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LOKALMELDUNGEN - FÜRTH UND UMLAND  

Hängepartie im Ronhof

Abriss und Neubau der Haupttribüne verzögern sich
 Hängepartie im Ronhof
Foto: Hans-Joachim Winckler
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FÜRTH - Der geplante Umbau des Playmobil-Stadions bleibt eine Hängepartie: Nach Informationen der Fürther Nachrichten wird mit dem Abriss und dem Neubau der Haupttribüne im Ronhof nun doch nicht in der Fußball-Sommerpause begonnen. Lediglich das Dach über der Nordtribüne und die Verkleidung der Kurven will die SpVgg Greuther Fürth definitiv in Angriff nehmen.

Die Nachricht kommt überraschend, denn zuletzt hatte man mächtig aufs Tempo gedrückt und dabei auch die politischen Kräfte im Fürther Rathaus mobilisiert. In zähen Verhandlungen gelang das förderungstechnische Kunststück, dem Freistaat drei Millionen Euro Zuschuss abzuringen, wenn die Stadt selbst eine Million drauflegt. Damit schien dem auf Kosten von insgesamt elf Millionen Euro geschätzten Stadionumbau nichts mehr im Weg zu stehen.

Allerdings sind im Zuge der Förderung auch Richtlinien der Europäischen Union zu beachten – und die haben sich offenbar als vertrackter erwiesen als man ohnedies annahm. «Der sehr komplexe Förderprozess . . . hat mittlerweile Dimensionen erreicht, die einen kurzfristigen Umsetzungsbeginn unmöglich machen», heißt es in einem Papier des Vereins, das den FN vorliegt.

«Das ist enorm kompliziert», sagte auch SpVgg-Präsident Helmut Hack gestern auf Anfrage unserer Redaktion. Um die Förderung nicht zu gefährden, sei es zwingend nötig, besonders akkurat zu Werke zu gehen. So dürfe beispielsweise nicht der Eindruck entstehen, private Interessen würden unzulässig begünstigt.

Doch damit nicht genug der Wirrnis. Auch die «bestehenden, komplizierten Vertragsverhältnisse» mit dem Grundstückseigentümer, der Firma von Playmobil-Chef Horst Brandstätter, müssten neu geregelt werden, heißt es in dem Vereinspapier. «Es ist derzeit nicht abzusehen, wann die schon seit längerem laufenden Gespräche abgeschlossen werden können und zu welchem Ergebnis sie letztendlich führen werden.» Bekanntlich besteht zwischen Brandstätter und dem Verein ein bis ins Jahr 2029 laufender Pachtvertrag.

«Hin und her»

Von einer verzwickten «Gemengelage» spricht Hack vage und gibt zu verstehen, dass ihn die Verhandlungen in Sachen Umbau bisweilen an den Rand der Verzweiflung treiben. «Manchmal könnte einen schon der Mut verlassen», sagt der SpVgg-Boss. Man bewege sich «seit Monaten hin und her», immer wieder gebe es Rückschläge. «Ich konnte den Knoten bisher einfach nicht durchschlagen», stöhnt Hack.

«Nicht groß äußern» mochte sich Conny Brandstätter zu der Angelegenheit gegenüber unserer Zeitung. Der für die Verwaltung der Playmobil-Immobilien zuständige Sohn von Firmenchef Horst Brandstätter weist aber die derzeit in Fankreisen munter kolportierten Gerüchte entschieden zurück, nicht die EU, sondern er sei maßgeblich für die Verzögerungen verantwortlich. «Von mir wird nichts verhindert», sagt er. Vielmehr seien er und sein Vater stets bemüht, «zu einer guten Lösung zu kommen» und den Verein zu unterstützen.

Hack wiederum will sich momentan nicht mehr zu einer Aussage über den Baubeginn für die Haupttribüne hinreißen lassen. Da ausgeschlossen sein dürfte, dass die Abrissbirne im laufenden Spielbetrieb kreist, rechnen Beobachter aber mit einer Verschiebung bis in die Winterpause, wegen der dann ungünstigen Witterung eher noch bis in die Sommerpause 2009.

Wie es auch kommt – vorerst sei der «Druck von allen Beteiligten» genommen, meint Hack. Der Verein könne nun in Ruhe weiterplanen und «mit voller Konzentration» erste Maßnahmen mit der Nordtribünen-Überdachung als Herzstück angehen. Diese hält Hack für eminent wichtig, um die Atmosphäre in der Arena zu verbessern. Außerdem wolle er «nicht mehr verantworten», dass Fans bei Heimspielen im Wortsinn im Regen stehen.

Mit Bedauern, aber ohne Besorgnis beobachtet die Vorgänge im Ronhof unterdessen die Stadtspitze. «Wir müssen die Verzögerung akzeptieren, weil die Verhältnisse mit dem Eigentümer erst einmal zu klären sind», sagt Fürths Wirtschaftsreferent Horst Müller. Befürchtungen von Skeptikern bemüht er sich einstweilen zu zerstreuen: Die Millionenzuschüsse des Freistaats, für die er selbst sich im Besonderen stark gemacht hatte, seien deswegen keineswegs in Gefahr, versichert Müller.

Wolfgang Händel
12.4.2008
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