 |
| Bitte Bild anklicken! |
|
Fürth – Nach den großen Gefährten, die am vergangenen Wochenende beim Eisenbahnfestival ordentlich Dampf machten, erobern am Samstag, 22. September, kleine rote Flitzer die Kleeblattstadt: Bobby-Cars. Jene Plastikautos, die für unzählige Menschen der erste eigene fahrbare Untersatz waren.
Zum tausendjährigen Stadtjubiläum findet die offizielle Deutsche Meisterschaft im Bobby-Car-Rennen in der Geburtsstadt des Spielautos statt. Das 1972 auf der Nürnberger Spielwarenmesse vorgestellte Kinder-Gefährt wird von dem an den Standorten Fürth und Burghaslach ansässigen Unternehmen BIG produziert. Mehr als 16 Millionen der beliebten Rutschautos made in Germany wurden bis heute weltweit verkauft.
Längst sind die Lauflernfahrzeuge auch ein Spaß für die Großen. Seit den neunziger Jahren – der Legende nach 1994 von angeheiterten Vätern am Vatertag im sauerländischen Silberg erfunden – sind Bobby-Car-Rennen zu einem Kultsport für Erwachsene geworden. Inzwischen gibt es mehr als 20 deutsche Vereine, offizielle Wettbewerbe und eine Weltrangliste.
Ähnlich wie bei Seifenkistenrennen stürzen Profis auf aufgemotzten und zum Teil kaum noch wieder erkennbaren Bobby-Cars die Strecke hinab. Ein offizielles Reglement (www.bobbycarclub.de) erfasst Tuning-Normen, wie etwa Maße des Renn-Bobbys oder das Verbot, den Kunststoffkörper des Originals in Einzelteile zu zerlegen. Um die Geschwindigkeit des Plastikflitzers zu erhöhen, montieren die Fahrer Gewichte. Maximal 40 Kilo darf das Gefährt beim Wettbewerb wiegen. «Alles andere, zum Beispiel die Achsen und Reifen, dürfen die Fahrer selbst auswählen und zusammenbauen. Da gibt es unter Profis echte Geheimtipps», verrät Elke Braun von der Firma BIG. Vor dem Rennen wird bei einer Fahrzeugabnahme geprüft, ob der Fahrer alle Vorschriften einhält.
Dazu gehört auch, Schutzkleidung und einen Helm zu tragen. Denn die getunten Plastikautos sind wahre Rennmaschinen: der 2003 aufgestellte deutsche Geschwindigkeitsrekord eines Bobby-Cars wurde mit 108,2 Stundenkilometern gemessen. «Auf unserer Rennstrecke in der Fürther Hardstraße rechnen wir mit rund 70 Stundenkilometern», so Braun. Immer zwei Fahrer gleichzeitig werden von einer Rampe aus auf den 500 Meter langen Straßenabschnitt preschen.
Kleine Bobby-Car-Fans von drei bis neun Jahren haben beim Kinderrennen von neun Uhr an die Gelegenheit, auf ungetunten Rutschautos die Hardstraße entlangzusausen. «Bislang fahren 40 Kinder mit. Kurzentschlossene können sich noch am Renntag selbst für die Fahrt anmelden», so Braun. Die Teilnehmer des danach stattfindenden Promirennens stehen schon fest. Mit dabei sind unter anderem Fürths Oberbürgermeister Dr. Thomas Jung, die A-cappella-Boyband Viva Voce und Komödiant Marcel Gasde. Wer unter den Profis das Rennen macht, entscheidet sich von 16.30 Uhr an.
Der Ablauf in Kürze: 8:00 Uhr Freies Training für alle 9:00 Uhr Kinderrennen 11:00 Uhr Promirennen 12:00 Uhr Jugendrennen 13:30 Uhr Amateurrennen 16:30 Uhr Profirennen ca. 19.30 Uhr Ergebnis und Siegerehrung
Nähere Informationen zur Deutschen Meisterschaft im Bobby-Car-Rennen gibt es unter bobby-car-rennen.big.de.
Andrea König |