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PEGNITZ (be) - Auf ihr Publikum kann sich die KSB-Kapelle verlassen. 600 Besucher kamen, als jetzt das Herbstkonzert zum 30. Mal stattfand. Motto: «Musik ist Trumpf».
Orchesterleiter Klaus Hammer schüttelte etliche musikalische Trümpfe aus dem Ärmel und begeisterte das Publikum, das kräftig applaudierte.
Richard Weiss hatte diese Konzertreihe 1977 ins Leben gerufen. Seit damals gehört diese Veranstaltung zu den kulturellen Highlights von Pegnitz. Richard Weiss dirigierte bei der Zugabe einen temperamentvollen Marsch - und im ersten Konzertteil «Hoch Heidecksburg». Das war ein mitreißender Marsch aus dem ersten Herbstkonzert vor 30 Jahren, der keineswegs angestaubt war, sondern quirlig für gute Stimmung sorgte. Weiss erhielt für seine Leistungen von der KSB-Kapelle den «goldenen Dirigentenstab» verliehen, überreicht durch Wolfgang Schötz.
"30 Jahre Kontinuität"
Gottfried Buch von der KSB betonte in der Christian-Sammet-Halle, dass «30 Jahre Herbstkonzert» sehr wohl für Kontinuität sprächen. Aus 52 Musikern ist die Big Band derzeit zusammengesetzt. Daraus sei ersichtlich, welch großen Wert der Leiter Klaus Hammer auf die Nachwuchsarbeit lege.
In gelungener Co-Moderation führten Wolfgang Schötz und Walter Tausendpfund durch den überwältigenden Konzertabend, wobei der fränkische Mundartdichter Tausendpfund durch einige Beiträge erfreute.
Vier Nachwuchsbläser, die langsam an die Konzertarbeit herangeführt werden, gefielen mit ihren Beiträgen. Die Jungbläser waren: Elias Rogner, Johannes Dumbach, Dominik Heinlein und Johann Badstieber.
"Fron der Bauern zu spüren"
Mit der bekannten Melodie «Musik ist Trumpf» eröffnete Klaus Hammer den Konzertabend und begann seine Trümpfe aufzublättern. Das Trumpf-Ass dürfte das Florian-Geyer-Lied gewesen sein. Es erinnerte an die Bauernkriege im 16. Jahrhundert. Im ersten Satz konnte man die «Fron der Bauern» erspüren, im zweiten Satz wurde das festliche Getümmel des Adels auf «Burg Weibertreu» erkennbar, bis sie von wütenden Bauern angegriffen wurden.
Im dritten Satz war der vorläufige Siegestaumel der Bauern zu hören - Sauflieder. Es kamen jedoch des Kaisers Truppen, sie stellten die alte Ordnung wieder her. Dieses geschichtsträchtige Lied wurde überaus gekonnt und mit starken Akzenten umgesetzt.
Wie wild gallopierende Reitertruppen
Beim aufregenden «Tscherkessentanz», einem Stück der absoluten Gegensätze, meinte man die wild galoppierenden Reitergruppen in der grenzenlosen Weite des Kaukasus zu spüren. Üppige Lebensfreude und schwere Melancholie waren zu spüren. Die neueste Komposition von Robert Bernt, dem Komponisten aus den eigenen Reihen hieß «So schön klingt’s böhmisch» und setzte einen stimmungsträchtigen Akzent.
Der zweite Teil wurde mit dem Konzertmarsch «Jubiläumsparade» eröffnet, dem der Trumpf der südamerikanischen Rhythmen mit dem temperamentvollen Cha-Cha-Cha «Patricia» folgte. Ausdrucksstark wurden die Filmmelodien «König der Löwen» und «Batman» gespielt. Die Abgeschiedenheit des Balkans wurde mit dem «Einsamen Hirten» durch Daniela Deinlein auf der Panflöte nachvollziehbar. Spektakulär gestaltete sich das Stück, bei dem drei Alphörner tonangebend waren, geblasen von Klaus Badstieber, Christa Adelhardt und Hans-Josef Deinlein.
Niedlicher Kinderauftritt
Trumpf-König und -Dame war im zweiten Teil der Beitrag aus der Oper «Hänsel und Gretel», garniert mit einem niedlichen Kinderauftritt. «Märchen sind der Stoff, aus dem Träume sein können», so Tausendpfund.
Klaus Hammer führt seit 1992 den Taktstock für das KSB-Werksorchester, das bei diesem «Trumpf-Spiel» schwungvoll fränkisch und gleichzeitig modern musizierte. Nie um eine spaßige Einlage verlegen, schafft Hammer es, die Amateur-Musiker zu besonderen Leistungen anzuspornen. Ihm gelingt es den Klangapparat zu einem hervorragenden Zusammenwirken des Klangkörpers verschmelzen zu lassen.
Als Solisten überzeugten Manuela Zitzmann (Klarinette), Klaus Adelhardt (Trompete) und Anton Schmitt (Tenorhorn).
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