Die Stadt Nürnberg
Im Baureferat Nürnbergs, das einer politischen Mehrheit für die U 3-Verlängerung in den Landkreis zuarbeitet, begegnet man den Verkaufsbestrebungen der Bahn gelassen: «Will sie trotz der Vorbehaltsklausel des Stadtrats nun die Gebersdorfer Trasse veräußern, haben wir Möglichkeiten einzugreifen», spielt Hannes Hinnecke, persönlicher Mitarbeiter des städtischen Baureferenten Wolfgang Baumann, auf eine Satzung an, die der Stadtrat erst vor wenigen Wochen erließ: Mit ihr sicherte sich die Stadt Nürnberg das Vorkaufsrecht für alle Bahnflächen, die für die Noris von Interesse sind. Es ist also nicht damit zu rechnen, dass Nürnberg untätig zusehen wird, wie die Trasse, die sie eventuell doch noch für den Weiterbau der U 3 benötigt, veräußert wird.
Die Deutsche Bahn
Bianca Piechaczek, Pressesprecherin der Deutschen Bahn, bestätigt lediglich, dass die Bahn Verhandlungen mit interessierten Anliegern aufgenommen hat, unter anderem mit einem «privaten Eisenbahnunternehmen», für das die DB-Sprecherin im fernen München die Zirndorfer Eisenbahnfreunde hält. Verhandelt worden sei auch mit der Stadt Nürnberg, allerdings ergebnislos. Bis die den Eisenbahnfreunden Ende August gesetzte Frist ende, ruhten die Verhandlungen, «dann wird man sehen». Zu den Vorwürfen der Bibertbahn-Fans, den Stadtratsbeschluss Nürnbergs zu übergehen und «sittenwidrige» Grundstückspreise zu verlangen, wollte sich die DB-Sprecherin ausdrücklich nicht äußern.
Die Kosten
Eine Regionalbahnlinie auf der stillgelegten Bibertbahntrasse könnte der Landkreis weit schneller und vor allem erheblich günstiger als eine U-Bahn haben, geben sich IG Bibertbahn und Zirndorfer Eisenbahnfreunde überzeugt. 80 Millionen Euro kostet der Bau der zwei Äste in den Landkreis laut einer Grobschätzung, die Wolfgang Brunner vom Landratsamt zitiert. Von 100 Mio. Euro nur für einen Halt und einen unterirdischen Streckenkilometer geht dagegen Jörg Schäfer vom Fahrgastverband Pro Bahn aus. Eine reaktivierte Bibertbahn könnte ihm und Dieter Beck zufolge für ein Zehntel dieser Investitionen wieder Fahrt aufnehmen. |