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SPORT - FÜRTH UND UMLAND  

«Wir haben erneut einige Fehler gemacht»

Metropolmarathon-Organisator Bernd van Trill übt Selbstkritik - 2009 wieder eine neues Lauf-Motto
 «Wir haben erneut einige Fehler gemacht»
Foto: Heidingsfelder
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FÜRTH - Für die meisten Läufer dürfte der zweite Fürther Marathon ein schönes Erlebnis gewesen sein. Allerdings gab es auch einige Probleme. Die FN sprachen darüber mit Hauptorganisator Bernd van Trill.

Herr van Trill, was überwiegt bei Ihnen momentan? Die Freude, dass es vorbei ist, oder die Vorfreude auf den nächsten Marathon?

Van Trill: Das gleicht sich aus. Ich freu’ mich auf nächstes Jahr, aber ich bin natürlich auch ein wenig traurig, dass wir erneut ein paar Fehler gemacht haben, an denen wir arbeiten müssen.

Am gravierendsten war wohl, dass im Halbmarathon und im Zehn-Kilometer-Lauf die Streckenlängen nicht gestimmt haben. Wie konnte das passieren?

Van Trill: Auf der 21-Kilometer-Strecke waren Streckenposten vor Ort, die der vorausfahrende Mountainbiker aber nicht erkannt hat.

Waren die Biker vorher in ihre Aufgabe eingewiesen worden?

Van Trill: Wir haben mit vier von den zehn Mountainbikern eine Streckenbegehung gemacht, und ich denke, die haben das auch richtig weitergegeben. Aber dann hat den Betreffenden wohl doch irgend etwas irritiert, und schon war’s passiert.

Bitter ist ja, dass nicht nur Halbmarathonläufer, jedenfalls die ersten zwei, einen Kilometer zu wenig absolviert haben, sondern auch die Zehn-Kilometer-Läufer zwei Kilometer zu viel.

Van Trill: Hier war es so, dass der Radfahrer auf eine Menge von Zuschauern zusteuerte und nicht mehr die Möglichkeit hatte, geradeaus zu fahren.

Wieso standen Zuschauer direkt auf der Strecke?

Van Trill: Das muss ich auf meine Kappe nehmen. Ich war der Meinung, dass genau an dieser Stelle in der Breitscheidstraße, nur 200 Meter von Start und Ziel entfernt, kein Streckenposten nötig ist. Die Läufer kommen um die Ecke und sehen das Ziel vor sich. Da braucht man eigentlich keinen hinstellen. Und unterm Strich reichten die 1500 Streckenposten nicht aus. Da musste ich entscheiden, wo sie am wahrscheinlichsten gebraucht werden. Im Nachhinein betrachtet, habe ich falsch entschieden.

Wie viele Teilnehmer haben sich bei Ihnen beschwert?

Van Trill: Wir haben in unserem Online-Gästebuch natürlich einige Einträge, die nicht so schön sind. Ich werde dazu Stellung nehmen und mich entschuldigen. Wir müssen einfach schauen, dass in der Szene nicht nur das vom Metropol-Marathon hängen bleibt.

Was wollen oder müssen Sie bis zum nächsten Jahr noch verbessern?

Van Trill: Das gibt es noch ein paar Kleinigkeiten. Zum Beispiel die Kilometertafeln. Die waren auf den ersten fünf Kilometern nicht gut genug zu sehen. Den Zuschauern ist das egal, aber für die Läufer ist das wichtig, weil sie ihr Tempo danach ausrichten. Was noch gefehlt hat, man soll’s nicht glauben, war am Tag vor dem Rennen ein Nudelstand. Meine Idee, in Franken Bratwürste und Kartoffelsalat anzubieten, kam nicht so toll an.

Aber es liegt doch auf der Hand, dass die Läufer am Abend vor dem Rennen vor allem Kohlenhydrate brauchen.

Van Trill: Keine Diskussion. Das und noch ein paar andere Dinge werden wir ändern.

Was lief gut?

Van Trill: Von den Marathonläufern kamen fast nur positive Rückmeldungen. Die Stimmung an der Strecke, die Versorgung, das war alles, so wie man es sich wünscht.

Die Zahl der Schüler, die schon am Samstag ihre Rennen liefen, lag bei annähernd 400. Sind Sie damit zufrieden?

Van Trill: Ja, die meisten fanden es wunderbar. Aber auch hier gab es etwas Kritik, weil während der Läufe nebenan Live-Musik spielte. Man muss eben viele Dinge immer wieder überdenken.

Dieses Jahr war das Teilnehmerfeld mit insgesamt 4500 Menschen noch relativ groß, aber schon nicht mehr ganz so groß wie beim Jahrtausendmarathon 2007. Was kann man tun, um weiteren Schwund zu verhindern?

Van Trill: Das steht und fällt meiner Meinung nach mit dem Motto. 2007 war es das Stadtjubiläum, dieses Jahr sollte es ein Fest mit behinderten Menschen, sprich mit der Down-Syndrom-Staffel, werden. Wir werden uns sicher für 2009 ein anderes Motto einfallen lassen, vielleicht wird es dann der Lauf der Kulturen.

2010 steht das Motto schon fest. Dann feiern Nürnberg und Fürth 175 Jahre Eisenbahn. Wie konkret sind denn die Vereinbarungen mit Nürnberg schon?

Van Trill: Wir werden ziemlich sicher etwas zusammen auf die Beine stellen, wo die Strecke des Adlers eine Rolle spielt. Aber die ist ja nur zehn Kilometer lang. Da muss uns schon noch mehr einfallen. Allerdings ist heuer auch deutlich geworden, dass wir die Vielfalt der Aufgaben auf noch mehr Schultern verteilen müssen. Interview:

KURT HEIDINGSFELDER
17.6.2008
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