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Ärzte nehmen Zukunft in die Hand

Netzwerk zur Sicherung der Versorgung und Qualitätsverbesserung gegründet
 Ärzte nehmen Zukunft in die Hand
FORCHHEIM - Sie wollen die medizinische Versorgung der Bevölkerung verbessern. Sie wollen aber auch die eigene Zukunft sichern. Deshalb haben mehrere Ärzte mit eigener Praxis im Kreis Forchheim, der Stadt Erlangen und im Landkreis Erlangen-Höchstadt gestern das neue Gesundheitsnetzwerk «Unternehmung Gesundheit Franken GmbH & Co KG» (UGeF) gegründet.

Ziel des Netzwerkes ist es, die wohnortnahe Versorgung zu erhalten und den Patienten durch die direkte Kommunikation zwischen den Arztpraxen, miteinander abgestimmte Arzneimittelverordnungen und vereinbarte medizinische Standards einen qualitativ besseren Service zu bieten. So kann ein «Netzpatient» zahlreiche Vorteile erwarten: zum Beispiel kürzere Wartezeiten und gezielte, schnellere Terminvergabe bei Fachärzten innerhalb des Netzwerkes. Denn der Hausarzt macht auf kurzem Netzwerk-Weg eine Untersuchung beim Facharzt so dringend wie nötig.

Rund 90 niedergelassene Haus- und Fachärzte haben sich im Vorfeld der gestrigen Gründungsversammlung für die Mitgliedschaft im Netzwerk interessiert, so der Pretzfelder Hausarzt und Mitgründer Dr. Joachim Mörsdorf. Denn der Druck auf die Ärzteschaft durch die Reformen der Bundesregierung sei enorm. So werde das Ende der «Einzelkämpfer»-Arztpraxis in der ländlichen Region eingeläutet. Eine schlechtere medizinische Versorgung im wohnortnahen Bereich wäre die Folge, so Dr. Thomas Bahr vom bereits bestehenden Netzwerk Unternehmung Gesundheit Oberpfalz Mitte (UGOM) aus Amberg.

Dem wirkt die UGOM bereits entgegen. Hier will auch die UGeF einhaken. «Wir wollen für die Gesundung der Patienten und nicht für die Verwaltung der Erkrankungen unsere Leistungen erbringen», erklärt Mörsdorf. Langfristig ist geplant, das regionale Gesundheitsnetzwerk auf alle Bereiche der medizinischen Versorgung auszubauen. «Denn nur die verbindliche Organisation in der ärztlichen Versorgung kann den zukünftigen Erfolg garantieren», sagt Mörsdorf.

Möglichst alle einbinden

So sollen zukünftig alle Hausärzte, Fachärzte, Krankenhäuser, Reha-Zentren und Einrichtungen anderer therapeutischer Berufe in der Region eingebunden werden, führt der Neunkirchner Mediziner Dr. Karsten Forberg aus.

Das bedeutet auch dass die UGeF mit Kassen über Leistungen verhandeln will. Damit wolle man nicht in Konkurrenz zu den Kassenärztlichen Vereinigungen (KV) treten. Aber zusätzliche Leistungen verhandeln, die nicht auf dem Plan der KV stehen, ergänzt Dr. Peter Walter aus Neunkirchen.

Noch 2008 sollen nach der Gründung des Netzwerks UGeF Vertragsverhandlungen mit Kassen über Verträge außerhalb des Budgets stattfinden. Konzepte zur Bildung von Wirtschaftlichkeits-Potentialen wie gemeinsamen Einkauf von Praxis-, Labor- und anderen Hilfsmitteln wollen die Ärzte entwickeln. Und sie machen Pläne zur Verbesserung der medizinischen Versorgung. Qualitätsmanagement, Behandlungspfade, Patientenservice, lauten hier die Stichworte.

Und die Krankenhäuser wie die Kassen geben zum Beispiel in Amberg schon ein positives Echo: Die Krankenhäuser, weil die regionale Bindung im Netzwerk sehr hoch ist. Die Kassen, weil laut Dr. Bahr durch das Netzwerk teuere stationäre Versorgung vermieden werden konnte.

Dieter Köchel
8.5.2008
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