlich der Arbeit des Tüv. Dieser misst per Luftdruck den kleinen «Kanal» zwischen beiden Folien, der beim Verschweißen entsteht. Druckabfall lässt auf einen Fehler schließen. Bislang ist das allerdings noch nicht vorgekommen.

Das Wetter mache schon eher Probleme, sagt Jobst. Bei den starken Regenfällen in den vergangenen Tagen mussten die Profis ihre Arbeit sogar zwischenzeitlich einstellen.

Wenn in nächster Zeit nicht allzu viel dazwischenkommt, werde man in vier bis fünf Wochen weitgehend fertig sein, meint der Polier. Er betont: «Samstagsarbeit ist für uns selbstverständlich, wenn dies erforderlich wird.»

Bei dem heißen Wetter komme man zwar gut voran, aber die starke Hitze fordere auch ihren Tribut. Vier oder mehr Liter Trinkwasser pro Tag seien da notwendig. Schwierig ist die Situation auch deshalb, weil sich die Hitze im Halbrund des Steinbruchs staut.

Für den Umweltschutz

Die KSB, die in diesem früheren Steinbruch über Jahrzehnte ihren Formsand abgelagert hat, zeigt mit der rund 400 000 Euro teuren Sanierung ihre hohe Verpflichtung für den Umweltschutz.

Schon in Kürze wird sich niemand mehr daran erinnern, dass hier der schwarze Formsand abgelagert ist. Alles wird überdeckt, Sickerwasser kann abfließen und das Regenwasser wird auch in ein Sammelbecken laufen. Darüber hinaus wird - wie an der früheren Deponie Rosenhof - regelmäßig das Wasser geprüft. Die Pflegemaßnahmen gehen auf Kosten der KSB.

Walter Fichtner, der für die Pflege der Liegenschaften der Firma in Pegnitz verantwortlich ist, wies darauf hin, dass man die Deponie Hainbronn noch das eine oder andere Jahr hätte nutzen können.

Kunststoff im Sand

Doch inzwischen verlange der Staat zur späteren Schließung der Deponie eine Sicherheitsrückstellung. Um diese zu vermeiden, habe man sich für eine Schließung entschlossen und entsorge den Sand, der einen Restanteil von Kunststoff enthält, in einer Tongrube in Stulln bei Amberg.

Die KSB Pegnitz war im Übrigen eine der ersten Gießereien in Deutschland, die damit begann, den Formsand nicht wegzuwerfen, sondern wiederzuverwenden. Die inzwischen eingeführten Verfahren sorgen dafür, dass der Abfall auf zehn Prozent reduziert worden ist, ebenfalls ein Beitrag für den Umweltschutz. Noch eine Zahl: In Hainbronn wurden seit dem Jahr 1979 insgesamt 180 000 Tonnen Sand abgelagert.
24.7.2007
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