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Erinnerungen wurden zur Dorfgeschichte

Uraufführung des Films «Ja, so war’s» in Thuisbrunn weckte unterschiedliche Reaktionen
 Erinnerungen wurden zur Dorfgeschichte
Bis auf den allerletzten Platz war der Gemeindesaal in der alten Thuisbrunner Schule besetzt: Fast das gesamte Dorf war gekommen, um die Uraufführung eines Films zu erleben, der aus der Perspektive des unbefangenen Beobachters den Wandel der Zeiten noch einmal nachvollzog.

THUISBRUNN (rd) - Unter dem Titel: «Ja, so war’s» hatten die Wahl-Thuisbrunner Gülseren Suzan und Jochen Menzel Szenen aus dem Alltag des Dorfes eingefangen. Dabei folgten sie dem immerwährenden Wechsel der Jahreszeiten und näherten sich den «Hauptdarstellern» sensibel und einfühlsam an.

Sie zeigten, wie das Dorfleben, das früher von der Landwirtschaft geprägt war, sich schon in einer Zeitspanne von zwei Jahrzehnten immer mehr verändert hatte. Die Erinnerungen an Menschen, die diese Zeit prägten und auch von ihr geprägt waren, sind so zu Erinnerungen an die Geschichte des Dorfes geworden.

Fast über einen Zeitraum von zehn Jahren erstreckten sich diese filmischen Beobachtungen, und die Begegnungen mit den festen Größen im Dorf: dem Dorsch’n Hans und seiner Kuni, dem Backes Konrad oder dem Klös’ Hans und der mit 103 Jahren noch lebenden Mühl Marcharet werden den nachfolgenden Generationen tief greifende Erinnerungen hinterlassen.

Den Veränderungen gefügt

Ihre teils etwas wehmütigen Kommentare des Dorflebens, aber auch ihre Toleranz, sich in die für sie doch so stark veränderten Umstände und Verhältnisse zu fügen, ihr tiefgründiger Humor hinterließen bei den Zuschauern zwiespältige Empfindungen. Da wird ganz davon erzählt, wie man mit ein bisschen Anschub von außen den Mann fand, mit dem ein langes Leben gemeinsam zu bewältigen war, wie auch in Zeiten schwerer Arbeit die kleinen Freuden nicht ganz ins Hintertreffen gerieten.

Staunend erleben die Zuschauer den Übergang von der regelmäßig zu entleerenden Jauchegrube zum gemeindlichen Kanalanschluss und von der Sense zum Mähdrescher. Eingeblendet als Gegensatz die Dreschgemeinschaft vor der historischen Zehntscheune als Sinnbild der dörflichen Gemeinschaft.

Das Ganze findet seinen Ausgangs- und Endpunkt in einem Dorf, das sich trotz den politischen und gesellschaftlichen Veränderungen ein ganzes Stück Eigenleben und Tradition bewahrt hat. Mundartdichter Rudi Löw und der Thuisbrunner «Dreigsang» Heinz Hofmann, Fritz Prütting und Paul Schelhorn, ergänzten die Veranstaltung durch passende Vorträge.

Der 70-Minuten-Film weckte ganz unterschiedliche Reaktionen - von Begeisterung bis zu tiefer Betroffenheit, von der sogar die beiden Filmemacher am Schluss ergriffen wurden.

Der Film soll in absehbarer Zeit auf DVD zu erhalten sein.
27.11.2007
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