PEGNITZ/HAINBRONN (br) - Die Verknappung und Verteuerung der fossilen Brennstoffe gibt dem Wald größere wirtschaftliche Bedeutung als bisher. Das wachsende Interesse am Baumaterial Holz verstärkt diesen Trend. Der Klimawandel allerdings bedroht auch den Forst.
Eine gutbesuchte Informationsveranstaltung der Forstbetriebsgemeinschaft Pegnitz (FBG) im Gasthaus Schmidt in Hainbronn machte den neuen Stellwert des Waldes deutlich. FBG-Geschäftsführern Ursula Jenner hatte Vorsitzenden Hans Escherich, Forstamtsrat Klaus Eisinger vom Amt für Landwirtschaft und Forsten sowie den für Pegnitz zuständigen Revierförster, Forstamtmann Ulrich Deinzer, als Referenten gewonnen.
Die FBG hat laut Ursula Jenner ein erfolgreiches, aber auch arbeitsreiches Jahr hinter sich. Die Zahl der Mitglieder habe sich um 58 auf insgesamt 1448 erhöht und so betreue die FBG derzeit 9356 Hektar Waldfläche. Die vermittelte Holzmenge erhöhte sich auf 21 483 Festmeter. Den Waldbesitzern konnten insgesamt 1,361 Millionen Euro Holzgeld ausbezahlt werden.
Nach dem Sturm Kyrill sei der Holzpreis in den Keller gefallen. Es kostete Mühe, das angefallene Holz zu vermarkten und deshalb wurde vom Sägewerk Ziegler bei Tirschenreuth die Zusage eingeholt, dass noch im Wald lagerndes Holz bis zum Jahresende abgefahren würde.
Als erfreulich bezeichnete es die Geschäftsführerin, dass sich der Holzmarkt langsam wieder erhole. Ursula Jenner zeigte sich zuversichtlich, dass nach Aufarbeitung des Sturmholzes 2008 wieder mit einem Preisanstieg zu rechnen sei.
Forstamtmann Ulrich Deinzer beantwortete die Frage, warum im Staatsforst stärkeres und besseres Holz wachse, damit, dass dort die Pflege des Waldes weit besser betrieben werde als in den Privatwäldern. Er erläuterte ausführlich die Pflege von Laubwald, von Nadelwald und von Mischwäldern, welche zu besserer Qualität führe. Die Entastung aufwachsender Bestände, eine angemessene Kronendichte und das Anlegen von Rückegassen im Abstand von 25 bis 30 Metern nannte er unerlässliche Voraussetzungen für die Pflege des Waldes.
Grundsätzlich sollte das gedankenlose Befahren der Waldfläche vermieden werden, um die Bestände zu schonen und einwandfreies Holz wachsen zu lassen. Bei Aufforstungsflächen sollten solche Rückegassen vorerst höchstens 1,5 Meter breit sein, um eine ausreichende Wuchsdichte im Wald zu gewährleisten.
Zur Stabilisierung der Wälder empfahl Deinzer die Bepflanzung mit Laubholz und Weißtanne, hierfür gebe es Zuschüsse in Höhe von 1900 bis 2500 Euro je Hektar. Bei Erstaufforstungen von Laub und Mischkulturen betragen die Zuschüsse zwischen 750 und 3000 Euro. Die fünfjährige Pflegeprämie bringt 200 bis 4000 Euro. Umzäunungen würden grundsätzlich nicht bezuschusst. Alle Maßnahmen müssten jedoch vorher beantragt werden.
Notwendig sei, so der Revierleiter, zudem das Anlegen von Lkw-tauglichen Waldwegen mit einer Breite von drei Metern und 40 Tonnen Traglast. Solche Baumaßnahmen würden mit 60 bis 70 Prozent der Kosten bezuschusst.
Forstamtsrat Klaus Eisinger riet den Waldbauern, in allen Fragen den Revierleiter zu konsultieren. Beim vorgesehenen Verkauf von Stammholz sei es ratsam, sich immer zuerst an den Revierleiter oder an die FBG zu wenden. Ratsam sei eine Vollvermessung auch, wenn eine Werksvermessung erfolge, um eine Kontrolle zu haben, wenn Unklarheiten bestehen. (Ein weiterer Bericht folgt) |