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LOKALMELDUNGEN - FÜRTH UND UMLAND  

Beste Stimmung beim Metropol-Marathon

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Foto: Thomas Scherer
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FÜRTH - Zum zweiten Mal nach 2007 war Fürth gestern fest in der Hand von Läufern. Die Organisatoren des Metropolmarathons zählten 4500 Teilnehmer. Am Streckenrand herrschte an manchen Stellen zwar nicht ganz so viel Betrieb wie beim «Jahrtausendmarathon«, aber auch diesmal lobten viele Teilnehmer die gute Stimmung. Die FN schauten sich um.

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Hannes Schmidt hat zwei Mal den Nürnberg-Marathon gewonnen und zahlreiche Halbmarathons dazu. Man weiß, dass der Triahtlet schnell ist. Aber so schnell? Als er im Ziel die elektronische Zeitmessung passiert, schüttelt Schmidt ungläubig den Kopf. 1:09 Stunden für 21 Kilometer - das kann nicht sein. «Normalerweise laufe ich 1:12 oder 1:13.« Die Strecke, folgert der erfahrene Ausdauerathlet, müsse mindestens einen Kilometer zu kurz gewesen sein.

Rasch kommt heraus: Der Mountain-Biker, der den jeweils Führenden den Weg weist, war an der Sparkasse falsch abgebogen und hatte aus Versehen die Abkürzung über die Friedrichstraße genommen. Im Rennen über zehn Kilometer passiert ein ähnliches Missgeschick. Der Biker an der Spitze kapituliert in der Rudolf-Breitscheidstraße vor einer Menschenwand, mit der niemand gerechnet hat, und biegt ebenfalls falsch ab. So werden aus zehn Kilometern am Ende zwölf. «Das wurmt einen schon«, sagt Hauptorganisator Bernd van Trill. Alles in allem falles seine Bilanz aber «sehr positiv« aus.

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Inzwischen hat ein schier endloser Zieleinlauf begonnen. Ein Teilnehmer nach dem anderen tropft von der Friedrichstraße auf die Breitscheidstraße, auf die letzten Meter. Einige können noch spurten, andere hecheln mit verzerrter Miene der Erlösung entgegen. Manche fallen hinterher vor lauter Erschöpfung auf die Knie. Insgesamt haben etwa 1000 Teilnehmer die 42,195 Kilometer in Angriff genommen, 2000 entschieden sich für die halbe Distanz, 1500 , darunter 200 Nordic-Walker, legen zehn Kilometer zurück - aus denen dann zwöf werden.

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Im Festzelt der Unterfarrnbacher Sanitätsbereitschaft herrscht die Ruhe vor dem Sturm - und das im Wortsinn. Denn just, als die ersten Läufer die hier untergebrachte Versorgungsstation passieren, legen die vier Jungs von «Denso« auf der kleinen Bühne im Eck los. Mit ohrenbetäubendem Metal-Rock macht die Nürnberger Band den Sportlern Beine. Manche heben im Laufen begeistert die Arme Richtung Musiker, andere halten sich die Ohren zu.

«Gott sei Dank sind die ja schnell durch«, sagt eine Helferin schmunzelnd. Das musikalische Kontrastprogramm gibt es ein paar Kilometer weiter in Burgfarrnbach: Am Rande der Geißäckerstraße beruhigt ein Cello-Ensemble der Fürther Musikschule allzu erhitzte Gemüter mit sanften Streicherklängen aus dem «Phantom der Oper«.

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Markus Murk nimmt es, wie es kommt. Zwischen Kilometer 22 und 23 erzählt der 36-Jährige aus Oberscheinfeld dem mitradelnden Journalisten locker plaudernd, dass dies sein zehnter Marathon ist. Ein kleines Jubiläum also für Murk, der sichtlich gut gelaunt ist. Schon beim Fürther Jubiläums-Marathon war er auf der Piste, diesmal aber sei es noch schöner, sagt er. «Ideales Laufwetter, viel besser als letztes Jahr«. Und kein bisschen aus der Puste? «Ach woher, schwer wird’s doch erst ab dem 30. Kilometer.«

Das wissen offenbar auch Bewohner eines Hauses in der Eschenausiedlung, gleich hinter der Anlage des TV 1860. «In zehn Kilometern seid Ihr Helden«. haben sie auf ein Transparent gemalt, das den Gartenzaun entlang der Strecke schmückt.

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Vor dem Playmobil-Stadion in Ronhof witzeln Fan-Clubs der SpVgg, dass Nürnberger Läufer mehr kriegen als andere: was zu trinken und eine kalte Dusche.

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Manchmal ist es an der Laufstrecke ganz still. Beispiel Südstadt, Sonnenstraße: Ein Pulk Halbmarathonläufer zieht vorbei. Zu hören sind das Atmen der Sportler und das Geräusch von Gummisohlen auf Asphalt. Wenige hundert Meter weiter, an der Versorgungsstation vor der Paulskirche, knacken unter den Füßen der Läufer leer getrunkene Plastikbecher. Vor St. Paul sitzen Menschen auf Bierbänken. Sie lauschen den Klängen des Posaunenchors. Pfarrerin Ute Lehnes hat den Sonntagsgottesdienst ins Freie verlegt. Mitten in der Predigt unterbricht sie sich - und feuert einen Läufer an. Gottesdienstbesucher erklären schmunzelnd, der Mann sei Mitglied der Gemeinde.

Während manche Autofahrer wüst schimpfen oder genervt hupen, beweisen Elisabeth (69) und Konrad Leikeim (74) eine Engelsgeduld. Im Auto sitzend warten sie nun schon 20, 25 Minuten darauf, dass sie die Laufstrecke in der Herrnstraße passieren und zu ihrem Schrebergarten bei der Pyramide weiterfahren dürfen. «Ach, das macht doch nichts«, winkt sie ab. Und er freut sich an den «so unterschiedlichen Menschen, die vorbeilaufen, junge, alte, dicke, dünne.«

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Anita Schaller (44) ist eine der zig ehrenamtlichen Helfer(innen), die für einen reibungslosen Ablauf des Marathons sorgen. Job der Fürther Hausfrau ist es, die Läufer auf den roten Teppich zu lotsen, der direkt durch die Grüne Halle führt. jetzt hat Schaller Pause. Der Halbmarathon ist durch, die ersten Marathonläufer lassen noch auf sich warten. Swinging Dixie erklingt von drinnen. Da biegen zwei Polizeimotorräder um die Ecke. Mit Blaulicht und Blinklicht rollen sie durch die Halle. «Zwei Minuten noch«, ruft einer der Fahrer den Menschen draußen zu. Dann kommt er, der erste Marathonmann. Mit viel Jubel und Getöse wird er empfangen. Eine, die mitklatscht , ist Petra Krauß (58). «Also ich bewunder’ ja jeden, der da mitläuft, meint die 58-Jährige und gesteht: «Ich selber könnt’s halt auch bloß auf dem Motorrad.«

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Oberbürgermeister Thomas Jung, auch diesmal Startläufer eine Promi-Staffel, verkündete unmittelbar nach seinem Zieleinlauf, dass der Metropolmarathon eine Zukunft hat. Im kommenden Jahr wird das Rennen nochmal ausschließlich in Fürth stattfinden. 2010 werden laut Jung Nürnberg und eventuell auch Erlangen an der Organisation beteiligt sein.

Kurt Heidingsfelder, Wolfgang Händel, Birgit Dachlauer
16.6.2008
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