PEGNITZ/HAINBRONN (br) - Folgen des Klimawandels für den Wald in der Region wurden bei einer Informationsveranstaltung der Forstbetriebsgemeinschaft Pegnitz (FBG) im Gasthaus Schmidt in Hainbronn beschrieben.
FBG-Geschäftsführerin Ursula Jenner überließ diesen Part vor allem Vorsitzendem Hans Escherich und Forstamtsrat Klaus Eisinger vom Amt für Landwirtschaft und Forsten (wir berichteten bereits).
Eisinger erinnerte an den Sturm Kyrill, bei dem man 23 Millionen Festmeter Schadholz geschätzt hatte, der aber 40 Millionen Festmeter vernichtete. Als eine Grundlage der Waldbewirtschaftung sah Eisinger die sichtbare Markierung der Grenzen der Privatgrundstücke und die Notwendigkeit von Waldwegen zur besseren Bewirtschaftung und Pflege der Wälder.
Vom Klimawandel nicht so sehr betroffen, sieht Eisinger die Baumarten Buche, Esche, Ahorn, Kiefer und deutsche Traubeneiche, die Fichte sei sowohl von der Erderwärmung als auch von Schädlingen wie dem Borkenkäfer weit mehr gefährdet. Fichten könnten die in den nächsten Jahren in Oberfranken erwartete Klimaerwärmung um 1,8 bis zwei Grad nicht so gut verkraften wie die anderen Baumarten.
Wärmegewohnte Baumarten aus dem Mittelmeerraum seien nicht zu empfehlen, hierfür sei unser Winterklima auch in Zukunft nicht geeignet. Wachsamkeit sei im Wald geboten um vor allem schadhafte Jungbestände zu verjüngen und Schadensflächen zu verhindern, riet der Fachberater abschließend.
10 000 Tonnen verheizt
FBG-Vorsitzender Hans Escherich, listete die zahlreichen Bioheizwerke in Pegnitz, Bayreuth und Umgebung auf. Er unterstrich, dass mit der derzeit verheizten Trockenholzmenge von 10 000 Tonnen, gleichzeitig 10 000 Tonnen Kohlendioxid eingespart würden, eine enorme Leistung zur Klimaverbesserung. Escherich stellte gleichzeitig fest, dass der Landkreis Bayreuth eine bewaldete Fläche von 50 000 Hektar hat und der Wertstoff Holz in jedem Fall ausreiche.
Escherich bedauerte, dass die FBG keinen Einfluss auf die zahlreich entstandenen privaten Biogasanlagen gehabt habe und die entstehende Wärme nicht ausreichend genutzt werden könne. Hier sei die Wirtschaftlichkeit des Betriebs manchmal zweifelhaft.
Biogasanlagen und Biomasseheizwerke im Landkreis Bayreuth entwickeln laut Escherich ein jährliches Energiepotenzial, das etwa zehn Millionen Liter Heizöl entspricht. Die Wertschöpfung in der Land-und Forstwirtschaft werde dadurch nachhaltig um sechs Millionen Euro gestärkt. «Ohne diese Leistung», so Escherich, «müssten mehr fossile Energieträger eingesetzt werden, die unsere Umwelt mit zusätzlichen 30 000 Tonnen Kohlendioxid jährlich belasten würden.» |