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LOKALMELDUNGEN - PEGNITZ UND UMLAND  

Auf Stelzen direkt am Himmel

Blick ins Bio-Quaderhaus von Familie Pirner, das in Oberfrankens Elite rückt
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Das Bio-Holz-Beton-Quader-Haus von Hainbronn hat’s geschafft: Ab Herbst gehen die Fotos davon auf Reisen. Sie stehen in einem neuen Buch zur aktuellen Architektur in Oberfranken und werden ausgestellt. Für dieses Buch bewarben sich 139 moderne Bauten. Das Heim von Charlotte und Frank Pirner rutschte in die Auswahl von 50. Es steht damit zum Beispiel neben der Spielbank von Bad Steben, dem Archiv des Bischofs, einer Schule in Muggendorf und dem Haus von Alexander Hartmann in Wonsees.

HAINBRONN - Sie träumten immer schon von so einem Heim, sagt Juristin Charlotte Pirner. So eins sahen sie regelmäßig auf dem Weg in ihre Heimatstadt München, hinter dem Pfaffenstein-Tunnel am Donauhang. «So was wär doch mal toll!»

Dann stand der Umzug nach Pegnitz an. Ihr Mann wurde hier Forstbetriebsleiter. Aber es gab weder ein passendes Haus noch ein passendes Grundstück. Nur in Hainbronn war ein Eck frei, wild wie ein Steinbruch.

«Der erste Architekt sagte: Vergiss dieses Grundstück. Da müssen Sie Fels sprengen», erinnert sich Frank Pirner. Deshalb fragte er bei einem alten Schulfreund, Alexander Pfletscher, in München an. Er ist Spezialist für Turnhallen, Industriebau, Altersheim und Banken.

«Der hatte eine echte gedankliche Sternstunde», sinniert Charlotte Pirner. «Es ist herrlich geworden. Ich genieße es jeden Tag. Wir haben immer hell, immer warm, sehen Sonne, Mond und Sterne. Es ist sogar noch schön, wenn das Wetter peitscht.»

Dieser Architekt ließ nur ein wenig ausbaggern, wobei er auf Klüfte stieß. Aber 20 Fuhren Beton gossen sie zu. Dann setzte er nur auf Quader und Stelzen. Sein unterster Würfel wurde der Keller. Der mittlere Quader trägt Kinder-, Schlaf- und Badezimmer. Der oberste, wagemutig quer, hat Küche und Wohnzimmer.

Es gibt nur ab und zu eine Betonwand, innen extra unverputzt, und die Betondecken. Sonst ist alles Holzbrett mit Glaswolle dazwischen. Die Verschalung außen stammt von Oberpfälzer Douglasie. Der Eichenboden unten ist aus dem Steigerwald, und die Schieferplatten am Fußboden oben kommen aus Brasilien: «Die waren mal Schiffsbalast.»

Der Stil im Innern entspricht dem berühmten Bauhaus: «Form follows function», sagt der Hausherr. So sieht alles ein bisschen weit, weiß und offen aus, mit viel nüchterner Wand und schwarz lackierten T-Trägern unter der Decke. «Man könnte Nippes draufstellen», scherzt er, «aber das bleibt schon so. Nur die Möbel sind noch nicht auf’s Haus abgestellt. Da bräuchte man jetzt wahrscheinlich ein De-Sede-Sofa...»

Diese Möbel atmen noch Land. Sie standen lange in einem idyllischen Forsthaus am Silberbach bei Selb. Dort wohnte die Familie zuvor. Ihre Kinder, jetzt sechs und acht Jahre, wollten nicht weg vom Holzofen und den kleinen Zimmern. Doch nun sind sie umgewöhnt. Die Tochter sagte schon stolz zur Mutter: «Keiner meiner Freunde hat so ein Haus wie wir.»

Aber bis es soweit war, zogen Stunden mit Sorgen vorüber. «Wir hatten nämlich vor zwei Jahren den schlechtesten Winter überhaupt zum Bauen», sagt der Vater. Und Charlotte Pirner ergänzt: «Ich seh’s jetzt ein bisschen milder, aber es war sehr anstrengend.»

Doch das Ergebnis wischt ihre Mühen weg. Dieses Niedrigenergiehaus mit seiner Pelletheizung wärmt sich nämlich fast von selbst. Es hat im Winter einen weiten Blick rundum und im Sommer die Nestwärme grünen Laubs.

Eine Zisterne berieselt den Garten und es gibt Leerrohre für Solaranlagen. Eine Sauna könnte entstehen und Zusatzterrassen sind geplant. Wer dann dort im Liegestuhl sitzt, sollte reinspähen in die wandhohen Fenster und sich über den riesigen Holzkopf aus Bali wundern, der im Wohnzimmer hängt: Ein Mitbringsel vom Schwager. Oder über das Bärenfell im Treppenhaus: Ein Mitbringsel aus Kanada. Oder über das Mammutposter von New York: Ein Mitbringsel von Ikea. THOMAS KNAUBER
26.1.2008
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