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Strafe und Folter vor 500 Jahren

Gymnasium in Ebermannstadt präsentierte «Bamberger Halsgerichtsordnung»
 Strafe und Folter vor 500 Jahren
Foto: Helmut Vogler
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EBERMANNSTADT - Durch die zwei großen Jubiläen «1000 Jahre Erzbistum Bamberg» und «800 Jahre Elisabeth von Thüringen» wäre beinahe ein weiteres bedeutendes Ereignis vergessen worden, nämlich «500 Jahre Bambergensis - peinliche Halsgerichtsordnung» des Johann von Schwarzenberg 1507 bis 2007.

So hat sich als einzige Institution das Gymnasium «Fränkische Schweiz» in Ebermannstadt unter Leitung von Oberstudienrat Andreas Reuß mit Schülerinnen und Schülern der elften Klassen und der Kollegstufen dieses Thema zu eigen gemacht und im Rahmen einer Präsentation in der Aula der Schule der Öffentlichkeit vorgestellt.

Stellvertretende Schulleiterin Ingrid Käfferlein begrüßte die Gäste, die mitwirkenden Schüler und Schülerinnen und insbesondere Dr. Klaus Rupprecht vom Bayerischen Staatsarchiv in Bamberg.

Sehr fortschrittlich

Die Bamberger Halsgerichtsordnung war zur damaligen Zeit eines der fortschrittlichsten Rechtsbücher und galt im Grunde für das Herrschaftsgebiet des Bamberger Fürstbischofs, zu dem auch ein Großteil der Fränkischen Schweiz und Forchheim gehörten. Es war Vorläufer für Gesetzbücher des ganzen Reiches. Außerdem ist es ein Markstein in der Entwicklung der Buchdruckerkunst.

Der Autor der Halsgerichtsordnung, Johann von Schwarzenberg, ist «eine der interessantesten Persönlichkeiten dieser Zeit» (Staatsbibliothek Bamberg, Homepage). Unter anderem wurde in der Werkstatt Albrecht Dürers ein Holzschnitt von ihm angefertigt.

Die Fürstenfamilie Schwarzenberg, die aus Franken stammt, ist heute durch Karel Schwarzenberg vertreten, dem derzeitigen Außenminister der Tschechischen Republik.

Druck mitgebracht

Während der Präsentation war ein Druck der Halsgerichtsordnung zu sehen, den Dr. Klaus Rupprecht vom Bayerischen Staatsarchiv Bamberg freundlicherweise zur Verfügung stellte. Er hat auch kurz über das Leben des Johann von Schwarzenberg referiert.

Weitere Themen: Strafe und Folter, Fürstenfamilie und Schloss Schwarzenberg, Frauen der damaligen Zeit sowie Medien. Kollegiatinnen und Kollegiaten sowie Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums spielten eine Szene und lasen einige Texte aus der Halsgerichtsordnung und stellten einen Zusammenhang mit der Gegenwart her.

Dieser Abend war der einzige Termin in der ganzen Region, an dem das Jubiläum begangen wurde. Es ist im Zusammenhang mit dem Bistumsjubiläum (1000 Jahre Bistum Bamberg, 800 Jahre heilige Elisabeth) etwas «untergegangen». Immerhin gab es in der Ausstellung «Unterm Sternenmantel» in Bamberg eine Stellwand zur Halsgerichtsordnung.
3.12.2007
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