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FORCHHEIM - Der langjährige SPD-Stadtrat Siegfried Schubert ist am Dienstag im Alter von 69 Jahren überraschend gestorben.
Schubert war ein typischer Vertreter der Sozialdemokratie alter Schule. Immer engagiert in Fragen der sozialen Belange der Bürger und Bürgerinnen Forchheims nahm er nie ein Blatt vor den Mund. Verpflichtet fühlte er sich seinem Gewissen und so handelte er auch seit 1984, seit er erstmals in den Forchheimer Stadtrat gewählt wurde. Bis 1990 war er stellvertretender Fraktionsvorsitzender.
Regelmäßig ergriff er in den zahlreichen Ausschuss- und Ratssitzungen seines Politikerlebens das Wort, brachte langatmige Debatten auf den Punkt und enttarnte manche Schein-Argumentation. Er war ein unbequemer, aber sachlicher Diskutant.
Einsatz fürs Jugendzentrum
Zu den von Schubert regelmäßig gepflegten Themen gehörte eine Neuorganisation des Jugendzentrums der Stadt sowie eine bessere Infrastruktur im Forchheimer Norden. Das inzwischen neue Jugendhaus sowie das laufende Infrastrukturprojekt «Soziale Stadt» können daher als Erfolge des Einsatzes Schuberts gezählt werden.
Schubert wollte sich weiter engagieren: Auf Platz 8 der SPD-Kandidatenliste für die Kommunalwahl 2008 stand er auf einem guten Platz für eine weitere Stadtratsperiode.
Sein beruflicher Werdegang entspricht einer klassisch sozialdemokratischen Vita. Er war Postbeamter und bei der Deutschen Post viele Jahre freigestellter Personalrat. Als Beamter erlebte er die Anfänge der Privatisierung. In den Ruhestand ging er 1997.
SPD erschüttert
Die SPD Forchheim drückte in einer Mitteilung ihre Erschütterung über den plötzlichen Tod ihres Parteifreundes aus. Fraktionsvorsitzender Reinhold Otzelberger sprach von einem «großen Verlust». Schubert sei jemand gewesen, «der immer seine Meinung sagte».
Engagiert war Schubert nicht nur in der Lokalpolitik seiner Stadt, sondern auch zeitweise als Schöffe am Landgericht Bamberg und im sportlichen und kulturellen Leben. Seit 1995 führte er als 2. Vorsitzender den VfB Forchheim mit.
Vielen Forchheimern wird «Siggi» Schubert noch anders in Erinnerung bleiben. Dass er als Kind aus dem schlesischen Neusalz an der Oder nach Franken gekommen war, mag man kaum glauben. Denn Schubert war begeisterter Mundartautor, schrieb Gedichte und Prosa, die gedruckt wurden, etwa die «Froschperspektiven». Sein Hobby wurde vor kurzem geadelt, indem zwei Texte von ihm im renommierten Band «Dullnramer» fränkischer Autoren veröffentlicht wurden.
Gute Tradition waren seine mundartlichen Vorträge zum jährlichen Karpfenessen des Stadtrates im Buckenhofener Gasthaus «Zur Sonne». Am kommenden Montag wäre es wieder so weit gewesen.
Schubert hinterlässt eine Ehefrau und zwei Töchter.
Die Beerdigung ist am Freitag, 9. November, 14.15 Uhr, auf dem neuen Friedhof in Forchheim.
Georg Körfgen |