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LOKALMELDUNGEN - PEGNITZ UND UMLAND  

Mildner und Dötsch liefern sich Wahl-Krimi

Pegnitzer hatte am Abend wieder die Nase vorn - Christa Bauer darf wieder hoffen
 Mildner und Dötsch liefern sich Wahl-Krimi
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PEGNITZ/BAYREUTH - Die großen Parteien sind auch im Landkreis die Verlierer der Wahl. Während die FWG als Sieger zwei Sitze gewinnt, verlieren die CSU 3,66 Prozent und drei Mandate, die SPD 3,17 Prozent und zwei Kreisräte. Dort liegt eine Sensation in der Luft: Dem Kreisvorsitzenden Hans Dötsch aus Heinersreuth droht der Verlust des Kreistagssitzes.

Das vorläufige Endergebnis steht fest, wobei es allerdings bei Nachzählungen immer noch zu minimalen Veränderungen kommen kann: Danach kam die CSU auf 35,90 (39,56 bei der Wahl 2002) Prozent, die SPD auf 20,23 (23,40), Bündnis 90/Die Grünen auf 6,50 (5,38), die FWG auf 18,55 (15,42), die Junge Liste auf 8,45 (7,47), die Wahlgemeinschaft auf 7,65 (6,12) und die FDP auf 2,72 (2,64) Prozent.

Das ergibt folgende Sitzverteilung: CSU 22 (-3), SPD 12 (-2), Grüne 4 (+1), FWG 11 (+2), JL 5 (+1), WG 5 (+1), FDP wie bisher 1.

Bei der CSU hat der künftige Landrat Hermann Hübner als Spitzenkandidat sogar das Ergebnis von MdB Hartmut Koschyk aus dem Jahr 2002 noch übertroffen. Der Pegnitzer Bürgermeister Manfred Thümmler dagegen hat Koschyk an sich vorbeiziehen lassen müssen. Weit nach vorne ge-wählt wurden der Creußener Bürgermeister Harald Mild, die neue Kreisbäuerin Katrin Lang und Paul Lindner aus Waischenfeld. Neu im Kreistag ist unter anderem Wolfgang Hempfling aus Troschenreuth. Hans Funk muss noch um sein Mandat bangen.

Kreisvorsitzender Koschyk freute sich, dass die CSU weiter die mit Abstand stärkte Fraktion stellt. Seine Partei werde alles tun, um den schmerzlichen Verlust von drei Sitzen durch bürgernahe Politik auszugleichen. Wichtig sei, dass die Landwirtschaft trotz des Ausfalls der «Zugpferde» Hans Escherich und Anna Brütting wieder stark vertreten ist.

Bei der SPD hat Landratskandidat Karl Lothes sein Ergebnis aus 2002 nicht ganz erreicht, führt aber trotzdem die Liste mit knapp 8000 Stimmen Vorsprung vor dem Bischofsgrüner Bürgermeister Stephan Unglaub an. Die auf Platz 2 nominierte Sigrid Wenzel fiel weit zurück. Neu im Kreistag ist unter anderem Manfred Neumeister aus Hollfeld. Den ganzen Tag über lieferten sich der Pegnitzer Polizist und sein Kreisvorsitzender Hans Dötsch ein Kopf an Kopf-Rennen, in dem Mildner bei Redaktionsschluss wieder knapp die Nase vorne hatte.

Die Grünen haben mit Anneliese Kleißl-Keil, die gegenüber 2002 deutlich an Stimmen verloren hat, Helga Raab, die zulegen konnte, und nunmehr auch noch mit Helmut Meyer aus dem Ortsteil Lehm drei Räte aus Pegnitz im Gremium.

Bei der FWG ist Stefan Frühbeißer an die Spitze gestürmt und hat dabei sogar den Kreisvorsitzenden Hans Hümmer aus Trockau überholt. Dabei hat der Pottensteiner Bürgermeister mit 21198 Stimmen fast die Vorgabe des nicht mehr angetretenen Wolfgang Fünfstück erreicht. Auch die Hollfelder Bürgermeisterin Karin Barwisch hat ein hervorragendes Ergebnis eingefahren. Christa Bauer aus Pegnitz nimmt nach dem jetzigen Stand den elften und letzten Kreistagssitz der FWG ein.

Kreisvorsitzender Hans Hümmer sprach von einem Traumergebnis, das beweise, dass sachorientierte, fachkompetetente Politik beim Bürger ankomme, insbesondere, wenn man sich für die Stärkung des ländlichen Raums einsetze. Seit 1990 habe die FWG die Zahl ihrer Sitze fast verdoppelt. auch der Verjüngungsprozess sei geglückt.

Die Riege der Jungen Liste wird von Thomas Thiem aus Waischenfeld angeführt. Neu dabei die beiden Hollfelder Georg Röhm und Markus Täuber.

Bei der Wahlgemeinschaft hat der BBV-Kreisobmann Karl Lappe das Rennen gemacht, gefolgt von Luise Goldfuß, der Bürgermeisterin aus Plankenfels, sowie den Hollfeldern Wolfgang Degen, Georg Motschenbacher und Michael Schatz. Konrad Keilholz, der zuletzt für die FWG im Kreistag saß, hat es auf dieser Liste nicht mehr in den Kreistag geschafft.

Für die FDP löst Prof. Dr. Hermann Hiery Hella Kühn ab.

RICHARD REINL
4.3.2008 11:45 MEZ
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