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| Fitzgerald Kusz und Helmut Haberkamm in Glasgow |
Fränkische Mundart, übersetzt ins Schottische |
| Fränkische Mundart, übersetzt ins Schottische |
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Es hätte ein Scherz sein können, meinte Helmut Haberkamm, als er im Herbst 2007 plötzlich eine Mail mit der Bitte bekam, er möge im März 2008 im schottischen St Andrews am Poesie-Festival «StAnza» teilnehmen und mit seinem Dichterkollegen Fitzgerald Kusz zusammen lesen. Geplant sei außerdem ein zweitägiger Workshop mit zwei schottischen Dichtern an der Edinburgh University. Initiatorin sei die in Berlin lebende Amerikanerin Isabel Cole von der online-Literaturzeitschrift «no man’s land» beziehungsweise «lauter niemand».
Es war kein Scherz. Bald hieß es sogar, man hätte die englische Übersetzung von Haberkamm- und Kusz-Gedichten in Auftrag gegeben. Dafür wurde eine zusätzliche Lesung in der Partnerstadt Glasgow organisiert.
Das Programm war vollgepackt: Am Tag der Ankunft in Edinburgh ging es gleich am Abend nach Glasgow, wo in der berühmten School of Art eine zweisprachige Lesung stattfinden sollte.
Haberkamm und Kusz lasen mit den beiden letzten Hermann-Kesten-Stipendiaten aus Glasgow - Donal McLaughlin (2006) und Donny O’Rourke (2004) -, und zwar als Teil des März-Programms des Dichtervereins «St Mungo’s Mirrorball» und mit der Unterstützung der Stadt Glasgow. O’Rourke las aus seinem Band «Im Wartesaal der Poesie» (Spätlese Verlag 2005) und schloss den Abend mit seinem Lied «Nuremberg Nights» ab.
Für den Übersetzer McLaughlin und die beiden Franken war der Abend auch eine Art Generalprobe für ihren Auftritt in St Andrews. Anwesend waren Dichter wie David Kinloch, Gerry Loose, Brian Whittingham, James McGonigal und Gerrie Fellows sowie die neue Kesten-Stipendiatin Zoe Strachan. Man freute sich, dass das Publikum so zahlreich erschienen war, denn in Glasgow lief gleichzeitig das Literaturfestival «AYE WRITE», und in St Andrews fand der große Eröffnungsabend von «StAnza» statt, und zwar mit «Dichtern aus Glasgow» als einem thematischen Schwerpunkt.
Am Donnerstag und Freitag stand Edinburgh auf dem Programm. Die Franken trafen sich mit Alexander Hutchison und Robert Alan Jamieson, Dichtern, die «Scots» beziehungsweise «Shetlandic» schreiben. Man tauschte sich aus: über die dichterischen Intentionen, die Rolle des Dialekts beim Aufwachsen.
Im anderen Dialekt entsteht das ursprünglich fränkische Gedicht wieder. Aus «Neia Reifn drauf» wird beispielsweise «Njoo Quhiels On»; aus «es meer schbrichd middi felsn» «the sea claiks to the craigs».
Höhepunkt war der Samstag mit der Lesung im Supper Room der Town Hall, zweisprachig und mit vielen Lacherfolgen. Es schlossen sich Gespräche mit dem Publikum im Saal an - und dann in den Gängen und sogar auf der Straße. Da war es doch erfreulich zu hören: «Normally, I am not interested in translations - but this was really good!» Am Sonntag schließlich reagierten Haberkamm und Kusz, mit Hutchison und Jamieson, auf die im Voraus eingereichten Übersetzungsversuche des Publikums.
Ein großes Kompliment: Die fränkischen Dichter kamen in Schottland richtig gut an. Wundern sollte man sich eigentlich nicht. Um den Milanese schreibenden, italienischen Dichter Franco Loi zu zitieren: den Terminus «Mundartdichter» sollte es vielleicht nicht geben, vielmehr sollte es einfach nur «Dichter» heißen. Wichtig ist, dass das, was man schreibt, gut ist. Haberkamm und Kusz haben - auch in diesem Sinne - in Schottland blendend bestanden. Donal McLaughlin |
| 28.3.2008 |
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NORDBAYERN.DE |
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